Don't panic

Going home

Eritrea. Zunächst mal ein bischen was für eure Bildung.
Der Name „Eritrea“ stammt aus dem Griechischen – nämlich von dem Wort erythrea und das heißt rot auf Griechisch. Zuerst erwähnt wurde Eritrea im Periplus der Eritreanischen See. Das war ein Handelshandbuch, das ein griechisch sprechender ägyptischer Seemann im ersten Jahrhundert verfasst hat. Ja und dort wurde das Land als rot bezeichnet weil es halt am Roten Meer liegt. Und das Rote Meer, das heißt so, weil nämlich manchmal, zu ganz besonderen Jahreszeiten, wenn da ganz bestimmte Algen im Meer rumdümpeln, dann schümmert das Meer halt rot.
Im 16. Jahrhundert sind die Türken im heutigen Eritrea eingefallen und haben sich da auch so an die 300 Jahre gehalten. Dann hat mit einmal der Herr Mohammed Ali – nein, nein nicht der Boxer, sondern der Ägyptische Häuptling – Gefallen am Sudan gefunden und hat einen Teil vom heutigen Eritrea gleich mit eingenommen. Das wiederum hat dem Herrn Yohannes von Äthiopien nicht geschmeckt und darum hat er ein großes Gemetzel gestartet, was die Ägypter letztlich zum Rückzug bewegte. Weil nun aber zu dieser Zeit nun gerade die Europäer dabei waren, Afrika unter sich aufzuteilen und alle ein Stück vom Horn von Afrika abhaben wollten, fiel das Land nicht etwa zurück in die Hände seiner Leute, sondern wurde erst mal schön von den Italienern in Beschlag genommen. Schließlich hatten ja die Franzosen Djibouti und die Engländer nen Teil von Somalia bekommen. Unter den Italienern wurde Eritrea erstmalig ein eigenständiges Territorium – und natürlich italienische Kolonie. 1941 kamen dann die Alliierten daher und beschlossen, Eritrea unter britische Verwaltung zu stellen. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges überlegten sich die Vereinten Nationen dann, dass Eritrea nun eine Föderation mit Äthiopien eingehen solle. Gesagt getan. Eritrea verschwand von der Landkarte und Haile Selassie machte sich daran sukzessive daran, Eritrea auszuhöhlen. . Dem Herrn Hamid Idriss Awate, das war einer von den Eritreanern, ist dann irgendwann die Hutschnur hochgegangen. In Amba Adal hat er mit ein paar Kumpels eine Polizeistation überfallen, um sich ein paar Waffen zu besorgen. Das war sozusagen der Startschuss für den Unabhängigkeitskampf von Eritrea. Eine handvoll eritreanischer Guerilliakämpfer stand einer Übermacht an Soldaten, die mit allem Kriegsschnickschnack das zwanzigsten Jahrhunderts ausgestattet waren gegenüber. Eritreanische Frauen und Männer kämpften Seite an Seite. Ganze Städte wurden unterirdisch errichtet. Dort gab es Schulen, Krankenhäuser, Fabriken und und und. Das kann man sich auch heute noch ansehen. Der Krieg dauerte 30 Jahre – über 65000 Menschen ließen ihr Leben und mehr als ein drittel der Bevölkerung floh ins Ausland. Unter anderem auch nach Deutschland, wo noch heute tausende von Eritreanern leben.
Am 24. Mai 1993 erschien Eritrea nach einer Volksabstimmung zur Unabhängigkeit zurück auf der Landkarte.
Wer nun glaubt, dass seitdem alles gut ist, der ist schief gewickelt. Seit 1997 befindet sich das Land im Grenz-Streit mit Äthiopien. Und wieder hat sich die UN eingeschaltet und in der Grenzregion Beobachter stationiert, um den rechtmäßigen Grenzverlauf zu markieren. In Den Haag wurde zwar ein Abkommen von beiden Ländern unterzeichnet, doch die Streitigkeiten gehen weiter und werden nun einfach über Somalia ausgetragen.
Genug von all dem. Nicht die Geschichte trieb uns nach Eritrea, sondern vielmehr die unendliche Sehnsucht des Herrn L. nach Abenteuer und brennender Hitze. Und heiß isses an der Küste, da gibt es keinen Zweifel. Wir sind vom Süden aus in das Land eingereist. Immer schön am Meer lang. An der Grenze wurden wir von einem Haufen Soldaten in verschlissenen Uniformen willkommen geheißen. Schnell ein paar Fragen gestellt und unsere Pässe gestempelt und schon durften wir weiter reisen. Unseren ersten Abend verbrachten wir in Assab mit leckerem Asmara Bier und Fisch. In Assab kamen wir auch mit dem unendlichen Papierkram Eritreas erstmalig in Berührung. Für die Weiterreise mit dem eigenen Fahrzeug benötigten wir nämlich ein Travel Permit. Dieses Permit holt man sich unter Vorlage aller möglichen Papiere und Kopien und der Zahlung eines kleinen Betrages im eritreanischen Verkehrsbüro. Dann darf man weiterfahren. Dieses Permit sollte uns schon mal einen Vorgeschmack auf die uns nun bevorstehende Bürokratie geben.
Wir fuhren weiter … immer anner Küste lang. Unglaubliche Strände, blaues Meer (die Algen hatten wohl gerade keine Saison) und 50 Grad. Unterwegs findet man kleine Dörfer, wo es die für Afrika obligatorischen Bestände im Bretterbudenlädchen gibt – Fisch ausser Dose, Nudeln und Zwiebeln gibt es immer. In Massawa haben wir uns mit dem nötigsten eingedeckt und uns dann für ein paar Tage einige Kilometer vom Ort entfernt am Strand nieder gelassen. Unsere Nachbarn, die Nomaden grüßten uns freundlich, ließen uns aber ansonsten in Ruhe. Und so genossen wir mal wieder kilometerlange Sandstrände - quasi für uns alleine – nächtliche Lagerfeuer mit Stockbrot und ganz viel BadiBadi im Roten Meer.
Als wir mit all dem Relaxen denn doch durch waren, sind wir weiter nach Asmara gefahren. Asmara, das ist die Hauptstadt von Eritrea. Und laut Christof gibt es dort die schönsten Frauen auf der großen weiten Welt. Der Christof, der muss das ja wissen. Is ja schon nen bischen rumgekommen. Neben all den Schicksen  gibt es in Asmara eine unendliche Anzahl an Patisserien. Und dort wird der beste Kaffee serviert, den wir jemals je getrunken haben. Cappuccino, Macchiato, Latte – einfach unglaublich! Und dazu kleine Küchlein und Leckerlis serviert von den bereits erwähnten Schönheiten. Hand aufs Herz – wer wie wir zu den bekennenden Kaffeeholikern gehört, der wird Asmara lieben.
In Asmara wollten wir uns um Visa für den Sudan und Ägypten kümmern. Also sind wir des Montag morgens in aller Früh zu der Ägyptischen Botschaft getigert. Die haben uns auch gleich willkommen geheißen. Aber ein Visum geben wollten die uns nicht. In Asmara bekommen nur die Eritreaners ein Visum für Ägypten. Ausländer müssen sich das wo anders beschaffen. Hm, is ja blöd ham wir uns gedacht und sind weiter zur Sudanesischen Botschaft gelaufen. Die haben gemeint, das sei ja prächtig, dass wir den Sudan besuchen wollen und uns eine ganze Reihe Papierkram aufgebrummt, um das Visum zu beantragen. Da haben wir uns also durch die Formulare gewühlt und Kopien angefertigt und sind wieder hin zur Botschaft. Wunderprima – wunderbar: Am Freitag sollten wir wieder kommen und dann würden wir das Visum erhalten. Na gut, die Zeit überbrücken wir schon irgendwie, dachten wir uns so. Und dabei sind wir so richtig kreativ geworden.
10-Stufen-Plan zur Überbrückung von Wartezeit in Asmara
1. Stadtführung mit Herrn C. Leffler unter besonderer Hervorhebung der außerordentlich faszinierenden Art-Deco-Architektur der Stadt Asmara
2. Besuch eines Weltklasse-Filmes im extrem stylischen Kinopalast (wir haben Mr. Bean gesehen und neben uns gab es nur 2 weitere Besucher im Kino)
3. Bar-Hopping durch die Szenebars Asmaras (war ein feuchtfröhlicher Abend mit Ginginerino – das ist ein Cocktail, den wir erfunden haben und der ist extrem empfehlenswert – auch unter dem Aspekt des Preis-Leistungsverhältnisses). Unter anderem sind wir in einer Retrobar gelandet in der es so richtig gute Retromucke auf die Ohren gab und wir einen Riesenspaß bei der Beobachtung von zwei weißen alten Säcken hatten, die sich mit Damen von der horizontalen Front in Kommunikation befanden
4. Hotel-Hopping durch die Budgethotels Asmaras, damit wir immer mal frischen Wind in den Laken hatten
5. Alte Loks begucken. Das kann man in Asmara nämlich tun. Eine handvoll ehemaliger Lokmechaniker hat sich vor ein paar Jahren zusammengetan, die uralten italienischen Loks von den Abstellgleisen geholt und wieder auf Vordermann gebracht. Heute kann man mit den Oldis von Asmara bis an die Küste nach Massawa fahren. Das ist eine extrem reizvolle Strecke mit Dutzenden von Tunneln und Brücken.
6. Tausendundeinen Kaffee trinken und dazu unverschämt viele Kalorien in Form von Kuchen zu sich nehmen
7. Einheimische Küche genießen. Dabei gehört Njera mit Sicherheit zu den Favoriten. Njera das ist eine Art Riesenpfannekuchen, der aus Teff zubereitet wird. Und Teff, das ist ein ganz besonderes Getreide, das es in Eritrea gibt und das anscheinend ungemein gesund ist und lecker obendrein. Auf das Njera drauf wird Gemüse oder Fleisch und lecker Pampe gekippt und dann isst man das ganze mit den Fingern. Mjam!
8. Travel-Permits organisieren. Weil nämlich für die Weiterfahrt zur Sudanesischen Grenze brauchten wir ja ein Permit von den Eritreaner. Und um das zu bekommen, muss man in ganz viele Büros gehen und mit ganz vielen Leuten sprechen und die, die rufen dann andere Leute an und reden prima viel und das endet darin, dass die dann einen Brief schreiben mit dem man in ein weiteres Büro gehen muss und dort bekommen man dann das gewünschte Permit.
9. Diesel organisieren. Diesel ist in Eritrea nicht so ohne weiteres und für jeden erhältlich. Für Touristen gibt es das nur beim Government. Um zu erfahren, wie man da dran kommt siehe Punkt 8
10. Socializing mit der Bevölkerung. Und das, das geht ganz ratzifatzi. Weil nämlich es gibt so viele Deutsch sprechende Menschen in Asmara, die zufällig immer in den gastronomischen Betrieben umtriebig waren, in denen auch wir uns befanden und auch sobutz das Gespräch mit uns suchten, dass uns der Verdacht kam, dass dies nicht ganz mit rechten Dingen zugehen könne. Sehr wahrscheinlich, war da die Eritreanische Stasi auf uns angesetzt worden und checkte uns bei jeder Gelegenheit ab 
11. Sudanesische Botschaft besuchen. Um auch wirklich sicher zu stellen, dass unser Visum am Freitag vorliegt, haben wir auch unter der Woche mal kurz bei den Sudanesen reingeschaut. Keine große Überraschung – natürlich bekamen wir am Freitag kein Visum für den Sudan und sind die Woche drauf täglich in der Botschaft vorstellig geworden alles ohne Erfolg
OK, der letzte Punkt ist kein wirkliches Highlight unseres Asmara-Aufenthalt-Planes gewesen.
Während der ganzen Zeit haben wir tolle Menschen kennen gelernt. Zum Beispiel den Baira. Der hat über jahrzehnte in Deutschland gelebt und gearbeitet. Nun ist er zurück nach Eritrea gegangen, hat sich ein Häuschen gebaut und tut so dies und das. Der Baira, der hat uns einen Friedhof der Kriegsmaschinen gezeigt. Das ist ein riesiges Areal gleich am Rande der Stadt, wo alles erdenklich Kriegsgerät rumliegt und –steht und so vor sich hinrostet. Leider darf man da nicht so einfach rumfotografieren. Ja und der Baira, der hat uns auch obendrein noch das beste Njera vorgesetzt, dass wir in Eritrea gegessen haben. Und wer hats gekocht? Seine ganz besonders entzückende Nichte, die hat es gekocht.
Auf der Deutschen Botschaft haben wir die Bekanntschaft mit der Heide gemacht. Man soll es ja nicht glauben, aber nach all den Erfahrungen, die wir mit unseren Botschaften so gemacht haben, ist dieses wohl die herzlichste und willkommenste. Wir wurden freundlichst begrüßt und sogar mit Tee versorgt. Noch besser; unser Anliegen wurde ohne langes Brimborium und ohne Gebühren vonner Botschaft prompt erhört.
Und dann haben wir noch einen ganz besonders engagierten Polizisten von der Asmara-Truppe kennen gelernt. Wir cruisten so durch die Straßen der Stadt als plötzlich ein blau-weißes Motorrad neben uns auftauchte und rechts an den Straßenrand drängte. Böses Motorrad das. Der Polizist, der vom Motorrad stieg, der war genauso garstig wie sein Motorrad. Der hat nicht einmal „Guten Tag“ zu uns gesagt. Wie unhöflich! Sacht der: „Follow me!“ Sagen wir: „Why?“ Schreit der „I said, Follow me“. Sagen wir „Nö“. Brüllt der „You follow me!“ Sachten wir „Na gut“. Und schon düsten wir mit ihm durch die ganze Stadt bis hin zu einer Polizeistation, die wohl eher einem Verlies glich. Stell sich das mal einer vor. Wir mussten durch ein Tor gehen, das so niedrig war, dass wir uns bücken mussten, und gelangten in einen Innenhof. Rund um diesen waren winzige verliesähnliche Zellen angeordnet. Einige von uns schluckten erst mal heftig. Wir wurden brüsk in ein kleines Zimmer mit Lehmboden geführt in dem ein kleiner Holztisch und ein wacklige Bank standen. Hinter dem Tisch platzierte sich unsere neue Bekanntschaft. „Sit down“ Dann forderte er unsere Papiere zu sehen. Wir nicht dumm und extrem Afrika erfahren, gaben ihm erst mal nur Kopien der Dokumente. Das fand der Mann des Gesetzes überhauptensnicht lustig und fing auch sogleich an zu brüllen. Wir konterten mit verbaler Schmähung, was nicht gar nicht gut bei unserem Gegenüber ankam. Uns wurde mitgeteilt, wir dürften mit unserem Nummernschild nicht in Eritrea auf die Straße. Wir sagten: „Was? Geht’s noch?“ Er drohte uns hops zu nehmen, wir drohten alles unserem Botschafter zu petzen. Das ging eine Zeit lang so hin und her über den kleinen Holztisch, dann entschied der Mann des Gesetzes, das es wohl besser wäre seinen Vorgesetzen hinzuzuziehen. „Follow me“ und wieder düsten wir durch halb Asmara hinter dem Schacko her bis zum Hauptrevier. Der Oberpolizeimensch empfing uns gleich am Eingang, schüttelte uns freundlich die Hände, sah sich unsere Papiere an … entschuldigte sich für den Übereifer seines Untergebenen, entließ uns mit erneutem Händegeschüttel und den besten Wünschen für unsere Weiterreise. Na prächtig! Und dafür das ganze Hin-und-Hergegurke!
Obwohl wir uns natürlich bestens mit all diesen neuen Bekanntschaften amüsierten, verfolgten wir weiterhin unseren eigentlichen Aufenthaltsgrund in Asmara: das Visum für den Sudan. Leider konnten wir da so viel verfolgen wie wir wollten – die Sudanesen vertrösteten uns von Tag zu Tag. Und irgendwann muss ein Reisender halt tun, was ein Reisender tun muss. In unserem Fall hieß das, das nächste Reisebüro aufsuchen, einen Flug nach Kairo buchen und ab zum Flughafen. In Kairo gibt es nämlich Visa am Laufenden Band, so wurde uns von anderen Reisenden zugetragen. Aus Kostengründen wählten wir einen Flug mit der Yemenia Air mit Zwischenstopp in Sana’a / Jemen. Auf dem Hinflug kamen wir sehr spät im Jemen an und wurden in einem Affenzahn in ein recht übles Hotel am anderen Ende der Stadt verfrachtet. Von dort ging es in aller Herrgottsfrüh wieder zum Flughafen, ab in den Flieger und nach einigen Stunden begann der Pilot den Landeanflug auf Kairo. Und der ist recht spektakulär, weil man direktemente über die Pyramiden und die Spinx hinwegfegt. Was nen gigantöser Ausblick. Und was für eine Nase (*kleiner Insider für alle Asterix und Obelix-Freaks unter euch).
In Kairo haben einige von uns ihr Gepäck auf den Rücken geschnallt (andere haben eine Gepäck-Verlustmeldung beim Yemenia-Manager am Flughafen abgegeben) und sind zur Busstation getrabt. Da es in Kairo und Ägyptsien im Allgemeinen ja nur arabische Ziffern und Schriftzeichen gibt, war es gar nicht so leicht den richtigen Bus zu finden. Weil wir aber ganzschön gewiefte Reisende sind, haben wir den Bus gen downtown nach einiger Zeit ausfindig machen können. Noch kurz das Gen-Osten-Gebet des Fahrers abgewartet und schon ging das los. Der Bus, der war rappelvoll mit Männern. Und die Männer, die waren alle ganz schön hungrig und dadurch auf Krawall gebürstet. Weil, es war nämlich gerade Ramadan und da darf der gemeine Muselmann nur ganz früh morgens oder spät abends etwas essen. Und weil die halt alle bischen aggro waren, haben die sich ein paar Musels auch gleich mal mitten im Bus angefangen zu prügeln. Den Rest der Fahrgäste hat das eher amüsiert.
Downtown angekommen haben wir uns in ein schnuckeliges Hostel eingemietet. Die Landlords dort waren extrem hilfsbereit und haben uns sogleich einen Schnellkurs in arabischen Ziffern gegeben. Danach waren Bus-Nummern und Preisschilder kein Thema mehr für uns. Das Hostel, das war gleich ums Eck vom Ägyptischen Museum und vom Hilton ... also genau unser Zielgebiet. Weil im Ramadan ist es extrem schwer an Alkoholitäten zu kommen. Außer natürlich im Hilton, wenn das Bier dort auch gleich ein stattliches Sümmchen kostet. Aber wenn man son Tag im Kairo-Smok unterwegs ist, dann gibt das nix tolleres als ein leckeres kühles Pilsbier in gediegenem Ambiente am Abend 
Wir haben eine Woche in Kairo verbracht. Über Tag haben wir uns in Botschaften und im Museum rum getrieben. Wir waren auf der Sudanesischen Botschaft, wo wir unser Visum in nur 2 Stunden erhielten. War zwar etwas teurer, aber heureka unsere Weiterreise war gesichert. Dann haben wir auch noch in der deutschen Botschaft hallo gesagt, um mal wieder neue Pässe zu bekommen. Unsere alten waren mal wieder voll. Wo waren wir noch? Bei den Syrern, bei den Jordaniern ... Im Ägyptischen Museum haben wir einige Stunden damit zugebracht uns extrem schrumpelige Mumien, hunderte von Sarkophagen, unzählige Schmuckstücke, Grabbeigaben, Säulen und und und anzusehen. Das Museum ist vollgestopft mit Schätzen und Altertümern. Nach ein paar Stunden waren fix und foxi. Und weil wir so groggy waren, machten wir uns auf die Suche nach Nahrung. Gar nicht so einfach, wenn Ramadan ist. Also strichen wir so durch die Straßen der Stadt, mal rechtens mal linkens und wunderten uns nicht schlecht als wir plötzlich an meterlangen Tisch vorbeikamen, die einfach mitten auf der Straße standen. Die Tische bog sich unter arabischen Leckereien und an den Tischen saßen hunderte von Kairoanern. Die hießen uns Platz zu nehmen und uns dazu zu gesellen. Na wie freundlich dachten wir uns. Komisch nur, dass niemand etwas von den Hochgenüssen vom Tisch nahm. Alle saßen nur da und kauten sich gegenseitig auf die arabischen Ohren ab. Bis sich eine uns wohlvertraute Stimme über die Stadt erhob. Der Muezzin stimmte seine fröhlichen Weisen lauthals an. Und das war denn auch das Kommando für die hungrigen Ramadan-Anhänger. In nur wenigen Minuten wurden die Tische von ihrer Last befreit. Was nen Gelage. Und das wiederholt sich Abend für Abend während des Ramandans in Kairo. Ganz großes Kino.
Ja und dann war die Woche auch schon wieder vorbei und wir setzten uns wieder in den Yemenia Flieger. Diesmal aber in die Business Class, weil die Judith einen Aufstand wegen ihres fehlenden Gepäcks geprobt hatte. Haha, und das war schon ganz nett da inner Business. Is man ja nicht gewohnt, so als Reisender der Staubpiste. In Sana’a gab es wieder einen nächtlichen Zwischenstopp, den wir diesmal zu einem Ausflug in die alte Stadt nutzen. Wir sind einfach in ein Jemen-Trotro reingehüpft und bis ans große alte Tor der Stadt gefahren. Die alte Stadt war zum Bersten mit Männern (ja, hier gehen die Frauen gemeinhin nicht einmal in männlicher Begleitung des Nächtens auf die Straße) und der Judith gefüllt. Und Händler boten die prächtigesten arabischen Säbel, Gewänder, Gürtel, Geschmeide und auch Gewürze, Datteln und Dinge, die die Welt nicht braucht an. In sekundenschnelle war Judith dem Konsumrausch verfallen und feilschte wie eine Große mit den Herren der Waren. Großer Spass! Und extrem erfolgreich. Mit fetter Beute kehrten wir nach ein paar Stunden in unsere Suite im Dreckshotel zurück – wer Business Class fliegt, kann ja schließlich nicht in einem ordinären Zimmer hofieren.
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Asmara, wo wir unser Auto abholten und uns auch sogleich auf den Weg in Richtung Sudan aufmachten. Wir fuhren über Stunden durch eine überaus entzückende hügelige Landschaft. „Christof, schau doch nur der hübsche See in diesem malerischen Tal – wie reizend“. Einige von uns konnte sich gar nicht mehr einkriegen vor Begeisterung, was sicherlich nicht nur an dem tatsächlich schönen Szenario sondern auch an dem Hochgefühl lag, endlich wieder auf der Straße zu sein. Am späten Nachmittag hatten wir dann den letzten Posten Eritreas erreicht. In gewohnter Manier marschierten wir mit unseren Dokumenten bewaffnet in die Bretterbude. Freundlich grüßten wir die Soldaten mit einem fröhlichen „Schalömchen“ und übergaben unser Travel Permit sowie unsere Ausweise. Unser Frohsinn fand ein abruptes Ende als uns erwidert wurde „Prächtig, dass ihr hier seid. Aber weiter geht es nicht. Euer Permit endet hier. Die letzten 500 Meter dürft ihr nicht mit dem Auto fahren. Der Wagen bleibt hier. Ätsch!“* (*für unsere der englischen Sprache nicht mächtigen Lieben da draußen, haben wir den Text mal übersetzt) Zuerst dachten wir, haha wie lustig, ein Späßchen. Dann wurde uns klar, dass die das ernst meinten. Die wollten unsere Emma wirklich an der Grenze still legen. Uns wurden folgende Optionen offeriert: a) ihr fahrt mit dem Bus zurück nach Asmara und holt euch ein neues Permit, das von der Grenzstation bis zur Grenze gültig ist oder b) ihr lasst das Auto an der Grenzstation stehen und geht zu Fuß weiter. Waaaaas? Alles Argumentieren und Brüllen half in nichts. „Vorschrift sei Vorschrift“, sagten die Soldaten und „Bischen mehr Respekt vor dem Militär“ sagten sie auch noch. Hier mussten neue Methoden eingesetzt werden, das wurde Christof und Judith klar. Wie gut, dass die Waffen eines Madels internationale Gültigkeit und Anerkennung finden. Auftritt Frau Bräuer: Sie ließ sich einem tiefen Seufzer auf die Holzbank in der Obersoldatenstube sinken und fing gar herzzerreißend an zu schluchzen. Ein Wehklagen erhob sich über Eritrea! Durch die Stille der Savanne schnitt ein Wimmern und Jammern! Tränenströme füllten den staubigen Boden der Stube. Die Performance der Frau Bräuer war gar so überzeugend, dass selbst der Herr Leffler zunächst befremdet, dann gar betroffen auf das Häufchen Bräuer hinab sah. Und was die männliche Spezies Europas in die Knie zwingt, das geht auch an einem Afrikaner nicht spurlos vorbei. „Was hat sie denn bloß?“ * schluchz * „Frau, warum weinst du denn?“ * wimmer * „Bitte, bitte hör doch auf zu weinen.“ * jaul * „Ist ja gut, ihr könnt weiter fahren.“ Alsdann bekamen wir Stempel in unsere Pässe und erklommen wieder unser Gefährt. So, gut hat sie das gemacht die Frau Bräuer! Schnell brausten wir über die Grenze bis zum sudanesischen Posten. Auch dort hieß man uns herzlich willkommen ... auch dort nahm man unsere Papiere entgegen ... und auch dort vernahmen wir mit Entsetzen „Ohne Travel Permit lassen wir euch nicht weiter fahren.“ In diesem Fall war es so, dass wir überhaupt kein Permit in der Hand hatten, weil wir schlichtweg keine Information bekommen hatten, dass wir ein solches im Sudan vorweisen mussten. Die Sudanesen ließen mal gar nicht mit sich reden und verfrachteten uns einfach zurück an den eritreanisch-sudanesischen Grenzbaum. Dort angekommen, ließen die Sudanesen die Eritreaner antraben und fingen wild gestikulierend eine hitzige Diskussion an. Die Sudanesischen Soldanten wollten uns von ihrer Seite des Grenzbaums weg haben – die Eritreanischen Soldaten wollten uns nicht mehr in ihr Land lassen. Weil nämlich kein Visum, kein Permit und sowieso. Das ist mal kein schönes Gefühl, wenn einen so gar keiner haben will. Das hatten wir auch nicht verdient! Und auch die unter Aufbringung nunmehr immenser Anstrengungen hervorgezauberten Tränen der Frau B. beeindruckten niemanden mehr. Letztendlich siegte die Argumentationskunst des Eritreanischers. Oder vielleicht hatte er auch schlichtweg keine Lust mehr, sich mit so unorganisierten und uneinsichtigen Touristen rum zuschlagen. Er überzeugte die Sudanesen uns bis zum ersten Ort im Sudan zu eskortieren und dort alle notwendigen Dokumente auszustellen. Ein guter Eritreaner das! Frau Bräuer ist immer noch von der Nachhaltigkeit ihrer Tränenwirkung überzeugt 
Nach einigen Stunden hatten wir alle Papiere in der Tasche und weil wir gar so viel Zeit verloren hatten mit all dem Palaver, beschlossen wir, die Nacht durchzufahren. Wir machten nur Halt, um an der Straße eine Kleinigkeit zu essen. Was sich allerdings als nicht durchführbar erwies, weil wir nur mit Dollar zahlen konnten. No Sudanese Währung – no Futter  Da mussten wir ganz tief in unsere Küchenkiste greifen. Zum Vorschein kamen 2 Dosen Thunfisch, den wir uns genüsslich einverleibten. Und die um 2 Uhr Nachts angesteuerte Tankstelle, bei der wir Diesel erwerben wollten, nahm denn doch USD. Hat urlange gedauert, bis wir denen plausibel gemacht hatten, was wir wollten – dafür gab es dann aber eine ultrastylische Fotosession mit den Tankwarts und Christof.
Bei Sonnenaufgang genossen wir in Dongola Tee und Falafel-in-Fladenbrot, bevor wir die Fähre über den Nil nahmen. Am anderen Ufer folgten wir dem Verlauf des Nils in Richtung Norden. Immer wüstige wurde die Piste, immer kleiner die Dörfchen, in denen so exorbitant schöne Frauen ihre Köpfe aus den Toren streckten, dass Herr L. sich spontan entschied, eine Sudanesin zu ehelichen. Weil wir es ja aber eilig hatten, entschied er sich denn doch, diesen Plan noch einmal zu überdenken. Und so fuhren weiter in die Wüste hinein. Als es schon anfing dunkel zu werden, tauchte links neben der Piste ein Toyota auf, um den sich eine Reihe von Wüstensöhnen in weißen Gewändern versammelt hatte. Wir Reisenden von der hilfsbereiten Sorte bremsten natürlich sofort, vollführten ein angemessenes Begrüßungsritual und erkundigten uns nach dem werten Befinden. So erfuhren wir denn, dass die Herren Schwierigkeiten mit ihrem Wagen hätten, ihr Begleitfahrzeug schon Stunden voraus sei und man unsicher sei, ob die Fahrt vorgeführt werden könne. Wie gut ist es doch, wenn man ein Mechaniker ist. Da kann man sich immer nützlich machen. Der Herr L. begutachtete den Toyota und diagnostizierte, dass einer langsamen Weiterfahrt nichts im Wege stehen würde. Zur Vorsicht, würden wir aber mit unserer Emma direkt hinter dem Toyota fahren. Dann ging es gemeinsam weiter auf der Sandpiste. Irgendwie schafften es die Unglücksraben, nachdem wir einige Kilometer zurückgelegt hatten und es bereits dunkel war, von der Piste abzukommen und sich übelst im Sand festzufahren. Da denkt man, die Sudanesen, die kennen sich aus mit der Wüste. Pustekuchen! Christof ließ nur trocken „Nen Toyota ist halt kein Kamel“ verlauten und dann befreiten wir den Wagen mit vereinten Kräften aus dem Sand.
Nach einer heißen Nacht in der Wüste erreichten wir am nächsten Tag endlich Wadi Halfa. Von dort aus fährt man mit der Fähre über den Nil bis nach Assuan/Ägypten. Übrigens derzeit die einzige Möglichkeit vom Sudan nach Ägypten auf dem Land-Fluss-Weg zu reisen. Die Chinesen bauen zwar fleißig an einer prächtigen Strasse, weil se aber noch nicht fertig damit sind, muss man derzeit den Nil nutzen. Wadi Halfa ist nun wirklich das klassische Drecksnest schlechthin. Hier trifft sich alles, was da Handel zwischen den beiden Ländern betreibt. Es gibt kleine Restaurants – nicht was ihr euch darunter vorstellt; das sind Bretterhütten mit Lehmboden; darin stehen einfache Holztische und –stühle; serviert wird Foul, eine Matsche aus Bohnen und Gewürzen, dazu gibt es eine Art Fladenbrot – und ein paar Läden, wo man das Notwendigste erwerben kann. Ja und dann ist da natürlich der Hafen. Dort organisierten wir uns Tickets für die Fähre und erledigten unsere Zollformalitäten. Hört sich so einfach an, isses aber nicht. Ständig muss man auf der Hut vor den Guides sein. Jeder versucht einen zu überzeugen, dass man ohne ihn keine Zollpapiere erhält oder keine Überfahrt buchen kann. Und dabei sind die Herrschaften recht überzeugend. Wir haben uns bis auf einen kleinen Ausrutscher von Frau B. von diesen Abzockern ferngehalten. Die ganze Prozedur zieht sich über Tage hin. Und das ist kein Spaß, weil in Wadi Halfa kann man einfach gar nichts tun, außer sich ein schattiges Plätzchen zu suchen – was so mitten in der Wüste eine echte Herausforderung darstellt – und von Zeit zu Zeit ein wenig Foul und einen Tee zu sich zu nehmen. Von Bier kann man nur träumen. So etwas gibt es im Muselstaat Sudan nicht. Zum Schlafen sind wir immer ein Stück aus dem Ort rausgefahren ... an der stinkenden Müllhalde vorbei bis hinter die ersten großen Dünen. Dort haben wir uns dann einfach in die Wüste gestellt und unser Zelt aufgeklappt. Natürlich spricht es sich in Wadi Halfa schnell rum, wenn da zwei Weiße in der Wüste campen. Und so bekamen wir denn auch von Zeit zu Zeit Besuch. Eines Abends schauten ein paar Kinder bei uns vorbei. Auf einem Eselskarren, der von einer vielleicht Siebenjährigen gelenkt wurde, kamen wohl ein Dutzend Zwerge im Alter von zwei bis sieben zu unserem Lagerplatz. Die Mädchen hatten ihre Füße und Hände wunderschön mit Henna bemalt. Weil wir uns sprachlich so gar nicht verständigen konnten, machten wir zunächst einfach Faxen. Dann fingen wir an, uns gegenseitig Lieder vorzusingen. Und als wir damit durch waren, spielten wir ein paar Runden Fangen im Sand. Ganz großer Spaß! Eines der kleinen Mädchen war so von der Judith begeistert, dass sie ihr immer wieder einen Schmatzer aufdrücken musste. Sehr zum Vergnügen der anderen Kinder. Irgendwann senkte sich die Sonne hinter den großen Dünen und die Kinder stiegen wieder auf ihren Wagen und eselten davon.
Nach vielen Tagen des Wartens kam dann endlich die Fähre. Wir hatten durchgesetzt, dass wir entgegen aller üblichen Reglements nicht auf das Passagierschiff gehen würden, sondern zusammen mit Emma mit der Lastenfähre nach Ägypten reisen würden. Die Fähre bestand aus einem Frachtschiff und zwei daran befestigten Pontons. Auf einem dieser Pontons parkten wir unsere Emma. Die Crew bestand aus ungefähr 10 Seemännern in wallenden langen Gewändern. Und es gab nicht etwa Zimmer mit Dusche und nen Restaurant. Nehe! Geschlafen haben wir im Zelt, gewaschen haben wir uns überhauptensnicht und zu Essen gab es alle möglichen köstlichen Pampen, die wir gemeinsam mit der Crew unter einer Zeltplane auf Deck zu uns nahmen. Und Hand aufs Herz, eine Kreuzfahrt mit einem Luxusliner hätte nicht schöner sein können. Langsam schipperten wir den Nil rauf. Immer wieder tauchte am Ufer ein Ägyptisches Megamonument auf. Christof übte sich als Kapitän, Judith räkelte sich in der Sonne und quatsche mit der Crew. So schön! Leider war all diese Herrlichkeit nach drei Tagen vorbei. Wir erreichten Assuan um die Mittagszeit und nach einem kurzen Anlegemanöver, hätten wir Emma eigentlich von Bord fahren können. Wenn sie denn gefahren wäre. Die Gute wollte einfach nicht anspringen. Selbst der schnell organisierte Diesel, auf die Vermutung hin, dass die Arme treibstofflos sein, konnte sie nicht zum Starten bewegen. Also haben wir ihr einfach einen Schupps gegeben und da rollte sie dann von Bord, setzte kurz mit der Anhängerkupplung auf und hatte hatte alsbald das ägyptische Ufer erreicht. Gut gemacht, Emma!
Als Auto fahrender Reisender in Ägypten muss man zunächst eine Vielzahl von Formalitäten erledigen. Man muss eine Versicherung kaufen, neue Nummernschilder erwerben, den Zoll bezahlen und und und. Die Assuaner haben als zusätzliche Hürde, die verschiedenen abzuklappernden Büros weit über die ganze Stadt gestreut, so dass man ellenlang unterwegs ist, um von einem Office zum anderen zu gelangen. Zu diesem Bürokratiemarathon waren wir aber nicht alleine angetreten. Auch ein Südafrikanisches Ehepaar mit Auto und zwei Italiener auf Motorrädern mussten sich durch den Dokumentenberg kämpfen. Und weil das ja gemeinsam alles viel einfacher ist, haben wir uns mit den anderen Reisenden zusammen getan. Und da konnten wir dann mal lernen, wie sich andere so im Ausland verhalten. Für die Herren war es nämlich eine Normalität mit Dollars nur so um sich zu schmeißen. Noch bevor sie irgendeinen Beamten begrüßten, waren in dessen Taschen schon einige Banknoten verschwunden. So was beklopptes! Die waren doch tatsächlich der festen Überzeugung, dass man ohne Bestechung mal gar nichts erreichen würde in Afrika. Mal ganz ehrlich ... in all den Wochen, die wir unterwegs waren haben wir niemals nie irgendwen bestochen. Wann immer wir einem korrupten Staatsdiener begegnet sind, haben wir entweder mit unserem unglaublichen Charme oder wenn notwendig mit viel Gebrüll unsere Formalitäten erledigt. Bestechen kam gar nicht in Frage! Das teilten wir auch unseren dollarverstreuenden Kameraden mit, die sich aber leider nicht davon überzeugen ließen. Als wir nach zwei Tagen alles erledigt hatten, waren die Genossen um einige hundert Dollar ärmer – die meinten doch selbst dem Taxifahrer einen Obolus zahlen zu müssen, der bei weitem einem durchschnittlichen Monatslohn in Ägypten überstieg – und wir waren total entnervt. Wenn sich alle anderen Reisenden in dieser Art und Weise im Ausland verhalten, dann ist es gar kein Wunder, dass überall die Hand aufgehalten wird. Ist ja anscheinend normal! Unglaublich!
Wir waren froh, als wir uns wieder auf den Weg machen konnten und unsere Dollarfreunde zurück ließen.
Unser Navi sagte uns: noch 3790 km Luftlinie bis nach Osnabrück.
Also gaben wir Doppelgas und brausten bis tief in die Nacht immer weiter in Richtung Norden. Das wurde der Emma anscheinend irgendwie zu viel. Es war wohl so um die elfte Stunde als zunächst Emma’s Licht weniger wurde und nach einiger Zeit, der Wagen einfach ausging. Großes Grübeln! Christof schaute tief in die Seele des Wagens und entschied nach einiger Zeit – es sind die Batterien - Wir müssen Emma anschieben. Da wir mal wieder in the middle of nowhere gestrandet waren und das auch noch im Dunkeln war das gar nicht so wirklich einfach, zumal wir ohne fremde Hilfe den Wagen keinen Zentimeter weit bewegen konnten. Aber mit viel Bein und Liebreiz konnte die Judith denn doch nach einiger Zeit einen Geländewagen mit zwei weißbetuchten Ägyptern stoppen. Christof setzte sich ans Steuer und zu Dritt konnte Emma in Gang geschoben werden. Da waren wir mal heilfroh. Christof wartete im Wagen und die Judith bedankte sich noch höflich bei den Helfeshelfern. Dem einen war der leichte Händedruck wohl nicht wirklich genug und so riß er die Judith an sich und flüsterte in die Nacht hinein „Kiss me“ – uaaah! Da ist die Judith aber ganz schnell zum Christof ins Auto geflitzt und schon sindse losgebraust. Christof erfuhr erst später von dieser Kiss-Situation und fand es derart belustigend, dass er auf der weiteren Reise von Zeit zu Zeit die Judith mit einem „Kiss me“ erschrecken tat.
Damit wir nicht wieder in so bedrängende Geschichten hineinschlittern taten, machten wir am nächsten Tag Halt in der Touri-Hochburg Hurghada. Weil da gibt es nämlich alles zu kaufen. Die Emma bekam eine neue Batterie, die Judith ein paar Fläschen Martini ... nur der Christof, der hat nix gekriegt.
In den nächsten Tagen fuhren wir weiter an der Küste Ägyptens lang – durch den Suezkanal hinüber in den Sinai, wo es herrlich heiß war. Einen kurzen Stopp erlaubten wir uns noch in Sharm-el-Sheik, einem weiteren Touri-Moloch. In Ägypten gibt es so viele Touristen, dass die Ausflugsbusse, die ja nur im Konvoi fahren dürfen von wejen der Sicherheit, über Kilometer hinweg schön in der Reihe auf die Ausflugsziele zusteuern. Die längste Busschlange, der wir begegnet sind, zählte über 100 Touristenbusse. Unglaublich! Das ist mal nicht schön!
Darum schenkten wir uns auch jegliche weitere Sehenswürdigkeiten und fuhren straight in Richtung Jordanien. Weil zwischen Jordanien und Ägypten aber viel Wasser ist, muss man eine Fähre benutzen. Und die kostet selbstverständlich ein Vermögen. Half aber nix! Wir mussten da ja rüber. Also verabschiedeten wir uns vom afrikanischen Kontinent und fuhren dann an Bord der Fähre.
Nach vier Stunden hatten wir Jordanien erreicht. Wieder waren Zollformalitäten zu erledigen und Unklarheiten mit den Grenzern wegen unserer Pässe zu klären. Man fand es wohl etwas verwunderlich, dass wir gleich mit mehreren Ausweisen reisten. Und weil Jordanien, wie viele andere Länder, dem Staate Israel nicht wohl gesonnen ist, muss erst einmal ganz sicher gestellt werden, dass man auch ja nicht im verfeindeten Israel zu Gast gewesen ist. Wir konnten unsere weiße Weste nach einigem Hin-und-Her beweisen und durften letztendlich in Jordanien einreisen.
Nach all den Pisten und Potholes in Afrika, kamen uns die perfekt geteerten Straßen, die Beleuchtung, die Wegweiser vor, wie aus einer anderen Welt. Das war schon ein bischen wie ein Kulturschock.
Da wir mittlerweile so weit in den Norden vorgedrungen waren, dass die Nächte unerträglich kalt im Zelt wurden, beschlossen wir die letzten Kilometer bis Deutschland so schnell wie möglich zu absolvieren.
Jordanien durchquerten wir an einem Tag, verließen Syrien nach ein paar Grenzquerelen, die wir zu unseren Gunsten routiniert bewältigen konnten, an einem weiteren Tag und erreichten schließlich Istanbul. In der Türkei sind wir von der Realität der europäischen Preise fast erschlagen worden. Insbesondere die Dieselpreise fanden in keiner Weise Anklang bei uns. Und weil es in Istanbul auch keinen Döner gab – man höre und staune, wir haben es über Stunden in jeder Grillbude versucht und blieben erfolglos – sind wir schnöllstens weiter nach Sophia gefahren. In Sophia hat es uns so ungemein gut gefallen, dass wir beinahe dort geblieben wären. Eine wunderschöne Stadt mit so was von netten Kneipen und Bars. Wow! Christof war besonders angetan von den lecker Mädchen, die es in Sophia zu Hauf gibt. Judith hatte es da mehr mit den schicken Boutiquen :-)
In Österreich verbrachten wir die letzte Nacht unserer Reise. Wir mieteten uns in einem schnuckeligen Landgasthaus ein – so eins, das unglaublich dicke kuschelige Kissen in den Betten hat. Abends zischten wir Bierchen, aßen Schnitzel und Wildragout und fühlten uns so gar nicht mehr als Afrika-Reisende.
Ja, und nu sind wir schon wieder seit Tagen zu Hause an der Wiese. Der Alltag hat uns mit seinen riesigen Klauen fest an sich gerissen.
Kann er ruhig ... uns doch egal!
Weil wir planen nämlich schon wieder die nächste Reise.
DONT PANIC IN MONGOLIA

Nun soll es auch der Letzte erfahren

… wir sind immer noch nicht daheim … immer noch auf großer Fahrt … in fernen Ländern nach Abenteuern jagend.
Ja was is denn dös, wird sich der aufmerksame Verfolger unserer Reise fragen.
Die wollten doch die Imke heim holen. Mission erfüllt und nu?
Aber eins nach dem anderen.
Unser letzter Bericht endete in Port Elizabeth. Nachdem die Emma dort endlich aus der Werkstatt in mit dem Prädikat „geheilt“ entlassen wurde, machten wir uns auch sobutz auf den Weg in den Norden gen Durban. Zwischen P.E. und Durban liegen so ungefähr 900 km hügelige Landschaft. Man passiert dabei unter anderem den Geburtsort vom Herrn Mandela. Interessanterweise wird vor diesem Ort im Reiseführer gewarnt – böse Buben und Genoven erwarten einen an der Stadtgrenze! Uns erwartete zwar kein Schurken, dafür aber ein sehr verdächtiger Geruch aus Richtung Motorraum. Es war zum Haare raufen – nach all den Tagen in der Werkstatt und der dadurch stark dezimierten Geldbörse – die Superhonks aus der Werkstatt in PE hatten einfach die Schrauben nicht angezogen und nun lief das Öl aus allen Öffnungen heraus. Ihr hättet uns mal sehen sollen, wie wir verzweifelt vor der Emma gestanden haben. Den Tränen nahe! Christof fasste sich als erster wieder und erwies sich als Mann der Stunde. Er zog alle Schrauben nach, die sichtbar lose waren. Dann kauften wir noch Öl und fuhren einfach weiter. Kann man ja auch nicht machen, in einer Schurkenstadt hängen bleiben, nich wahr? Nach dieser nerven- und zeitaufreibenden Unterbrechung unserer Fahrt kamen wir auch entsprechend spät in Durban an. Zum Glück hatte der Pizzamann unseres Vertrauens an der Florida Road – jaha wir kennen uns aus J - noch auf und wir konnten unsere Wunden in Rotwein tränken. Das haben wir so gründlich getan, dass wir keine Unterkunft mehr finden konnten und darum einfach in einer Seitenstrasse im Auto geschlafen haben. Sind wir ja genügsame welche!
Am nächsten Tag mussten wir leider feststellen, dass Emma wohl noch an mehr losem Schraubenwerk litt. Die arme rappelte und klapperte erbärmlich. Was tun? Durban erschien Christof, Judith und auch Emma der beste Ort für das weitere Vorgehen. Was zunächst bedeutete, dass wir uns in einem Backpacker einmieteten und erst mal anner Florida hervorragend beim Thailänder gespissen haben. Is ja wichtig, dass man in solchen schweren Zeiten bei Kräften bleibt J
In Durban sind wir nach einem Suchen an Nicki geraten. Der ist mit der Lindi verheiratet und hat eine Landroverschrauberei am Rande von Durban. Und das ist ein richtig guter. Der hat uns nämlich einfach einen Platz in seiner Halle zur Verfügung gestellt und wir konnten selber schrauben. Da haben wir die Emma also wieder mal aufgeschraubt. Ging ganz schnell und war auch gar nicht so schwierig, weil wo immer wir den Schraubenschlüssel angesetzten, stellten wir fest, dass die Schraube nicht festgezogen worden war. Diese Oberstümper, diese südafrikanischen! Ja, muss man denn hier alles selber machen? Besser war das wohl und nach einem Tag Geschuffte, schnurrte das Emma auch wieder wie ein Tigerchen J Was macht man nach einem solch wunderbaren Tag? Klar, man geht an die Florida Road was futtern. (sollte einer von euch je nach Durban geraten, dann wird er sich dort auch häufiger aufhalten)
Weil uns mittlerweile klar geworden war, dass das ja nun wirklich kein schönes Ende einer wunderbaren Reise war, gab es für uns nur eines zu tun. Wir waren bereit – und auch ein bischen breit nach all dem GinTonic – der Christof, die Judith und die Emma – auch den Rest des Kontinents zu erforschen. Bereit zu neuen Abenteuern. Mit dem festen Vorsatz, dass mit dem Schrauben nun Schluss sei und endlich wieder der Fahrtwind unser Gefährte sein sollte. So sind wir … unbeugsam!
Unsere Heimat, die ist im Norden und auf diese Richtung haben wir die Emma eingeschworen. Von Südafrika brausten wir über Swaziland – ist nicht so groß und ging deshalb auch extrem schnell – nach Maputo. Richtig! Das die Hauptstadt von Mosambique. Gut aufgepasst! Da hatte sich in der Zwischenzeit nicht so viel geändert und so sind wir bis zum Zambesi – das is nen echt grosser Fluss in Mosambique, ihr Unwissenden – quasi durchgefahren. Über den Zambesi geht’s nur mit einer Fähre. Die Chinesen arbeiten zwar an einer Brücke, aber die Fertigstellung kann noch was dauern.
Mal just zu den Chinesen und Afrika. Wo auch immer man – insbesondere im Osten Afrikas – auf einen Strassenbautrupp oder eine Brückenbaumannschaft trifft, da kann man sicher sein, dass das Chinesen sind. Hunderte tummeln sich auf dem Kontinent und schaffen eine Infrastruktur. Die Bevölkerung scheint damit so überfordert, dass sie selbst hinter uns – offensichtlich nicht chinesischen Wesen – „China“ hinterher rufen. Nachdem die Deutschen vor vielen Jahren so schöne Monumente und Brücken in Afrika errichtet haben, die immer noch standfest, man möchte fast erdverwachsen sagen, ihre Bestimmung erfüllen, sind es nun die Asiaten, die hier ihre Baukunst zeigen. Warum es die Afrikaner nicht selber machen? Ja, wer soll’s denn tun. Die Afrikaner, die über Bildung und Ausbildung verfügen, die sind längst im Ausland. Wer etwas werden will, der bleibt nicht in Afrika. Ausgenommen natürlich, man geht in die Politik. Das ist eine gute Entscheidung in Afrika. Entweder wird man da ganz schnell extrem reich – frei nach dem Motto, nimm es von deinen armen Untertanen und lebe im Saus und Braus – oder man verliert sehr schnell seinen Kopf. Dazu gibt es später noch eine besonders nette Geschichte vom Haille Selassie – King of Äthiopia.
Wir schweifen ab und verlieren uns in den Schlechtigkeiten des Kontinents.
Das heutige Mosambique wurde einst von den Portugiesen heimtueckisch heimgesucht. Da waren sie aber nicht die ersten. Bereits die Arabs hatten sich – wenn auch nur rein handelsmäßig - im Lande rumgetrieben haben. Die Portugiesen landeten also zunächst auf einer kleinen Insel – die hieß Mosambique, weil der König, der hieß auch so. Macht Sinn, nicht wahr? Da haben die Portugiesen dann zunächst mal derbe Handel mit Sklaven betrieben und dann hats ihnen auf der Insel und dem Festland dahinter so gut gefallen, dasse geblieben sind und sprachen: Fortan möge dieses Land Mosambique heissen und alle mögen Portugiesisch sprechen. Das hat dann ein paar Jahre ganz prima für die Portugiesen funktioniert, die haben kräftig gebaut und versklavt – was man halt so als Kolonialmokel macht. Auf der Isla de Mosambique kann man heute noch ein herrliches Potpourri afrikanischer, arabischer und portugiesischer Kultur geniessen. Auf die Insel gelangt man über eine lange einspurige Brücke. Fragt jetzt bloß nicht, ob die Chinesen auch die gebaut haben. Keine Ahnung! Gut möglich! Als passionierte Inselumrunder haben wir natürlich sofort die Wanderpuschen geschnürt und sind mal flugs drumrum. Sechs Kilometer sind wer gelatscht! Dann waren wir müde und haben uns ein ungemein entzückendes Appartment mit Muscheldusche und Frühstück in Stonetown – das ist der alte Teil der Insel – gemietet. Innem alten Gemäuer - Ganz reizend! Und die Sonne, die hat auch geschienen J Von wegen der Bildung haben wir uns dann noch das alte Ford – äh – Fort angesehen. Dort steht das älteste von Europäern auf der Südlichen Halbkugel errichtete Bauwerk – ist eine kleine weiße Kirche. So, jetzt habt ihr mal wieder was gelernt und könnt bei nächster Gelegenheit mit diesem Wissen einen auf dicke Hose machen.
Aus dem reizenden Appartment heraus ging es für uns weiter nach Pemba – das ist wohl der Ballermann von Mosambique und das einzige was hier wohl wirklich beeindruckt hat, waren wohl die heissen Eimerduschen auf dem Campingplatz. Sowas hatten wir bis dahin noch nie. Gehste ins Duschkabüffchen und da steht da ein kleines Kohleöfchen mit einem Wassereimer drauf. Das kann für den gemeinen Afrikareisenden eine wahre Wonne sein. Haarewaschen mit heissem Wasser – wow! Allerdings müssen einige von uns gar nicht mehr so viele Haare waschen. Afrika hat seinen Tribut gefordert und die Judith kann nun nur noch schütteres Haar schütteln. Da spart man Shampoo und schmückt sein Haupt mit lustigen Tüchern J Ups, schon wieder abgeschweift.
Von Pemba aus haben wir uns auf eine slidige Sandpiste gen Norden begeben und sind an einem Traumstand gelandet. Weißer Sandstrand, Palmen, blaues Meer, riesige Muscheln. Das ist eine Einladung zum Bleiben. Haben wir dann auch ein paar Tage gemacht. Christof hat sich im Pflücken und Öffnen von Kokosnüssen mit seiner in Kamerun erstanden Machete geübt und Judith hat die perfekten Palmen für ihre Hängematte gefunden. Herz, was willste mehr!
Irgendwann hatten wir genug ab- und rumgehangen. Darum haben wir ein paar Kinder ins Auto geladen und haben uns wieder auf die Socken gemacht. Die Kinder hatte uns ein Mann aus einem Dorf an dem Traumstrand aufgeschwatzt. Nein, nicht zum behalten, nur zum Mitnehmen bis in die nächste Stadt. Das macht man hier so … immer schön die Leute von A nach B mitnehmen. Und bei uns im Auto isses mit all den Kissen und Decken und Werkzeug, das da so rumfliegt urgemütlich. Das ist besser, als wie sonst hier üblich, oben auf einem LKW mitzufahren, oder?
Im Norden von Mosambique befindet sich … Tansania. Die beiden Länder werden von einem Fluss mit Namen … getrennt. Und weil die Chinesen nicht überall zugleich sein können, gibt es da noch keine Brücke sondern nur eine sporadisch fahrende Fähre. Wir hatten derbe Glück … wir hatten kaum das unbefestigte Ufer erreicht, als auch schon die Fähre in der Ferne auftauchte und auf uns zusteuerte und anlegte. In sekundenschnelle war das einzige Fahrzeug – da gehen auch nur 2 drauf – von der Fähre runtergebraust und wir konnten ebenso zügig an Bord fahren (sagt man das so?) Wow, haben wir uns gedacht, das ist aber ganz untypisch für Afrika. Das da was so schnell und reibungslos laufen kann. Nach einer kurzen Fahrt über den Fluss wurde uns klar, warum das alles so schnell ging. Da die Ufer unbefestigt sind, kann die Fähre nicht wirklich anlegen. Vielmehr knallt sie mit Vollkaracho auf das Ufer und im selben Augenblick muss auch schon die Ladung von Bord, weil die Fähre sich nicht am Ufer halten kann. Wussten wir aber vorher nicht. Und Plaudervolk, was wir nun mal sind, haben wir erst mal einen Schnack mit der Mannschaft gehalten. Das war sehr nett, bis auf einem der Kapitän uns panisch anbrüllte „fast … go“. Is ja gut, haben wir gedacht. Is der Christof halt ins Auto gestiegen … „go … go“ mittlerweile hatte auch die Mannschaft mit eingestimmt. Also ist der Christof losgetuckert. Von der Fähre zunächst mit den Vorderreifen ans Ufer … die Fähre bewegte sich gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung … die arme Emma hing mit den Hinterreifen im Wasser … Panik … „go … go“ … nur den vorzüglichen Fahrkünsten von Hans Christof Leffler ist es zu verdanken, dass Emma schwungvoll mit allen vier Rädern ans Ufer gelangt ist. Hapüh! Muss man doch aber auch gesacht bekommen, wie man sone Fähre benutzen muss! Is doch wahr!
Am anderen Ufer war denn auch schon Tansania. Neues Land … erst mal inne Immigration hallo sagen. Für Tansania mussten wir nen Visum kaufen, was da direkt anne Grenze geht. Mittlerweile haben wir nicht mehr gar so viele Devisen – bevorzugt werden hier amerikanische Dollar - an Bord. Aber für das Visum hat es noch gereicht. Nicht gewusst haben wir von den Straßenbenutzungsgebühren und der Karbonsteuer. Wenn man Straßenzustände und Umweltbewusstsein in Afrika kennt, bekommt man bei solchen Forderungen spontan einen langanhaltenden Lachkrampf. Das hat die Tansania-Menschen an der Grenze aber mal just gar nicht interessiert. 25 Dollar wollten se haben. Die hatten wir aber nicht mehr, sondern nur noch EUR. Jaha, das ginge auch, meinten die Tansanianers. Das mache dann 25 EUR. Da habe wir uns angeguckt und dann noch mal nachgefragt. Die Tansanianesen, die sind schlau. Bei denen ist ein Dollar gleich ein Euro. Und das hatten die auch gleich schriftlich vorliegen. Ein großes Wehklagen erhob sich an der Grenze – uns sollte Unrecht zuteil werden. Wir blieben unerhört (hallo, verstanden! Das ist aber mal ein wirklich tiefsinniger Doppelsinn) und mussten ausse Tasche kommen.
Unser Nachtlager schlugen wir in Mtwara auf – was so grad hinter der Grenze in Tansania liegt – grenzwertig sozusagen. Dort haben wir bei einem polnisch-mosambiquanischen Ehepaar übernachtet. Wie denn so eine Bindung zustande kommt? Mosambique hat wie einige andere afrikanische Staaten ein kurzes Tête-à-Tête mit sozialistischen Gedankengut gehabt. Das hat unter anderem zu einem regen Versand mosambiquanischer Arbeiter und Studenten in die DDR geführt. Und so was führt ja dann manchmal zu Vermählung und Nachwuchs. Bei den beiden hatte es sofort gefunkt und die Saat war schnell gesäht. Tragischerweise nicht schnell genug. Der Kindsvater musste noch vor der Geburt die DDR wieder verlassen und so verbrachten Mutter und Kind die ersten Jahre alleine damit, die Behörden penetrant mit Ausreiseanträgen zu bombardieren. Nach einer langen Odyssee fand die Familie dann irgendwann in Mosambique zusammen. Und da gibt es jetzt viele Mosampolen und zu Weihnachten sogar polnische Spezialitäten unterm Tannebaum. Was ne Liebesgeschichte – seufz.
In Tansania gibt es für den gemeinen Reisenden zwei Ziele: Sansibar und den Kilimanjaro. Sansibar liegt quasi direkt vor DarEsSalam und mit einer Fähre hat man da in ein paar Stunden rüber gemacht. Besonders berühmt ist die Insel wegen Ihrer Fußballmannschaft. So hat sich vor ein paar Jahren der Deutsche Oliver Pocher die scheinbar unmögliche Aufgabe gestellt, die Equipe an die Weltspitze zu führen. Die Mannschaft erhielt zwar unglaublich viel Medienaufmerksamkeit aber rein spielerisch scheiterte sie kläglich und verschwand wieder in der Versenkung. Da fragt man sich doch, wo ist eigentlich der Herr Pocher geblieben?
In DarEsSalam haben wir uns mal wieder um unsere arme Emma gekümmert. Diesmal hatte es den Dachgepäckträger so böse erwischt, dass er drohte mit all seiner Ladung runterzukippen. Bei Eckard inner Werkstatt haben wir das in zwei Tagen wieder gerichtet. Der Eckard, der ist vor Jahrzehnten von Deutschland nach Tansania gezogen und hat da eine Werkstatt aufgemacht. Der Eckard, das ist ein Guter. Der hat uns einfach machen lassen und unseren Wassertank konnten wir da auch noch auffüllen. Auf diesem Wege noch mal einen herzlichen Dank!
In Dar lernt man eine ganze Menge Leute kennen. Unter anderem auch den Didi, einen deutschen Tourguide, der Gruppenreisen für Deutsche in Afrika organisiert und begleitet. Didi lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Zimbabwe. Und in Zimbabwe, da ist ja der Herr Mugawe, der alle Weißen aus seinem Land rauswirft. Das wollte er auch mit dem Didi machen. Des nächtens wurde er einfach von der Polizei von seinem Grundstück geschmissen. Er musste alles zurücklassen. Didi ist mit seiner Familie erst einmal zu seinen Nachbarn geflüchtet und ist dort auch einige Monate geblieben. Weil nun aber auf seinem Grundstück und in seinem Haus so gar nichts passierte und das einfach leer stand, hat er seine Familie genommen und ist einfach wieder zurück in sein Haus gegangen. Er hat eine Reihe von Wachleuten eingestellt, die seine Familie schützen sollen, wenn die Polizei wieder kommt. Trotz alledem will er in Zimbabwe bleiben. Unglaublich!
Weil wir nun schon einmal in Tansania waren, wollten wir uns auch endlich mal wie anständige Touristen benehmen. Also sind mer zunächst einmal nach Zanzibar rüber geschippert. Zanzibar eine wunderbare grüne tropische Insel umgeben vom Indischen Ozean gehörte dereinst zu Deutschland. Da muss es dann aber irgendwann einen unglücklichen Abend gegeben haben, wo die Deutschen zu tief ins Glas geschaut oder vielleicht schlecht Poker gespielt haben oder einfach unglaublich verwirrt waren und da haben die doch dieses paradiesische Island einfach gegen nen Felsen in der Nordsee getauscht – Helgoland. Wie dem auch sei, ausser Oliver Pocher ist da nicht mehr viel Deutsches auf der Insel. Dafür aber großartige Sandstrände, Palmen, türkisfarbenes Meer. Der Christof hat sich das Inselchen schon einmal vor drei Jahren angeschaut und konnte gar nicht fassen, wie sich alles verändert hatte. Wo vor kurzem noch einsame Strände mit einfachen Strohhütten den Touristen Unterkunft gewährt hatten, da stehen heute schicke Hotels. Wo Rastafarians Bao spielten gibt’s nun Beachvolleyball und statt Kili (einheimisches Bierchen) schlürft man Cocktails. Wir konnten aber dennoch eine Banda (besagte Strohhütte) auftreiben und haben uns für ein paar Tage am Strand rumgefletzt. Man tut sich ja sonst nix gutes J
Als wir mit dem Strand durch waren, haben wir beschlossen, uns den Kilimanjaro vorzunehmen. Der ist fünftausendneunhundertundeinpaar Meter hoch und ist der höchste Berg Afrikas. Man sacht auch das Dach Afrikas. Für die Tansanianers ist er sogar heilig und noch heute steigen die Einheimischen zu besonderen Gelegenheiten bis auf einige tausend Meter mit ein paar Kühen und Ziegen hoch, dann machen sie die Tiere tot und feiern da oben ne riesen Sause. Nun denn, wenn man da als Tourist hoch möchte, dann geht man auch nicht alleine. Man muss sich einen Guide und ein paar Träger mieten. Fanden wir zwar komisch und blöde, aber da es den Christof ja auf alle Gipfel zieht und die Judith noch niemals nie über dreitausend Meter hoch gestiegen war, haben wir das dann mal in Angriff genommen und unsere Wanderstiefel geschnürt. Gemeinsam mit unserem Guide, dem Julius, und dem in Tansania studierenden Koreaner Nam, der perfekt Suahili spricht, und dem angehenden irischen Arzt Angus haben wir den Aufstieg begonnen. Das Motto beim Kilimanjaro heißt „Pole Pole“ – langsam langsam – und so macht man am Tag so ungefähr tausend Höhenmeter. Was allerdings, je höher man steigt, umso anstrengender wird. Zumindest für den gemeinen Kili-Bezwinger. Der Christof gehört eher zu der Kategorie running Climber und war uns allen immer Stunden voraus. Der hat mich Sicherheit Gipfelfix geschluckt J Nach drei Tagen hatten wir 4750 Meter erreicht und bereiteten uns auf den finalen Aufstieg auf den Gipfel vor. Dafür muss man mitten in der Nacht aufstehen und sich unheimlich warm anziehen und dann mit Kopfbeleuchtung ausgerüstet in eisiger Kälte losstapfen. So weit die Theorie. Es kann einem nämlich auch passieren, dass man von etwas heimgesucht wird, das sich Mountain Disease nennen. Weil wir ja alles mitnehmen, hat es die Judith natürlich schlimmsten erwischt. Nix ging mehr, als der Guide zum Abmarsch rief. Wenn einen die Höhenkrankheit erwischt hat, dann hilft eigentlich nix außer schnellsten wieder runter vom Berg. Wenn man denn kann. Die Judith die konnte nicht und darum wurde sie mal schick von ein paar tansanianischen Purschen mitten in der Nacht den Berg runtergetragen. Wat nen Service! Und wie sich das bei so einer richtigen Gruppenreise gehört (das Team muss zusammen bleiben) ist der Christof ohne den Gipfel zu erreichen mit abgestiegen. Aber er hat geschworen zurückzukommen. Die Judith ist da noch ein wenig indifferent.
Nach all dieser Aufregung haben wir Tansania denn auch verlassen und sind weiter nach Kenia gefahren. In Nairobi haben wir alte Bekannte wieder getroffen. Erinnert ihr euch an die Leute von www.letshelp.org die wir in Kamerun getroffen haben? Afrika ist ein Dorf, sagen wir euch. Da schlendern wir doch so durch Nairobi und wen treffen wir dort? Jaha, genau unsere Freunde von Letshelp. Die Seite solltet ihr euch übrigens mal ansehen.
Von Nairobi aus sind wir in Richtung Äthiopien gefahren und haben unterwegs auf der eher für Kamele und Esel ausgelegten Piste einige platte Reifen bekämpft. Das ist mittlerweile Tagesgeschäft bei uns geworden. „Nen Platter“ … und mehr Worte bedarf es nicht. Wir steigen aus dem Auto, Christof schraubt den Wagenheber ab, Judith holt die 26er Nuss und sichert das Fahrzeug mit Steinen, Christof hebt den Wagen an, Judith schraubt das Ersatzrad von der Motorhaube, Christof löst das defekte Rad und setzt das Ersatzrad drauf, Judith setzt die Muttern drauf, Christof bringt den Wagen wieder gen Erde, Judith zieht die Muttern fest – Fertig! Das geht so schnell und routiniert, dass wir ernsthaft überlegen einen Workshop für die Hoshis von der Formel Eins zu veranstalten.
An der Grenze zu Äthiopien angekommen machte uns die Lenkung nach all dem Pistengehuckel so starke Sorgen, dass wir eine Schrauberei aufgesucht haben. Na, Schrauberei ist übertrieben. Eine Ansammlung von Männern in zerrissenen Blau-Braun-Grau-Männern, die unter-über-neben einigen Kraftfahrzeugen, die wenige kräftig und fahrtauglich aussahen, mit vorsintflutlichen Werkzeugen hantierten. Da Christof genauste Angaben machen konnte, welches Teil zu wechseln sei und die Herren uns ihres handwerklichen Könnens versicherten, einigten wir uns auf einen Preis und die kenianischen Grenzschrauber legten los. Wäre unser Hirn durch die schlechte Piste nicht über Stunden malträtiert worden, dann wäre uns sicherlich aufgefallen, dass die ganze Bande dicke Backen hatte, die sie sukzessive mit grünen Blättern befüllte.
„Chat“ heißt das Blattwerk, das in Äthiopien angebaut wird und das neben Kaffee das Hauptexportgut dieses Landes darstellt – 99 Millionen US $ p.a. Zu den Hauptabnehmern zählen nicht nur afrikanische Staaten sondern Chat ist auch in Europa – zumeist illegal – erhältlich. Chat wird im „kleinen Wald-und-Wiesen-Handbuch für den Reisenden“ wie folgt beschrieben: „Catha edulis Forskal“ … A natural and mildly inoxicating stimulant, which has been consumed for centuries in many eastern and southern African countries as well as on the Arab peninsula. An evergreen shrub averaging around 2 m in height, it is found in warm humid slopes between 1800 und 2500 m and is actively cultivated in Yemen, Kenia and Ethiopia. Some of the best Chat is cultivated in Ethiopia and is exported the same day.” Das muss man wohl auch am selben Tag exportieren, weil sich das Zeug nur 48 Stunden hält, danach verliert es jegliche Wirkung. Und man staune, der einzige verlässliche und pünktliche Transport in Äthiopien befördert Chat. Das Zeug ist so bitter, das die meisten Konsumenten es nur mit Zucker kauen und macht anscheinend total wirsch im Kopf und wegen des vielen Zuckers gibt es auch noch obendrein schlechte Zähne. Abhängig wird man auch davon und darum liebe Kinners – Finger von dat Zeug – is ja auch total illegal in Europa.
Unseren chatkauenden Schraubers aus Kenia waren all die üblen Wirkungen von Chat total egal. Hauptsache es knallt. Chatgeladen machten sie sich an die Arbeit und kaum hatten sie die Lenkung auseinander genommen, machte es in ihrem Hirn chatklick und sie hatten die geniale Idee den vorher vereinbarten Preis in Frage zu stellen. Sie teilten uns mit, dass sie nun mehr Geld für die Arbeit haben wollten und sonst, sonst würden sie mal schön gar nix mehr machen. Total durchgeknallt! Das hat der Christof der versammelten Mannschaft lautstark zu verstehen gegeben. Leider ohne Wirkung … seine dröhnenden Beschimpfungen drangen nicht durch den Chatnebel hindurch. Außer, dass sich nach wenigen Minuten das gesamte Dorf um uns versammelt hatte, um sich mal sonen richtigen Wutausbruch eines Mzungs (white people) anzusehen. Na, die Show haben sie bekommen! Nachdem alles Adrenalin verbraucht war und die Meute sich anfing zu langweilen und sich darum trollte, standen wir denn alleine mit unserer lenklosen Emma dar.
Wir unterbrechen unseren Bericht für eine kurze Werbepause:
Ihr Auto hat Husten? Ihr KFZ ist unpässlich? Ihr Wagen hat Bauchweh? … Leffler hat die Lösung. Mit seinen heilenden Händen ist Ihr Auto in Nullkommanix wieder auf den Rädern. Schnell – zuverlässig – preiswert.
Jaha, dank der Lefflerschen Heilerhände war denn auch die Emma nach einer halben Stunde wieder fahrbereit und wir konnten über die Grenze nach Äthiopien brausen.
Dort haben wir des nächsten Morgens beim Frühstück eine ganz außergewöhnliche und seltene Spezies gefunden: Valeska und Philipp. Die beiden tun mit dem Drahtesel die ganze Welt bereisen – jaha richtig gehört, die ganze Welt – mit dem Fahrrad! Jetzt fragt ihr euch vielleicht wie denn solche Menschen aussehen. Könnt ihr euch angucken: www.2-play-on-earth.net. Und im Fernsehen waren die beiden auch schon. Und wir haben mit Ihnen gesprochen! Machst du Reise, lernst du krasse Leute kennen J
Und noch ganz viel mehr.
Zum Beispiel lernt man vom Christof Weisheiten wie „Schärfe deinen Blick und du wirst wahres entdecken“ „was weißt du schon von Schmerzen“ – isn Großer, der Herr Leffler.
Oder man lernt, wie so ein richtiger Äthiopier seinen Kaffee zubereitet. Da wird nicht einfach der Kaffeefilter mit heißem Wasser übergossen. Neihein! Da wird zuerst einmal Kohle zum Glühen gebracht und dann wird da Weihrauch draufgepackt, von wejen der Geisters. Dann kommt oben drauf eine runde Platte mit den frischen grünen Kaffeebohnen. Die werden fachgerecht von einer Dame – Männers können das nicht - hinundhergeschaufelt und zwar so lange bis sie den gewünschten Grad an Schwärze erreicht haben. Damit die geladenen Gäste auch den vollen Genuss abkriegen darf jeder schön der Reihe nach an den duftenden Bohnen schnuppern. Dabei ist es ungemein angesagt, wenn man seinem Wohlgenuss des Riechkolbens lautstark Ausdruck verleiht. Ist man damit durch, werden die Bohnen gemahlen. Seinerzeit mit der Hand, aber heute tut es auch ne schlichte handelsübliche Mahlmaschine. Der gemahlene Kaffee wird zusammen mit Wasser in eine extrem feuerfeste Kanne gegeben und das Ganze platziert man dann wieder auf den glühenden Kohlen. Sobald das Gebräu kocht, wird es in ganz entzückende kleine Tässchen gefüllt und serviert. Dreimal kann man den Kaffeeprütt wieder aufgießen und dreimal darf der Gast auch ein Tässchen konsumieren. Großartig, das!
Wenn man so viel Kaffee trinkt wie das in Äthiopien angesagt ist, dann muss man auch was für seine Zähne tun. Und dafür hat der gemeine Äthiopier eine großartige Sache eigentlich permanent zur Hand – Colgate! Das sind kleine Stöckchen, die an jeder Straßenecke für einige wenige Birr (ist kein Rechtschreibfehler sondern die Währung von die Äthiopiers) angeboten werden. Und alle, die nicht gerade an ein paar bewusstseinserweiternden Blättern rumkauen, haben son Colgate-Stöckchen im Mund und putzen fleißig. Mit einem prächtigen Ergebnis übrigens!
Überhaupt ist Äthiopien ganz anders, als wir uns das vorgestellt haben. Der Herr Karl-Heinz Böhm ist hier heilig („Mr. Karl from Germany is a good man“), das ganze Land ist tierisch grün und überall wächst Getreide, Obst, Gemüse … eigentlich alles, Hilfsorganisationen jeglicher Couleur sind allgegenwärtig und Äthiopien ist tierisch auf Krawall gebürstet, wenn es um Eritrea geht. 
Und habt ihr gewusst, dass die Rastas aus Äthiopien kommen? Also echt, ihr wisst auch gar nix J Das war so: Der Herr Rasta Farian oder auch Haille Selassie, das war einst der König von Äthiopien und der hat sich mal in ein Flugzeug gesetzt und ist nach Jamaika rübergejettet, um sich das mal anzusehen. Kaum warer da angekommen hat es angefangen zu regnen. Is ja nicht so dolle, werdet ihr jetzt denken. Aber, au contraire, das hatte nämlich extrem lange nicht geregnet und darum waren die Jamaikaners ganz dolle froh und fanden den König extrem toll. So toll, dass sich einige sobutz nach Äthiopien wollten. Das fand dann der Herr Selassie auch nicht ganz schlecht und hat den Leuten einen Landstrich gegeben. Da haben die sich dann niedergelassen und Cannabis angebaut und konsumiert und daneben waren sie dem prima König treu. Weil es in den afrikanischen Staaten aber nie lange hin ist mit der Harmonie und dem Frieden, wurde der Herr König von sonem militanten Pack gestürzt und umgebracht. Seine Leiche hat man lange Jahre gesucht. So lange, bis der neue Obermokel auch wieder gestürzt war und man unter seinem privaten Klo im Präsidentenpalast die Leiche vom Herrn Selassie gefunden hat. So sindse die Afrikaners!
In Äthiopien gilt übrigens auch eine ganz andere Zeitrechnung – gregorianisch oder so. Als wir da ankamen, standen die kurz vorm Sprung ins neue Jahrtausend. Hurra, dachten wir uns, die Party nehmen wir mit und sind mal just nach Addis Abeba gedüst. Dort haben wir uns schmeuselig in einem italienischen Kloster eingemietet. Die italienischen Mönche wissen nämlich was gut ist und darum war das Essen ungemein lecker J Reisen macht schließlich hungrig! Eigentlich sollte in Addis ein großer Millenium-Lauf stattfinden. Die Äthiopier sind ja bekanntlich wahre Helden des Laufens. Haben se aber kurzfristig abgesagt, weil se Angst vor Anschlägen hatten. Schade, schade!
In Addis waren am Millennium-Abend alle ungemein aufgeregt und ständig wurde man gefragt „How is Millennium?“ Des nächtens sind wir mit den Massen durch die Straßen gezogen. Irgendwie sind alle in eine Richtung gelaufen, aber warum wussten die auch nicht. Ja und dann war es 12 und das Millennium war da und keiner wusste so recht, was nun zu tun war. Konnte ja auch gar nicht, weil die alle stocknüchtern waren. Da gab es nirgends einen Tropfen Alkohol. Ja, mal ehrlich, wie soll denn da eine Party steigen? Im örtlichen Stadium standen ein paar hiesige Stars auf der Bühne, aber der Brüller war das auch nicht. Und weil auch die Polizei ziemlich aufgeregt war musste man dolle aufpassen, dass man nicht zwischen einen Ordnungshüter und seinen Knüppel geriet. Die alten Krawallbrüder!
Als wir genug gefeiert und gegessen hatten sind wir weiter nach Djibouti gefahren. Warum? Na, weil es da ungemein heiß ist und der Christof es ja gerne heiß mag und weil man von da aus in den Jemen verschiffen kann. In der Zwischenzeit hatten wir uns nämlich überlegt, dass es ungemein schlau sei, über den Jemen und Saudi Arabien nach Hause zu fahren. Wäre es wahrscheinlich auch gewesen, aber die Saudis, die fanden das mal so gar nicht. Zum einen muss man als Frau unter 40 Jahren verheiratet sein (das Problem hätten wir irgendwie aus der Welt schaffen können) und außerdem wollen die Saudis auch gar nicht unbedingt Touristen mit eigenem Auto in ihrem Land haben. Schade! Dabei hätten wir uns so gerne eine der wöchentlichen Freitagsexekutionen angesehen. Man kann halt nicht alles haben! Darum haben wir uns in Djibouti dann um ein Visum für Eritrea gekümmert. Untergekommen sind wir im Sheraton, Djibouti - mit Blick auf das Rote Meer. Nein, natürlich haben wir uns da kein Zimmer genommen. Wir haben im Hinterhof gecampt. War aber für lau und ungemein nett. Wenn auch heiß. Weil irgendwie hat da kein Lüftchen geweht und es waren mindestens 50 Grad. In echt! Das war da so heiß, dass wenn man nachmittags zum Supermarkt getrabt ist, man gar nicht so viele Kaltgetränke tragen konnte, wie man für den Überlebenskampf auf dem Rückweg gebraucht hätte. Und obendrein hatte auch noch just der Ramadan begonnen. Da ticken die Uhren von den Muselmännern dann noch mal ganz anders. Zum Glück machen die Restaurants da nach Anbruch der Dunkelheit auf. Da konnten wir dann abends leckeren Salat und Fruchtsaft einverleiben. Noch niemals nie haben wir so guten frisch gepressten Saft getrunken. Solltet ihr jemals nach Djibouti kommen, dann müsst ihr zum Saba gehen. Der allerleckerste Saft von der ganzen Ostküste. In echt!
In Djibouti, da findet man sie alle: Die Deutsche Bundeswehr (die sich übrigens im Sheraton auf Monate eingemietet hatte), die Franzosen, die Amis. Alle haben sich an diesem strategisch nicht ganz unwichtigen Punkt am Roten Meer eingefunden. Um zu schützen. … und zu holen, was es zu holen gibt.
Ansonsten gibt es in Djibouti unheimlich teure Supermärkte und einen riesigen Hafen. Das ist, weil die Äthiopier ja keinen eigenen Hafen mehr haben, weil Eritrea ja nicht zu Äthiopien gehören will. Und darum verschifft Äthiopien jetzt alles über Djibouti. Damit die Äthiopier ihre Güter auch schön zum Hafen hin und zurück transportieren können, haben sich die Chinesen freundlichst bereit erklärt eine wunderschöne Strasse von Addis bis nach Djibouti zu bauen. Die Chinesen, die haben ihre Finger halt überall in Afrika drin! Auf dem Land rufen einem die Kinder in Djibouti denn auch „China, China“ zu.
Noch just was für die Geologen unter euch. In Djibouti gibt es nämlich den tiefsten Punkt Afrikas. Der liegt 150 Meter unter dem Meeresspiegel und das ist kein See oder sowas. Respekt!
Von Djibouti nach Eritrea geht es immer schön am Meer entlang. Traumstrände! Und lauwarmes Wasser! Diesel kommt aus Jemen und man bekommt ihn nur aus Kanistern auf dem Schwarzmarkt. Neben Diesel wird von der arabischen Halbinsel noch so manch anderes Gut bei Nacht und Nebel auf den Afrikanischen Kontinent geschafft.
Die Hauptstadt von Eritrea, die heißt Asmara. Ja und in Asmara da sind wir nun schon seit mehr als zwei Wochen und schlagen uns mit den blöden Sudanesen rum, damit die uns ein Visum geben. Scheint aber unmöglich! Wir bleiben dran und das solltet ihr auch tun. Weil, ganz bald wird es wieder was Neues geben von den unglaublichen Reisen des Christof L. und der Judith B. 

Angola ist irgendwie ein wenig zu kurz gekommen

Das hat es nicht verdient. Auch wenn es für Emma mehr Blessuren bedeutet hat, als sie bislang davon tragen musste. Die Liste wurde von Tag zu Tag länger: Dachgepäckträger mal wieder gebrochen, Fenster nicht mehr verschließbar und dann auch noch ein Federbruch. Letzterer brachte nach langer Zeit mal wieder den Poeten in Christof zum Vorschein. „Christof, ich mache mir große Sorgen wegen der gebrochenen Feder. Ob wir es wohl damit bis zur Grenze schaffen werden?“ „Ach Judith. Besser eine gebrochene Feder als ein gebrochenes Herz.“ Also mal ganz ehrlich, der Mann sollte die Schrauberei an den Nagel hängen und sich den tiefsinnigen Dingen des Lebens widmen!
Wir sind mit Feder und mit Herz in dem letzten Angola-Städtchen angekommen. Am Ortsausgang erwarteten uns wie gewohnt die Nationalschackos, um unsere Papiere zu kontrollieren. Brave zeigten wir diese vor und Emma brummte schon in froher Erwartung einer Weiterfahrt, als der pflichtbewusste Gesetzeshüter auch noch unser Warndreieck sehen wollte. Das Warndreieck – Le Triangle! Wir haben ja so einiges an Bord – Feuerlöscher, Malariaprophylaxe, Verbandskasten, Taschenlampe, Kühlerdicht (was man halt so braucht) – aber ein Warndreieck gehört nun nicht dazu. Dabei haben wir uns noch in Osnabrück vorgenommen, dass wir uns baldmöglichst eines zulegen werden. Wir haben auch einige gesehen, aber immer von einem Kauf abgesehen. Alles zum Wohle des Reisebudgets. Nicht, dass wir nicht wüssten, dass Polizisten sich ganz besonders gerne genau dieses Utensil ansehen. Aber irgendwie hat uns noch niemals nie jemand danach gefragt. Bis zu besagtem Grenzort. Der Herr schütze uns davor, dass wir jemals so blöd werden, wie wir uns in solch kniffligen Situationen stellen können. Verbal konnte sich der Polizist nicht verständlich machen, weil wir mal wieder urplötzlich alle fremdländischen Sprachen aus dem Arbeitsspeicher unseres Gehirns verbannt hatten. Und irgendwie klappte das mit der visuellen Wahrnehmung auch nicht mehr so recht. Gute Güte, hat sich der arme Mann in Uniform abgemüht. Und das, was er da wild gestikulierend darstellte, war gar nicht so schlecht – wenn es auch ein wenig an steinerische Eurythmie erinnerte. Selbst seine hübschen Bildchen hatten einen gewissen künstlerischen Ansatz – konnten unsere Gehirnzellen aber auch nicht stimulieren. Letztlich gab der Polizist entnervt auf und ließ uns weiter ziehen. Man, können wir blöd sein!

Auf nach Namibia!
Vorweg schon mal soviel: Dieser Bericht wird frei sein von Wörtern wie „Drecks…“ und „Übelst…“. Wir sind ab sofort voll der pro Sauber-Sonnenschein-Schreiberei.
Nicht, dass sich an unserer inneren Einstellung irgendetwas geändert hätte – mit Nichten (wir freuen uns immer noch, wenn wir über Pisten brausen, die nicht dem Ideal-Standard entsprechen oder Essen serviert bekommen, bei dem einem schon beim Versuch die Ingredienzien in Worte zu fassen, spontan ü… - äh – ein Würgreiz Besitz vom Körper ergreift. Vielmehr sind uns mit der Einreise in Namibia die Themen ausgegangen, die einen solchen Wortschatz rechtfertigen würden.
Die Grenze zwischen Angola und Namibia trennt nicht nur die beiden Länder von einander – sie trennt ganze Welten. Willkommen zurück in der Zivilisation – im Sauber-Sonnen-Land. Namibia bietet alles, was dem gemeinen Europäer lieb und teuer ist. Und das auch noch in deutscher Sprache! Ein Land, in dem die kurze deutsche Kolonialherrschaft seine Spuren hinterlassen. Und für uns ein solcher Kontrast zu allem zuvor gesehenen, dass wir sogleich über die Immobilien-Angebote in Windhoek und Umgebung informiert haben. Wir haben denn auch gleich mal ein paar Tage in Windhoek verbracht. Emma musste für ein paar Tage ins Krankenhaus und so haben wir uns ein nettes Apartment gemietet. Bei der deutschen Botschaft haben wir neue Pässe bekommen, weil unsere mittlerweile voll waren. Die sind zwar nur vorläufig und damit nur einige wenige Monate gültig, dafür aber ebenso teuer wie ein normaler Reisepass. Komischerweise wollten die uns keinen Reisepass-Rabatt geben! Hallo, wir sind in Afrika, da muss man doch handeln!
Und noch etwas hat uns ein paar Tage in Windhoek verweilen lassen. Wir sind nicht mehr alleine! Voll der Freude und des Glücks dürfen wir bekannt geben, dass wir nunmehr zu dritt sind. Alle sind wohlauf. 180 cm – 50 cm – 70 kg. Es ist ein Mädchen mit vielen blonden Haaren und Imke heißt se 
Mit der Kleinen machten wir uns auf den Weg, um Namibia zu erkunden und unser 4-monatiges zu feiern. Wir besuchten den Süden des Landes, als Christof bei der morgendlichen Pflichterfüllung des Kaffeekochens ein böses Missgeschick passiert. Statt den Topf mit kochendem Wasser in die Kaffeekanne zu entleeren, kippt er sich das brodelnde Etwas über den Fuß. Gleich nachdem er das tat, fing er an zu tanzen und sich dann auf dem Boden zu wälzen. Ich glaube, das hat ihm weh getan! Er hat dann auch nicht mehr Auto fahren wollen und hat sich einfach nach hinten gelegt und der weiblichen Crew die Verantwortung übertragen. Wir wissen aber was gut für ihn ist und haben ihn als lebenden Liegendtransport in den nächsten Ort zum Arzt gebracht. Der hat sich das angesehen und entschieden, dass das zwar unschön, aber heilbar sei. Da waren wir aber froh! Der Fuss müsse nun täglich frisch verbunden werden. (Imke und Judith haben sich bei dieser Aufgabe als ausgezeichnete Krankenschwestern hervor getan) Und weil gute Heilungs-Nachrichten auch begossen sein wollen, haben wir uns des Abends fröhlich einem nationalen Getränk mit dem sinnigen Namen Springböcki hingegeben. Ächt läckar und extrem Kopfbeschwerden verursachend.
Vielleicht war dies auch der Grund, dass wir am nächsten Tag kläglich bei der Suche nach dem verborgenen Schatz versagt haben. Ja Melle, wir haben alles gegeben, aber der Schatz wird wohl nun auf ewig zwischen den Brücken ruhen. Die Melle war nämlich vor ein paar Wochen in Namibia und hat für uns großartige Dinge am Strand vergraben. Und die wollten wir natürlich bergen. Bewaffnet mit einem reimenden Vierzeiler, dessen versteckte Großartigkeit uns wirklich erst nach langem gemeinsamem Grübeln aufgegangen ist – RESPEKT, Melle – und den präzisen GPS-Daten verbrachten wir einige Stunden am Strand. Wir haben sicher ein total beklopptes Bild abgegeben. Mit dem automatischen Schatzkoordinatenfindegerät – auch GPS genannt - voraus sind wir von einer Ecke in die andere gelaufen. Haben mal hier gebuddelt, mal da gesucht. Aber vergebens! Da war nix und wir sind tiefbetrübt von dannen gezogen.
Wenn schon kein Schatz in Namibia zu finden ist, dann doch zumindest endlich ein paar Elefanten. Da bietet sich doch der Etosha National Park an, nicht wahr? Wir da hin und guckst du da war er auch schon. Der Quoten-Elefant vonne Etosha-Pfanne. Einsam und verlassen stanter da und guckte uns an, der Elefant der. Und dann waren da noch ne ganze Reihe von Zebras und Giraffen und so. Da waren wir aber was begeistert! Endlich Wildlife! So ganz zufrieden und voll der Eindrücke fuhren wir nach ein paar Stunden aus dem Park heraus.
Für die Nacht suchten wir einen Campingplatz auf, der, wie wir lernten, von einem deutschen Aussteigerpaar geführt wurde. Die waren direkt prominent. Im deutschen Fernsehen (wir glauben es war VOX) wurde nämlich gerade ein zweiteiliger Bericht über die beiden ausgestrahlt. Da waren wir aber mal beeindruckt. Besonders interessant waren auch die reich gefüllten Kühltruhen des Hauses. So viel totes exotisches Tier. Und weil wir ja immer hungrig und obendrein noch neugierig auf die landestypischen kulinarischen Highlights sind, haben wir mal gleich ein Stückchen Giraffe erstanden und auf den Grill gelegt. Ein Stück Giraffe passt mal just auf einen Grill drauf (und es war ein großer Grill). Da haben wir mächtig reinhauen können und lecker war es auch noch. Weil wir nun auf den wilden Geschmack gekommen waren, machten wir uns am nächsten Tag auf die Suche nach Hippos. Diwundu ist ein guter Ort, wenn man diese Tierchen sehen möchte. Also haben wir uns dort direkt an einem großen Fluss für niedergelassen und gewartet, gewartet, noch länger gewartet. „Grummelbrüllröhr“ … ein mächtiges Gebrüll erfüllte die Nacht. Die Hippos mussten ganz nah sein. Nun sollte man ja denken, dass solch durchaus großen Tiere einfach auszumachen seien. Pustekuchen. Wir haben geguckt und gesucht, aber gesehen haben wir die nicht. Die Hippos hatten sich anscheinend hinter den Schilfhalmen versteckt, die Doofen! Also keine Fotos, aber bleibende „Grummelbrüllröhr“-Eindrücke.
Unser Weg führte uns weiter nach Botswana. Das Bier in Botswana heißt „black label“, die Wüste heißt Kalahari und Elefanten gibt es da auch. Also nicht nur Elefanten. Da hat es auch Giraffen und Büffel und Kudus und Vögel, die hier namentlich nicht genannt werden wollen (oder besser gesagt, wir haben keinen blassen Schimmer, wie die heißen). Das haben wir uns alles angesehen und Christof hat dabei gesagt: „Das Leben ist ein Spiel mit dem Tod“ – das war, als wir den Elefanten am Wasserloch zugesehen haben und er ausgestiegen ist, um bessere Fotos zu machen; „Mädchen mögen Pferde“ – das war, als Imke und Frau Bräuer sich wunderten, warum er denn die ordinären Gäule fotografieren tut.
Weil wir ja son bischen wüstengeil sind und wie gesagt Botswana fast ausschließlich aus der Kalahari besteht, sind wir da mal flugs hingefahren. Auf dem Weg dorthin passierten wir den Chobe-National-Park. Da hatte es einen Fluss in diesem Park und wir hatten den Eindruck, dass unser Weg auf der anderen Uferseite weiter ginge. Also nahmen wir mal kräftig Anlauf, mussten dann doch abrupt vor dem Wasser halt machen, weil sich am anderen Ufer bereits ein Fahrzeug auf den Weg durch das Gewässer machte. Also haben wir angehalten und dem anderen Wagen den Vortritt gelassen. Das war nicht so ganz dumm von uns. Denn nach nicht mal einem Meter war der Wagen bis zur Hälfte im Wasser versunken … blubb sagte der Motor und dann schwieg er … anscheinend war der Fluss nicht ganz untief. Dem Fahrzeug entstiegen zwei Jünglinge von deutschem Blute (ganz ehrlich, sie kletterten aufs Dach, weil sie Angst vor Krokodilen hatten) und riefen uns zu: „Zu Hilfe. Könnt ihr uns hier rausholen.“ Der Herr Leffler von edler Gesinnung, schwang sich sofort das Abschleppseil um den Ballich, erklomm den Emma-Fahrersitz und machte sich auf in die Fluten. Die Imke und die Frau Bräuer zogen es vor, auf dem Trocken zu warten. Emma machte „brumm“ und schon stand sie bis zum Bauch im Wasser. Frau Bräuer sagte: „Das geht in die Hose.“ Und weil auch der Herr Leffler bereits nasse Füsse bekommen hatte – und das im wahrsten Sinne des Wortes, weil das Wasser bereits in Strömen in den Wagen lief – kehrte er schleunigst an das rettende Ufer zurück. Als er die Tür öffnete floss das Wasser nur so aus der armen Emma heraus. Auf diesem Wege war den deutschen Mannen also nicht zu helfen. Wir alle Mann und Frau ins Auto rein und am Ufer langgekurvt, um nach einer anderen Überquerungsmöglichkeit zu suchen. Weil wir prima Pättkensöker sind, wurden wir auch bald fündig. Es stellte sich nämlich raus, das da überhaupt kein Fluss, sondern ein blöder – wenn auch großer und langer – Tümpel war. Den haben wir einfach umfahren und sind dann trockenen Reifens den Landsmännern zu Hilfe geeilt, haben die rausgezogen, der Christof hat den Wagen wieder ans Laufen gebracht, wir haben alle fröhlich ein Bier getrunken und dann fuhren alle ihrer Wege.
Als wir mit Botswana fertig waren, fuhren wir in Richtung Zimbabwe. An der Grenze von Botswana mussten wir zum ersten Mal auf dieser Reise geschlagene 2 Stunden in der Schlange warten, bis wir endlich bis zum Immigration Office vorgedrungen waren und unseren Ausreisestempel entgegen nehmen konnten. Christof und Frau Bräuer haben die Zeit genutzt und ein wenig Schach gespielt. Über den Ausgang der Partien möchte Frau Bräuer hier Stillschweigen bewahren. Nur so viel sei gesagt, sie hat viel gewettert und gezetert. Und mit so einer üblen Laune im Bauch ging es dann zur Grenzstation Zimbabwe. Und die haben da fürwahr nichts zur Stimmungsaufhellung getan. Die Zimbabwerianer haben nen extremes Problem mit ihrer Währung. Darum wollen sie ne neue haben und für den Übergang haben sie erst mal auf alle Banknoten ein Maximalhaltbarkeitsdatum gedruckt. Das ist am Rande bemerkt, nicht das einzige Problem, das die Zimbabwianer haben. Die haben auch einen echt übellaunigen Präsidenten. Und der, der heißt Mogabe. Und der Herr Mogabe, der hat vor einiger Zeit erst mal rigoros alle Weißen enteignet und aus dem Land rausgeschmissen. Wenn man denn so mit diesem fundierten Hintergrundwissen nach Zimbabwe fährt, dann ist einem nicht so ganz wohl dabei. Weiß man doch nicht, ob und wie man von der Bevölkerung empfangen wird und ob der Herr Mogabe nicht auch uns einfach von unserem Hab-und-Gut befreien wird. Aber zurück zur Einreise nach Zimbabwe: Wir hatten zum Glück noch einige US-Dollars in der Tasche. So war es denn ganz einfach ein Visum für dieses Land zu bekommen. Aber dann meinten die Grenz-Menschen, die dort arbeiten, wir sollten auch für die Emma ein bißchen was bezahlen. Also sind wir vom Menschen-Visa-Schalter zum Auto-Visa-Schalter gegangen. Dort haben wir dann gelernt, dass man an der Grenze ausschließlich mit harten US-Dollars oder Südafrikanischen Rand bezahlt kann. Davon hatten wir aber nun nicht mehr genug. Also dachten wir schon ohohoh Emma wird nicht einreisen können und wir müssen für immer an der Grenze wohnen. Wir gingen an unsere letzten Reserven und wechselten eine Pfund-Note, die uns wohlweislich in Osnabrück von einer guten Seele zugesteckt worden war. An der Grenze kann man jedoch lediglich eine ausländische Währung in die Landeswährung Zim-Dollar wechseln. Die aber wollte der Mann am Visa-Schalter auf gar keinen Fall annehmen. Eher war er nun doch geneigt, sich auf die Pfund-Note einzulassen, die nun aber schon bei der Bank lag. Also haben wir nach langem und exorbitant geschicktem Verhandeln die Pfund von der Bank wieder zurück bekommen. Zur Freude aller Beteiligten durften wir dann netterweise mit drei Währungen auf einmal bezahlen. Als wir die Grenze verließen, wurde es auch schon dunkel. Ja so Grenzgeschichten sind kein Spaß. Also sind wir schnell nach Figtree gefahren und haben uns nen Schlafplatz für die Nacht gesucht. Am nächsten Tag bot sich uns ein ungewohntes Bild. Die Menschen standen Schlange vor den Supermärkten und Bäckereien der Stadt. Kluge Köpfe würden behaupten, das läge vielleicht an der Inflation oder so. Diese und ähnliche Fragen wurden wissenschaftlich von den drei Reisenden beleuchtet und durchdacht und in einer 24-seitigen Abhandlung niedergeschrieben (Bei Interesse kann dieses Werk für 35,70 EUR plus Versandkosten beim Kampermann-Leffler-Bräuer-Verlag bestellt werden). Wo wir so gerade dabei waren, uns mit der aktuellen Situation des Landes auseinander zu setzen, bekamen wir immer mehr Lust, auch etwas von der Historie zu erfahren. Da bietet sich in Zimbabwe ein monumentales Bauwerk an, das im Lonely Planet in einem Atemzug mit den Pyramiden genannt wird: Great Zimbabwe. Da sind wir hingefahren, durch eine traumhafte Landschaft nebenbei bemerkt. Weil aber die Leute von UNESCO ganz viel teuer Geld dafür haben wollen, nur damit man sich alte Steine anschauen darf, haben wir uns Great Zimbabwe mal schön von außen angesehen und sind dann in eine alte Kneipe am Wegesrand eingekehrt. Unser Plan war, die die Wirtschaft durch den Kauf eines Bierchens anzukurbeln. Aber der Cheffe voms Ganze wollte uns lieber dazu einladen. Na gut, da wollten wir mal nicht so sein. War auch lecker. Sehr gut auch, dass die Judith und die Imke dort waren. Haben sie doch die Frauenquote extrem nach oben getrieben, denn es gab dort nur ganz viele Männer und nicht eine Frau. Wo gibt es denn so was!
Auf dem Weg zur Grenze nach Mozambique hatte die Emma ganz schlimm Husten bekommen, aber für die Reisenden kein Problem. Judith und Christof hüpften aus dem Auto, die Matte wurde ausgepackt. Naja das alte Spiel. Nach nicht mal fünf Minuten war alles wieder gut. Dann ging es schnell, schnell zur Grenze und da drüber hin weg und am Abend waren wir endlich am Indischen Ozean. Dort gingen vor einigen Hunderten von Jahren die ersten plündernden und brandschatzenden Portugiesen hier an Land, um den einheimischen Völkern das Joch der Kolonisation und Sklaverei zu bringen. Das erste Bollwerk errichteten die Portugiesen in Sofala – ein somit historischer Ort. Und diesen wollten wir aufsuchen, auch wenn der Lonely Planet meint, dass es gar keinen Grund gäbe dort hinzufahren. Die wissen ja gar nix! Wir machten uns wie gesagt auf die Suche und es ging über Stock und Stein und Sand. In Mosambique gibt es kaum Schilder, die einem freundlich die Richtung weisen und so fuhren wir Stunde um Stunde durch fitzelige Dörfer und unter Palmen entlang, bis wir – oh Wunder – auf das wahrscheinlich einzige Schild in 100km Umkreis stießen. Auf dem Schild stand „Praia“. Wir als weitgereiste Alleswisser, hatten die Übersetzung sofort parat. „Praia“ kommt aus dem portugiesischen und bedeutet „Strand“. Sind wir gut, oder was? So gelangten wir an nen megi einsamen Strand mit Palmen, verfallenen Häusern und nem Ziegenhirten. Der freundliche Mann, namens Dick, gab uns – wieder auf Portugiesisch – zu verstehen, dass wir den Ort Sofala erreicht hätten. Wow! Für einen solch denkwürdigen Ort war hier nun doch sehr wenig zu sehen. Aber der Dick, das war nen netter welcher und der hat zum Frühstück ne Kokosnuss geschenkt und weiter gings nach Vilankulos. Wenn man schon mal in Mozambique ist, muss man halt auch die ganz annehmbaren Sandstrände dort genießen. Obwohl, gewonnen hat wohl der von Bara. Uiuiui, war ganz viel Sand da, aber auch in Tofo war es nicht so schlecht. Denn da gab es für die geplagten Reiseknochen nen schönes Häuschen so mit Meerblick und so. Das tat auch wirklich Not, weil es hier unten ja Winter ist und insbesondere Nachts so kalt, dass wir uns im Zelt wie die Michelin-Männchen in Schlafsäcke und Decken einpacken müssen, um keine Frostbeulen davon zu tragen. Wo wir denn endlich mal in den Genuss eines Häuschens gekommen waren, so mit Küche und so, sind wir auf den Markt gegangen und haben uns einen halben riesigen Fisch gekauft. Einen ganzen konnten wir nicht tragen, weil der hat über 10 Kilo gewogen hat. Der Fisch, der hieß Baracuda … Fred Baracuda. Der Christof hat den Fred in Knoblauch gewälzt und auf den Grill gepackt. Das war vielleicht lecker!
Von Mosambique sind wir dann über Südafrika weiter nach Lesotho gefahren. Das ist ein Mikroland, das aus Bergen, die bis zu 3400m hoch sind, besteht. Die Menschen dort leben primär vom WorldFoodProgramm. Daneben betreiben sie auch Landwirtschaft. Und das im weitesten Sinne, wenn man den Anbau von bewusstseinserweiternden Droge, wie Marihuana, dazuzählen möchte. Lesotho ist wohl das Marokko im südlichen Afrika. Auf kleinen Pfaden wird die reiche Ernte auf Eseln nach Südafrika geschafft. Wir haben uns eher für die Bergwelt als für die Pflanzenwelt interessiert und sind mit Emma über holprige Bergpisten gebraust. Eigentlich wollten wir auch ein paar Tage wandern gehen, doch leider haben die Temperaturen und die drohenden Schneefälle (jaha, in Lesotho fällt jährlich so viel Schnee, dass man dort sogar Skilaufen kann) dies nicht zugelassen. Wir fuhren also so hoch und runter in einem der ärmsten Länder Afrikas, wo es nicht mal richtige Strassen gibt und deshalb die Schweden beschlossen haben, denen da mal unter die Arme zu greifen und mit riesigen Maschinen peu-a-peu eine Infrastruktur schaffen (wir schweifen ab!) als uns also in dieser denkbar schlechtesten, im Sinne von ungünstigsten, Gegend die Emma verreckte, den Geist aufgab, nichts mehr tat, nicht mehr weiter wollte, ins Grass gebissen hat … kaputt ging. Christof: „Das wars.“ Diagnose: „Die Kupplung hat sich verabschiedet“ Imke und Judith: „Uih!“ Alle Mann und Frau raus aus dem Auto, in der Hoffnung ein Auto anhalten zu können. Wir standen da so und warteten. Erst kam ein Esel, der wollte uns aber nicht helfen. Dann kamen ein paar Jungs mit ihren Schafen, die wollten uns Drogen und Schafe verkaufen, uns aber nicht helfen. Es folgten ein paar berittene Männer, die zur Abwechselung nach Barem fragten, aber keine Kupplungen reparieren konnten. Nach einigen Stunden kam dann endlich ein 4x4 angebraust. Zwei Südafrikaner saßen drin und die haben uns dann über die bergige Piste bis in den nächsten Ort geschleppt. In so einem Ort in the middle of the Berge kann man nicht erwarten, dass es Ersatzteile und einigermaßen fähige Schrauber gibt. So erschien es uns wie ein Geschenk des Himmels, als plötzlich ein Abschleppwagen (Christof: alte Mercedes Rundhaube) an uns vorbeiknatterte. Man stelle sich vor, in einem Land wie Lesotho, wo die primären Fortbewegungsmittel Pferd und Esel sind, gab es einen Abschleppwagen. Natürlich gehörte der zum Fuhrpark der Regierung. Mit diesem Wägelchen machten wir uns am nächsten Morgen, was ein Donnerstag war, auf in Richtung Hauptstadt, Maseru. In aller Herrgottsfrühe wurde Emma aufgeladen und wir fuhren stundenlang über steile Pässe. Wären die Umstände nicht so überaus unschön gewesen, so hätte man die Fahrt über die verschneite Bergwelt und den Sonnenaufgang über den Wolken durchaus genießen können. Aber mit der Aussicht auf tagelanges Warten in einer Werkstatt und horrende Rechnungen, war unsere Stimmung eher mittelprächtig. In Maseru angekommen, wurden wir an eine Werkstatt verwiesen, die sich auf Landrover spezialisiert hat und wo auch die gesamte Landroverflotte des öffentlichen Apparates von Maseru repariert wird. So vielversprechend dies auch klang, die Werkstatt war weder mit Hebebühnen ausgestattet, noch gab es ein wirkliches Gebäude. Die Schrauber arbeiten in uns bereits geläufiger afrikanischer Mechanikermanier auf dem Boden unterm Auto. Der Chef von das Ganze heißt Lappi und ist ein Südafrikaner, der seinen Wohnsitz im 20 km entfernten Ladybrand/ZA hat und die Werkstatt in Lesotho’s Hauptstadt betreibt. Selbstredend wurde die Ursache für Emma’s Unpässlichkeit sofort diagnostiziert und als kein Problem eingeordnet. In 24 Stunden wollte er Emma wieder auf der Strasse haben. Prima, wer’s glaubt haben wir uns gedacht. Aber bitte! Weil der Lappi uns wohl ganz nett fand, hat er uns für die Nacht zu sich nach Hause eingeladen. Seine Frau hat prima lecker Essen gemacht und wir konnten in sauberen Betten übernachten. Das war fürwahr ganz entzückend von dem Lappi und seiner Frau. Nächsten Tages wollten wir dann das Auto abholen, das auch wirklich nach wenig mehr als 24 Stunden für uns bereit stand. Leider funktionierte die Kupplung aber immer noch nicht. Der Lappi hat eine lange Probefahrt mit der Emma gemacht und dabei übelst an ihr rumgeschaltet. Die arme Emma hat ganz dolle gemüffelt (ihr wisst schon dieses ganz typische Kupplungsgestinke) als er wieder kam. Oh, no! Da stimme wohl was nicht mit der neuen Kupplung, meinte er. Und am Samstag würden seine Helfeshelfer auch nicht arbeiten, meinte er auch noch. Na, prächtig! Wir sollen doch erst mal mit ihm nach Südafrika kommen und den Mann, bei dem er die neue Kupplung gekauft hat, beschimpfen. Son Quatsch! Der Lappi hat die Emma über die Grenze geprügelt und wir sind ihm in seinem eigenen Landrover gefolgt. Als wir dann vor dem Kupplungsladen die Situation wenig emotionslos diskutierten, so mit Schuldzuweisungen und Beschimpfungen, da kam ein anderer Schrauber daher. Einer von der auch Samstags arbeitenden Sorte und obendrein noch ein Freund vom Lappi. Der hat dann gemeint, er würde das mal in die Hand nehmen und wir sollen uns mal keine Sorgen machen, am Samstag Abend sei der Wagen fertig. Gut haben wir gesagt, mach mal, wir ziehen dann wieder beim Lappi ein. Weil das alles irgendwie ungemein nervlich belastend ist, haben wir uns Abends in einer kleinen Pizzeria in Ladybrand mit Rotwein und lecker Pizza verwöhnen lassen. Und weil es draußen angefangen hatte zu schneien, hat der Pizzaladenbesitzer eine Runde Sherry nach der anderen geschmissen. Sozusagen, damit uns ach bloß nicht kalt werden würde. Hat bestens funktioniert! Mit dem Alkoholpegel stieg auch unsere Laune und so gingen wir an diesem Tag endlich mal wieder fröhlich zu Bett. Nun läuft bei uns ja bekanntlich nicht alles so ganz rund. Insbesondere Christofs Magen wollte in dieser Nacht so gar nicht mehr irgendwas tun und des morgens war der Arme dann so richtig krank. Er konnte nicht aufstehen und klagte über gar schröckelige Schmerzen, die er auf die Frage nach dem „ja, wo denn“ mit „überall“ lokalisierte. (Alfred, Alfred, lebst du noch? – Ich bin wohl schon tot). So haben die Imke und die Judith dann die wichtige Aufgabe der Mechanikerüberwachung auferlegt bekommen. Imke, die sich bereits in frühen Jahren als Praktikatin des El Mechanico verdient gemacht hatte und Judith, die … die … die ganz sicher ist, dass Emma Diesel braucht und kein Benzin. Die von den Damen am Abend durchgeführte Probefahrt verlief ebenso verdrießlich, wie die tags zuvor. Der Wagen ließ sich immer noch nicht vernünftig schalten und so musste sich auch der neue Samstags-Schrauber eine detaillierte Abhandlung seiner Unfähigkeit anhören. Als wir damit fertig waren, bettelte er um eine zweite Chance, die Imke und Judith ihm auch gnädig mit einem 24-stündigen Ultimatum gewährten. Als die beiden an diesem Abend zum Christof zurückkehrten, lag dieser immer noch mit schmerzverzerrtem Gesicht im Bett. Überzeugt, dass es nun mit ihm zu Ende gehen würde, baten sie Lappi um Rat und der fackelte nicht lange und brachte Christof zu dieser nachtschalfenden Zeit zu seinem Leib-und-Magen-Arzt. Der Dr. Schulze hat sich den Christof angesehen und entschieden, dass er noch einmal durchkommen solle. Na, prächtig! Christof hat eine ganze Batterie von Tröpfchen und Tablettchen verschiedenster Couleur bekommen und wurde dann zur Genesung zurück ins Bett geschickt. Imke und Judith, in der Versorgung von kranken Lefflers bereits ein eingespieltes Team, hätschelten ihn noch mit Wärmflasche, heißem Süppchen und Vorlesegeschichte. Da war er schon fast wieder gesund, der Herr Leffler.
Tags darauf war sowohl der Herr Leffler als auch die Emma des nachmittags wieder auf den Beinen und Rädern.
Nun rückte auch der Abreisetag der Imke immer näher und so machten wir uns endlich auf den Weg nach Port Elizabeth. Port Elizabeth, du Metropole am Meer, du Perle Südafrikas, du zweite Heimat unserer Imke.
Der erste Morgen in Port Elizabeth begrüßte uns denn auch mit strahlend blauem Himmel und uns umfing ein warmer Wind, der vom Ozean herüberwehte. Soooo schön. „Ich zeig euch jetzt mal PE“, sprach die Imke und fröhlich stiegen wir ins Auto ein. Der Christof startete den Wagen, kuppelte … kuppelte … „Die Kupplung ist schon wieder kaputt.“ Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie schnell unsere Urlaubsstimmung wieder dem Werkstattgrauen wich.
Die Imke ist inzwischen nach Hause gefahren. Christof und Judith sitzen immer noch in der Garage. Judith schreibt diese Zeilen im Hinterhof einer Landroverwerkstatt auf einem Kissen sitzend, während Christof den Mechanikern auf die Finger schaut und hier und da bei der Frage, wie rum denn Schrauben zu lösen sein, weiterhilft. Und alle Augenblicke geht er zu Judith und sagt Dinge wie „Wir brauchen auch neue Bremsbeläge“ oder „Die Radlager müssen auch erneuert werden“. Wenn wir aus dieser Werkstatt rausfahren, wird Emma eine Schweißnaht am Differential haben, neue Differentiallager, einen neuen Masterzylinder, neue Bremsbeläge, neue Simmeringe, ein neues Radlager und einen neuen Ölkühler (aktueller Stand dieser Auflistung Freitag, 03. August 2007, 15:34 Uhr) haben. Sicherlich, wird diesmal alles gut werden!
 

Wir also in Yaoundé bei dem M. Atanas

Togo

- in Togo da gibt es so viel deutsches, dass man es kaum aushält. Es gibt deutsche Restaurants, die Alt München heißen und in denen man prächtig Kraut und Bratwürstchen essen kann. Es gibt eine ganze Armada deutscher Frauen, die auf der Suche nach Prince Charming irgendwie in Togo gelandet sind – Deutschland mach dich für die Togolesen bereit – und es gibt natürlich die gute alte deutsche Kolonialzeit von Togo.

Der Christof und ich haben uns zunächst an Lomé’s Strand in einem kanadisch geführten Lödgchen einquartiert. Hier trifft sich des Sonntags alles was Rang und Namen hat in Lomé und speiset ganz königlich. Wir haben uns aber an nen paar deftige Nürnberger mit Kraut im Alt München gehalten.

Von Lomé aus ging es ab in die Berge Togo’s. Das sind zwar nicht die Alpen, aber dennoch haben wir zwei 900erter bezwingen können. Und ein freundlicher Guide hat uns in die botanischen Tiefen des Landes eingeweiht – hier hats a Kakao, Kaffee, Kola, Schwamm - und üppig sagn wir euch! Zu Judith’s überaus großer Enttäuschung scheint der heiß erwartete Togo-Waffelberg jedoch wohl nur eine Legende zu sein. Vielleicht ein pfiffiger Marketing-Trick, um Touristen ins Land zu locken – so sind se die Marketing-Leute J Christof hat sich unterdessen eine Machete zugelegt – die gute von Krokodile natürlich. Er hat die feste Absicht kundgetan, damit eine ganze Reihe von Kokosnüssen von den Palmen zu holen.

Nachdem wir genug von den Bergen hatten, fuhren wir weiter gen Osten. Und gleich rechts von Togo ist … richtig, da ist Benin. Wir uns also aufgemacht über eine total reizende Piste in Richtung Grenze. Weil so Pisten fahren so richtig schön, aber auch extrem langwierig ist, haben wir es nur bis zum Grenzort geschafft. Ein kleines Dörfchen, wo wir auf dem Markt bei Kerzenlicht – weil Strom war da nicht – für ein paar Cent einen Riesenberg Nudeln und Reis mit extrem scharfer Soße, die aus Fischköpfen bereitet wurde, gemampft haben. Is richtig lecker J

Am nächsten Morgen haben wir uns dann frisch und fröhlich aufgemacht nach Benin. Wie gesagt, das mit den Grenzen haben wir lang und schmutzig drauf, hat also nicht so sehr lange gedauert. Richtig ätzend war aber, dass sich die Grenzsäcke zur Belustigung einen kleinen Affen annen Baum gebunden haben und der da wie irre rumgezappelt und –gehüpft ist. Skandal!

In Benin zog es uns natürlich erst einmal wieder an den Ozean. In Grand Popo haben wir uns nett schmeuselig auf einem alten Kolonialdingens einquartiert. Und weil der Christof nen guter ist, hat er sich des Abends an den Herd gestellt und eine unheimlich leckere Gemüsesuppe gezaubert. Die Zutaten und die allabendlich dazugehörenden Alkoholitäten haben wir bei einer ganz besonders reizenden Dame erstanden, in die sich der Herr L spontan verguckt hat. „Diese Lippen, Frau Bräuer, hast du diese Lippen gesehen“ – ganz ehrlich, die habe ich gar nicht bemerkt, war doch meine ganze Aufmerksamkeit den Leckereien in der Auslage gewidmet. Der Christof war von dieser Begegnung anscheinend so mitgenommen, dass er sogar Sterne verschwinden gesehen hat. Leider musste er sich am nächsten Tag losreißen, weil wir gen Cotonou fahren mussten, um unsere Visa verlängern zu lassen. Weil das mit den Visa in Benin sone Sache ist und auch wirklich lange dauern kann, dachten wir uns so, schaun wir doch mal in Porto Novo vorbei. Die geografisch bewanderten unter euch werden natürlich sofort bemerkt haben, dass das die Hauptstadt von Benin ist. Genau! Diese Hauptstadt ist aber nicht unbedingt gut ausgeschildert und so sind der Christof und die Judith mal schööön an der Stadt vorbeigefahren und fanden sich an der übelsten Drecksgrenze von Nigeria wieder. Wrong way – go back! (kleiner insider für Imke). Die Beniner haben sich die Tage mal in Europa umgeschaut und festgestellt, dass man mit Straßengebühren den ein oder anderen Francs verdienen kann. Habense also überall dicke Peagen hingebaut. Und das sogar mit System. Autos unter 2,55 m Höhe zahlen 150 CFA – alles was drüber ist zahlt 500 CFA. Eigentlich ist die Emma nur 2,50 m hoch, aber weil die Beniner ein Volk der Semiprofessionellen sind, ist das nicht immer so genau mit den Abmessungen. So kam was kommen mussten und die Emma ditsche an die Höhenabmessung. Alarm! Schwupps war der Gendarm am Start. Wer in Benin die Höhenabmessung anrumst, der bekommt es mit dem Gesetz zu tun. Genauer gesagt mit dem Beniner Anti-Anditsch-Gesetz. Und das hat Konsequenzen – 10.000 CFA Konsequenzen. Da wir unglaublich ungerne aus der Tasche kommen, haben wir der Beniner Exekutive zunächst freundlich, später überaus bestimmt erklärt, dass wir diesen Betrag mit nichten an die Staatskasse zahlen werden. Leider erfolglos. Das haben die irgendwie nicht verstanden und so mussten wir denn zur Obrigkeit der Mautstation. Dort hat man uns nochmals ausführlich das Wer-Anditscht-der-zahlt-Gesetz erklärt. Natürlich fügten wir uns auch vor dem Chef von das ganze nicht. Ein Wort gab das andere und alsbald fanden wir uns in großen politischen Diskussionen über europäische und afrikanische Gepflogenheiten im Umgang mit Verstößen gegen Anditsch-Gesetze wieder. Und das auf Französisch! Am Ende einigten wir uns auf 5000 CFA. Gezahlt haben wir aber nur 3000 CFA, weil wir den Honks erklärt haben, dass wir einfach nicht mehr in der Tasche hätten.

Die nächsten Tage haben wir nett am Strand verbracht und viel Bao gespielt. Weil man auch in Benin niemals nie alleine ist, haben wir uns auch gleich an den Einheimischen messen können. Keine Chance! Ein unscheinbarer mittelprächtiger Beniner hat uns gezeigt, wie es so richtig geht. Hut ab! Der Christof arbeitet beim Spielen übrigens mit übelsten Tricks. Er hat doch glatt versucht die Judith mit verbalen Attacken außer Gefecht zu setzen. „Sobald es draußen dunkelt wird, wird es auch in deinem Kopf dunkel“ ist nur eine Kostprobe seiner fehlgeschlagenen Niederträchtigkeiten.

Irgendwann waren denn unsere Pässe in Cotonou fertig und wir konnten uns auf den Weg nach Nigeria aufmachen. Nigeria, das ist ein Dorn im Auge eines jeden Afrikareisenden. Trifft man hier in Afrika einen Weltenbummler, so begrüßt man sich zunächst höflich, fragt nach Nationalität und Ziel der Reise. Und dann kommt auch schon: „Wie macht ihr das mit Nigeria“. Nigeria, das steht für getrübte Gesichter, übelste Überfälle, böseste Banditen. Dein Auto kannst du abschreiben, wenn du durch Nigeria fährst, so die einhelligen Meinung. Was also tun? Einige umschiffen Nigeria, andere umfahren dieses Moloch. Der Christof und die Judith sind durchgefahren mit der Emma und die Emma, die ist noch da. Wir auch.

Wir haben unsere Route durch Nigeria im stark muselmanischen Norden gewählt. Wer sich einmal die Frage gestellt hat, wo eigentlich der ganze Sprit und Diesel so herkommt, der wird auch auf Nigeria gestoßen sein. Dies lässt denn auch gleich die Vermutung nahe liegen, dass der Diesel hier ganz besonders günstig und überall erhältlich ist. Weit gefehlt. Es gibt zwar so ungefähr 2342 Tankstellen auf 100 km, allerdings sind davon mindestens 70 Prozent geschlossen oder befinden sich gerade im Aufbau – der am Rande bemerkt in Afrika schon mal 10 Jahre und mehr in Anspruch nehmen kann – und von den restlichen 30 Prozent führen nicht einmal 1 Prozent Diesel. Da fragt man sich doch, ja was soll denn des? In Kano sind wir dennoch bei den Sunnybrothers fündig geworden, haben uns dabei mal schöööön übers Ohr hauen lassen und Unsummen gelatzt.

In den Muselmanen-Cities ticken die Uhren insbesondere des Freitags anders. Befindet man sich in einer solchen mekkaanhängigen Stadt an besagtem Tag auf einer Hauptstraße, die in die anzubetende Richtung zeigt, dann kann es einem schon mal passieren, dass die Musel-Schackos die komplette Straße sperren und aus allen Himmelsrichtungen Tausende von Männern mit bunten Teppichen unterm Arm strömen. Da wundert sich der Europäer und zückt den Fotoapparat. Die Massen gruppierten sich mit dem Gesicht gen Mekka, vor sich die Teppiche liegend und von einem Augenblick auf den nächsten wird es so still, dass man seinen eigenen Atem hören kann. In diese Stille hinein bricht die Stimme des Muselhäuptlings mit einem ohrenbetäubenden „Cccchhhallllahh“. Es folgt die übliche Zeremonie auf dem Teppich kniend und nach nur 10 Minuten ist der ganze Spuk vorbei. Das haben wir in Kano erlebt. Da haben der Christof und ich aber gestaunt. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich bei Kano um eine Millionenstadt handelt. Kano goes Mekka – der Hammer!

Nach diesem Einblick in das Leben der Musels wandten auch wir uns weiter Richtung Osten.

Unterwegs in Afrika durchquert man viele kleine Dörfer. Und wenn einen der kleine Hunger überkommt, dann bekommt man dort auf den Märkten das wenige, was der Norden Nigerias zu bieten hat … Zwiebeln, Schrumpeltomaten, Zwiebeln, Krüppelpaprika, Zwiebeln, Fleischspieße von gottweißwas für Tieren und Zwiebeln. Wir beschlossen mal wieder Nudeln zu essen – das macht man hier so ungefähr jeden zweiten Tag – und besuchten einen dieser Märkte. Nun ist es im Norden Nigerias so, dass der Tourismus gleich Null ist und Menschen mit weißer Haut quasi nie durchreisen. Somit wird man sobutz von einer ganzen Scharr von Kindern umringt, sobald man das Auto verlässt. Christof und ich schätzen, dass es wohl so an die Hundert gewesen sein müssen, die uns auf unserer Tour über den Markt begleitet und gebannt verfolgt haben, was diese seltsamen Weißen trieben. Wir wissen jetzt, wie sich son Popstar fühlt. Als wir zum Auto zurückkehrten - so von den Massen umringt - kam Christof auf die großartige Idee, einen auf dicke Hose zu machen und die Kids auf nen paar Datteln einzuladen, die wir für schlechte Zeiten im Auto verstaut hatten. Kaum hatte er die Tüte in der Hand, wurde ihm diese von Hunderten von Händen entrissen. Ein Riesentumult entstand unter den Zwergen. Wir bekamen es direkt mit der Angst zu tun und flüchteten förmlich ins Auto. Sowas war uns bislang noch nicht passiert. Zwar sind wir immer von einigen Kindern umringt oder Kinder brechen bei unserem Anblick in Tränen aus, aber dass wir ganze Massen mitreißen können, dass wussten wir nicht. Um unsere neugewonnene Popularität noch zu festigen, hielten wir am Abend an einem kleinen Fluss, um dort unser Nachtlager aufzuschlagen. Wo auch immer im Sahel Wasser ist, sind auch Menschen. Sie holen ihr Trinkwasser, waschen ihre Wäsche, tränken ihr Vieh, nehmen ein Bad … auch wenn der Tümpel noch so klein ist. So befand sich auch an unserem Nachtfluss eine Reihe von Kindern. Weil wir ja schon sensibilisiert waren, was uns außerhalb der vier Autowände passieren kann, blieben wir vorsichtshalber im sicheren Wagen. Nach wenigen Minuten waren wir wieder umringt von Kindern. Weil nun der Norden Nigerias irgendwie nicht so recht was von der Außenwelt mitbekommt, spricht man hier auch kein Ausländisch. Das machte für uns die Verständigung mit den Kindern zunächst etwas schwierig. Sehr schnell gingen wir dann aber dazu über uns gegenseitig mit Wörtern der jeweils fremden Sprache zu füttern. Sagten wir so Dinge wie „Du hast doofe Ohren“ wurden diese Worte zugleich begierig von den Kindern wiederholt. Das war urkomisch. Keine Ahnung, was die uns haben sagen lassen. Muss aber lustig gewesen sein, so wie die sich geschüttelt haben.

Kamerun … was fällt einem da sofort ein, wenn man an den Norden Kameruns denkt? Natürlich der Tschad-See! Mit dem Tschad-See ist das so: Er war einmal eines der größten Binnengewässer unseres Planeten. Das ist noch gar noch so lange her. Vor nicht einmal 50 Jahren bedeckte der See die 20fache Fläche seines heutigen Ausmaßes. Durch die Klimaerwärmung und übermäßige Wasserabzapfung der angrenzenden Staaten Nigeria, Tschad, Niger und Kamerun schrumpft der See immer weiter. Christof und ich wollten uns vor Ort ein Bild von den Ausmaßen der Katastrophe machen und nahmen ungeheure Strapazen auf uns. Zunächst düsten wir mit Emma über sandverwehte Pisten, dann überquerten wir ohne die Emma auf einer schunkelnden Barkasse einen reißenden Fluss – was übrigens eine illegale Grenzüberschreitung in den Tschad darstellte – und zu guter Letzt nahmen wir einen Fußmarsch bei 50 Grad im Schatten über 24 km auf uns, um den See zu erreichen. Unser Ziel war ein Ort Namens Kofia. Ein elendiges Piratendrecksnest, das uns in unserem Informationsmaterial, das nicht einmal 2 Jahre alt ist, als eine Insel im Tschad-See beschrieben wurde. Tatsächlich handelt es sich aber heute bei Kofia um einen Dreckspiratenort, der direkt am Tschad-See liegt. Keine Insel ohne Wasser! Wir können nun stolz berichten, dass wir wohl zu den letzten Menschen gehören, die den Tschad-See noch gesehen haben. Er wird wohl bald ganz von den Landkarten verschwinden!

Solche Anstrengungen gehen nicht spurlos an einem vorbei. Judith hat es gleich so schlimm erwischt, dass sie sich für den restlichen Tag in den Salon des Autos zurückzog. Der arme Christof musste ganz alleine durch Sandstürme und unwegsames Gelände bis zum nächsten Etappenziel finden. Judith erhob sich nur von Zeit zu Zeit, um ihrem inneren Aufruhr mit starkem Würgen Ausdruck zu verleihen. So was nennt man dann wohl einen Sonnenstich! Kein Spass sach ich euch!

Am nächsten Tag war die Judith dann aber soweit wieder hergestellt, dass wir auf eine Safari in den Waza-National-Park gehen konnten. Dieser Park wirbt damit, dass es dort so viele Elefanten gibt, dass man förmlich drüber stolpert. Die sind da quasi eine Plage. Und das ist mit Sicherheit auch so, dass das da ganz unglaublich viele Elefanten gibt. Nur leider nicht für den Christof und die Judith. Wir haben Giraffen, Strauße und allerlei anderes Viehzeug gesehen, aber von den Elefanten bekamen wir lediglich riesengroße Haufen ihrer Hinterlassenschaften zu sehen. Wen interessieren schon so blöde Elefanten!

Uns weiter nach Süden richtend durchfuhren wir märchenhafte Landschaften mit kleinen Gehöften, die aus mehreren Rundhütten bestehen und sich in die Hügel schmiegen. An der Anzahl der Rundhütten erkennt man sogleich wie viele Frauen ein Mann hat. Für jede Frau gibt es nämlich eine eigene Hütte. Wattn Luxus! Einige Hügel sind die Schornsteine erloschener Vulkane. Steile Steinformationen, die einigen wie Phallussymbole erscheinen mögen. Eines dieser Symbole erregte unsere besondere Aufmerksamkeit. Wir überlegten gemeinsam, auf welchem Wege der Berg wohl zu besteigen sei, wenn dies denn überhaupt möglich wäre. Haha! Und ob das möglich war. Bei einem lecker Käffchen in Rumsiki trat ein Jüngling an uns heran, stellte sich als Julius Cäsar vor und bot uns an, als unser Guide tätig zu werden. Julius, der wusste wo es lang geht und so erkundigten wir uns sogleich, ob denn der besagte Berg wohl zu bezwingen sei. „Pas de problem“ Nach kurzen aber intensiven Verhandlungen Christofs mit dem Guide hinsichtlich seiner Entlohnung und mit Judith hinsichtlich ihrer Motivation, wurden die Wanderschuhe geschnürt. Wanderschuhe waren hier allerdings überaus fehl am Platz. Ein solch erloschener Vulkandings ist nämlich eine ziemlich steile Kletterangelegenheit. Auf halber Höhe und mal wieder am Rande ihrer Kräfte, ließ sich Judith auf einem Felsen nieder und entließ die Purschen, die es weiter in die höheren Gefilde zog. Nun mag Christof weiter berichten: Zunächst galt es eine ca. 20 Meter hohe und ungefähr ein Meter breite Felsspalte zu erklimmen. Füße an die eine Seite gestemmt und den Rücken an die andere Seite. An dieser Stelle kämpfte ich bereits mit der Angst im Angesicht des unter mir gähnenden Abgrundes. Für Julius Cäsar hingegen war dieses eine leichte Übung, die er affengleich überwandt. Irgendwie habe ich die Spalte überwunden. Der nächste Teil des Aufstieges gestaltete sich eher einfach und dann offenbarte mir Julius, dass jetzt noch ein etwas schwierigerer Teil zu überwinden sei und dann sei der Gipfel erreicht. Mehr Angst ging nicht. Herr Cäsar erwartete doch tatsächlich von mir, dass ich mich in 300 Meter Höhe um einen Felsvorsprung hangeln solle. Um mir zu zeigen, wie einfach das ist, schwang sich Julius auch sogleich um den Felsvorsprung herum. Ich meine Schuhe ausgezogen, Mut gefasst, Mut verloren, wieder versucht … und dann entschied ich mich für das Leben und wir kehrten um. Damit ich das Gesicht nicht vor der Lady verlieren musste, bot Julius Cäsar mir an, für mich zu lügen und der Judith über meinen heldenhaften Aufstieg zu berichten. Ich entschied mich jedoch, wie es meine Art ist, für die Wahrheit und erzählte Judith von den inneren Kämpfen, die ich gefochten hatte. Die Judith war ganz doll froh, dass die Geschichte gut ausgegangen war und so traten wir den Abstieg an.

Nach einem solch ereignisreichen und erschöpfenden Tag machte Christof denn auch einen besonders traumhaften Schlafplatz mitten auf einem schnuckeligen Hügel aus. Wir aßen lecker – natürlich Spagetti – und tranken ein Bierchen und legten uns denn auch zeitig zur Ruhe. Der Mond ging auf – es war ein Vollmond „Christof schau doch der Mond“ – eine Wolke schob sich davor „Judith da ist eine ganz schwarze Wolke“ – sie war gar  ganzschön schwarz. Aus einer Wolke wurden ganz schnell ganz viele „Judith, da kommt ein Stürmchen“. „Christof, wie schön ein Lüftchen“ Schmeuselig lagen wir in unserem Zelt auf dem Hügelchen und beobachteten voll der Freude die Natur, die da so lüftete und wolkte. Krawomms! Regen! Sturm! Orkan! Gewitter! In der Ferne ein Einschlag! Feuer! „Christof“ „Ja, Judith“ „Meinst du nicht, wir sollten vielleicht …“ „Ja, was denn. Das ist doch super spannend“ Rumms! „Also ehrlich Judith, wir sollten vielleicht zumindest unsere Sachen draußen zusammensuchen.“ „Meinst du?“ Mittlerweile rüttelte der Wind so stark am Zelt, dass das Auto eine bedrohliche Schieflage eingenommen hatte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schnell wir aus dem Zelt rausgeklettert sind, um zu retten was noch zu retten war. Der Sturm hatte sich aber schon unserer Sachen bemächtigt und Kochgeschirr und Gläser und Kissen mitgerissen. „Judith, wir werden das Zelt verlieren“ „Christof, wir müssen von diesem Berg runter“ „Judith, das Zelt“ Bei dem Versuch, das Zelt zusammenzuklappen, rissen alle Spanngurte durch. „Christof, komm sofort von diesem Dach runter“ „Judith, wir haben nur eine Chance. Entweder gehst du auf das Autodach und hältst das Zelt fest oder du fährst das Auto und ich halte das Zelt.“ „Waaaas?“ Der Wind riss seine Worte förmlich mit sich. „Ich sagte: fahren oder halten“ Irgendwie fand ich beides wenig verlockend. Blitz! Sturm! Regen! UNWETTER Mit einem enormen Kraftaufwand schwang Judith sich auf das Autodach und schmiss sich über das Zelt. Christof kämpfte sich bis zur Fahrerkabine vor und schrie „Wo ist der Autoschlüssel?“ „Verdammt, der ist im Zelt“ „Waaaaaaaaas!!! Scheiße! Wo ist der Ersatzschlüssel?“ „Der was?“ Irgendwie hat Christof es geschafft, den Ersatzschlüssel zu finden und den Motor anzulassen. Der Orkan wurde immer schlimmer und in der Ferne schlugen riesige Flammen ihre Klauen in den Urwald hinein. Langsam kämpfte sich Emma den Hügel hinab. Regen peitschte auf Judith ein, der Sturm zerrte an ihren Kleidern, ihre Kräfte ließen nach. Alles schien verloren. Christof versuchte verzweifelt, den Wagen durch die dichte Vegetation zu manövrieren. Jeder Baum konnte Judith zum Verhängnis werden. Nach einer Ewigkeit wie es uns schien, erreichten wir endlich – total entkräftet und einige von uns bis auf die Haut durchnässt – das rettende Tal! Aufatmen! Unter dichtem Baumwerk suchten wir Schutz vor den Naturgewalten, doch fanden wir in dieser Nacht keinen Schlaf mehr.

Nachdem wir uns am Morgen sortiert hatten, ging es wieder auf die Piste. Seit geraumer Zeit geht es Emma – mal wieder nicht so ganz gut – und so bedeutet auf die Piste gehen auch immer Schrauberei. Die Dame hat Dieselbronchitis. Dieselbronchitis, das ist der temporäre Mangel an Diesel, der durch verstopfte oder schlecht versorgende Filter zustande kommt. Für all die Unwissenden da draußen, denen die Geschehnisse in einem Motor immer noch ein Geheimnis sind, hier mal eine kurze Zusammenfassung von Christof: nach dem morgendlichen Frühstück (Anmerkung Judith: wir frühstücken hier gar nicht! - setzt man sich ins Auto, startet dieses, aber es springt nicht an. Judith, sehr routiniert, rollt unter dem Auto eine Matte aus, damit ich mich nicht dreckig machen muss, reicht das Werkzeug, macht den Tankdeckel auf, ich trenne den Dieselschlauch von der Pumpe, und gemeinsam blasen wir so lange in diesen Schlauch bis es im Tank blubbert. Das macht man dann so ungefähr zehnmal. Mittlerweile haben wir uns eine effektivere Konstruktion ausgedacht. Damit sich unsere Lungen nicht gar so sehr anstrengen müssen, zapfen wir den linken hinteren Reifen von Emma mit Hilfe eines Schlauches, den wir von einer Reifenpilotflasche zweckentfremdet haben, an. So bekommt Emma kurzfristig die volle Dröhnung von 3,5 bar. Das kann keine Lunge leisten! Tja und so geht das – und seitdem wir die volle Dröhung benutzen, geht es Emma auch viel besser.

Nun denn – unser Weg führte uns weiter an einen der vielen sich stark verkleinernden Seen Kameruns – den Lac Lacto. Hier machten vor dem kleinen Örtchen Alfa Quartier und wurden in gewohnter Manier auch sogleich von den Dorfbewohnern belagert. Wir sind wohl die ersten Weißen in Alfa gewesen. Man hat uns willkommengeheißen und dann wurden wir auf Schritt und tritt betrachtet. Ein besonderes Raunen ging durch die Menge, als wir unser Dachzelt aufklappten. Aber hallo, da waren die Alfas aber platt! Noch platter waren die aber, als wir ihnen am nächsten Morgen Bilder auf dem Laptop präsentierten, die wir von ihnen gemacht hatten. Da hatten die viel Spass! Ist übrigens ein wirklich komisches Gefühl so observiert zu werden. Dem Christof hat es so richtig gut in Alfa gefallen und das trotz des eher trüben Regenwetters, aber Judith drängte zur Weiterfahrt und so brachen wir am nächsten Tag auf, um uns an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik zu erkundigen, ob wir denen da mal nen Besuch abstatten sollen. Weil Christof auf seine unheimlich charmante Art stichelte, dass er ja die ganze Fahrerei auf seinen ach so schwachen Schultern lasten hätte, wurde Emma an diesem Tag von blanker Frauenpower gelenkt. Der Fahrerwechsel vollzog sich an einer Kreuzung in einem kleinen Örtchen und die Muselmännchen hatten einen Heidenspaß als sie sahen, dass eine Frau das Steuer übernahm. Die zu bewältigende Strecke stellte sich als übelste Dreckspiste heraus; so eine mit tiefen Rissen in der Piste. Judith hat das recht sportlich gemeistert. Und das trotz eines überaus schweigsamen Christof neben ihr. Der war sicher müde! Abends kamen wir in einem Drecksgrenzort an und machten bei der katholischen Mission halt. (Anmerkung der Verfasser: Das Wort Drecks… ist dem Buch Kongofieber von Redmond entsprungen … eine der Hauptfiguren, die sich seit Tagen auf einer Expedition im kongolesischen Busch – genauer gesagt im Kongobecken - von Maniok und Buschfleisch ernähren muss, findet für sein Essen und seine Umgebung nur noch Beschreibungen wie Drecksmaniok, Dreckskaff, etc.) Bei einem Feierabendbier in einer der Dreckskneipen (versteht ihr J ) lernten wir einen Emil aus dem Tschad kennen. Der Mann hat über 20 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet, hat angeblich eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland und ist nun aber irgendwie in Afrika hängen geblieben und wartet seit mehr als einem Jahr auf seine Genehmigung nach Deutschland zurückkehren zu dürfen. Einzelheiten würden hier zu weit führen. Soviel sei aber gesagt: Geschichten gibt das!

Die Zeit drängte nun aber doch sehr und so fuhren wir am nächsten Morgen zur Grenze, um uns mal just nach den Grenzgedingse zu erkundigen. War aber alles nicht gar so einfach, weil wir ja erst mal aus Kamerun hätten ausreisen müssen. Der Christof hat sich sportlich auf ein Moto geklemmt und ist mal schnell mit offizieller Genehmigung der kamerunischen Behörden und ohne Ausreisestempel in die Zentralafrikanische Republik gezuckelt. Die wollten natürlich erst mal ein paar CFAs als Willkommensgeld und waren aber der Ansicht, dass sone Einreise ganz easy peasy sei … unter Berücksichtigung von reichlich viel Willkommensgeld. Unter diesen afrikanischen Umständen haben wir uns dann doch von der Idee getrennt, die Zentralafrikaner heimzusuchen und haben uns auf den Weg gen Yaounde gemacht. Da führen aus irgend einem komischen Grunde nicht so richtig tolle Straßen hin. Nicht so richtig toll will heißen, dass es sich um eine Piste handelt, die vielleicht 3 m breit, ohne Teer und versehen mit tiefen Rissen und Löchern ist. Nicht zu vergessen das Wellblech! Die Piste wird von vielen Flüssen unterbrochen über die Brücken führen, die noch aus der deutschen Kolonialzeit stammen. Bedenkt man, wie lange dieses her ist und dass die Afrikaner natürlich keinerlei Instandsetzung ausgeübt haben, so sind diese Brücken in einem vergleichsweise guten Zustand. Wer braucht schon Geländer. Über die Piste brettern riesige LKW, die das gute Tropenholz in Mengen zur Küste transportieren und denen der Ausdruck hoffnungslos überladen nicht gerecht werden würde. Über eine Länge von 400 km haben wir so viele Unfälle gesehen, wie noch nie. Kommt einem ein solches staubaufwirbelndes Monster entgegen so heißt es schnell an die Seite fahren, weil die Fahrer keine Angst vor Verlusten haben. Überholen wird zur Mutprobe. Man darf auch nicht glauben, dass eine solche Piste in einem Tag zu bewältigen sei. Wir haben 2 Tage benötigt und waren also gezwungen in einem weiteren üblen Drecksnest am Rande der Piste – erwähnten wir, dass sie den klanghaften Namen Route no 1 trägt? – zu nächtigen. Bevor wir in den Ort reingelassen wurden, mussten wir eine der üblichen Dreckspolizeikontrollen hinter uns bringen. Da uns die Piste nicht wirklich fröhlich gestimmt hatte, kam die Aufforderung, eine Plakette für das Auto zu erstehen, nicht wirklich gut bei uns an. Eine solche Plakette gibt es nämlich nicht in Kamerun und wir waren nicht in der Stimmung uns mit den Dreckskorruptionsversuchen der Polizisten auseinander zu setzen. Judith hat sich dann also mal intensiver mit den Herren unterhalten. Laut, kurz und erfolgreich. Die Herren händigten ihr freundlich ihre Papiere aus, luden sie ein doch in Kamerun zu verweilen und entließen sie. Wir konnten unsere Fahrt in den Drecksort fortsetzen. In diesem Dreckskaff wurden wir mit den Worten „Woher kommen Sie?“ empfangen. Ein älterer kameruner Herr, der in Deutschland studiert hat und später für den DED und andere Institutionen in Europa gearbeitet hatte, stellte sich uns vor. Wir beschlossen gemeinsam zu Abend zu essen. Die Auswahl in so Drecksdörfern ist da nicht so ganz groß und wir hatten das Glück, dass in unserem der Strom seit ein paar Tagen ausgefallen war. So gab es zunächst kein kaltes alkoholisches Getränk, dafür aber lecker Buschfleisch mit Plantanen. Später kam der Strom wieder, die Getränke wurden kalt und in der Bar fanden sich eine Reihe von Personen ein … wie immer alles skurrile Typen: ein Dorfchef mit Begleitung, ein Dorfschacko, einer der sich Tschakazulu nannte, … und dann ein junger Mann, der einen riesigen Fisch bei sich trug und ganz aufgeregt ob seines kapitalen Fanges war. Unsere Begleitung sprach den jungen Mann an und es stellte sich heraus, dass die beiden sich von Priesterseminaren kannten. Der Fischmann war nämlich ein Priester und weil er sich freute den anderen wieder getroffen zu haben, lud er ihn und uns auch gleich am nächsten Tag zum Fisch essen ein. Na prima! Nachdem wir am nächsten Morgen die Schäden der Piste am Auto beseitigt hatten – und erst einmal ins Auto eingebrochen waren, weil wir nämlich den Schlüssel haben stecken lassen – und die Reifen vom Dorfflicker in Ordnung gebracht worden waren und der Dorfschmied mit den Schweißarbeiten fertig war, machten wir uns auf den Weg zur katholischen Mission. Die stammt natürlich auch von den Deutschen und ist so was von riesig und schön. Eine Anzahl von großen Gebäuden im Kolonialstil und eine Kirche, die unserem Dom in Osnabrück kaum nachsteht. Wir wurden in einen kolonialschicken Speisesaal geführt, wo bereits für sechs Personen gedeckt war. Der Priester erklärte uns, dass er – wie in Kamerun üblich, wenn Freunde geladen sind – auch den Messieurs le Commissaire eingeladen habe. So ist das halt in Kamerun. Der Commissaire erschien in Begleitung eines Polizisten. Dieser sah Judith und wurde trotz seiner sonst sehr gesunden Hautfarbe auf einmal blass. Er wandte sich an seinen Chef, le Commissaire, und sagte „Ich kenne diese Dame. Sie hat mich gestern bei einer Kontrolle bedroht.“ Sehr unangenehm. Es handelte sich tatsächlich um den korrupten Dreckspolizisten, der uns an die Geldbörsen wollte. Nachdem sich die Männlichkeit einmütig über so viel weibliche Courage die Schenkel geklopft hatte, konnten wir endlich Platz nehmen. Es gab ein fürstliches Mahl mit lecker Fisch und Reis und Avocado und Plantanen und Ananas und Messwein. Der hieß stimmigerweise Altaris und schmeckte vorzüglich. Nach einem Rundgang über die Missionsanlage machten wir uns dann gemeinsam mit dem älteren Kamerunman wieder auf die Dreckspiste. Weil der sich richtig gut auskennt, zeigte er uns unterwegs noch eine Zuckerrohrplantage. Die gehört aber nicht den Kamerunern sondern natürlich den Franzosen. In Westafrika kann man sich sicher sein, dass so ziemlich alles, was Geld bringt, den Europäern gehört.

Ja und bei diesem Kamerunman sind wir nun auch für ein paar Tage in Yaounde untergekommen. Und ganz ehrlich, jetzt reicht es auch mit dem Bericht, oder?

Aus Kamerun grüßen euch der Christof und die Judith

Schööön anner Küste lang

Wir sind in Ghana :-) und weil es in Ghana richtig prima lecker Essen gibt, haben wir uns gleich am ersten Abend mit zu den Ghananesen an die Straße gehockt und haben großartigst Nudeln und Kenky gemampft. Die Ghanapeople fanden das urkomisch und wir haben uns auch gefreut weil man fürs Sattessen nur 40 Cent bezahlen muss. Ghana, das ist so ganz anders als alles was wir bisher gesehen haben. Hier ist es grün und es gibt Ananas und Mangos und Wassermelonen und unglaublich hübsche Menschen. Der Christof, der kommt gar nicht wieder aus dem Flirten raus. Da ne Polizistin, hier eine kleine Bananenverkäuferin – wie macht er das bloß? Einmal wurden wir sogar an einer Straßensperre festgehalten, weil die Polizistin den Christof unbedingt heiraten wollte. Allerdings handelte es sich da um quantitativ sehr viel Polizistin und da hat der Christof doch dankend abgelehnt. Auch seinen Bruder wollte er nicht ohne weiteres an die Dame verschachern. Da hatter aber noch mal Glück gehabt!

Auf nach Marocco

So we made it to Marocco. Pretty warm and after a couple of strange people at the border we saw even more strange people. Maroccs tend to sit, stand and lie around like everywhere ... in the middle of nowhere, on hills, in parks, next to the road. We tried to figure out what this is good for, but did not come up with anything yet. Do you have any ideas concerning this phenomen?

Der Landy rennt und rennt  Und endlich hat er auch seinen Namen weg: EMMA Denn wer so schön dampfen kann, der verdient diesen Namen. Schon in Belgien hat Emma gezeigt, was wirklich in ihr steckt. Der Wagen tendiert zum maßlosen Wasser- und Spritkonsum. Wir haben mindestens 100 Liter Wasser in den Kühler gekippt. Alle paar Kilometer verlangte der Defender nach mehr. El mechanico war ratlos, verzweifelt, wollte gar seinen Beruf an den Nagel hängen. In der Nähe von Burgos kam er dem Landy dann doch auf die Schliche. Ein Kühlerschlauch hatte ein Megaloch. Beim spanischen Haus- und Hofschrauber an der Autopista wurde von Mechanico zu Mechanico das passende Flickwerk ausgetauscht und dann ging das weiter.

In Marokko angekommen gab es viel Wirrwarr an der Grenze. Selbsternannte Tourismusbeauftragte warben um ihre Dienste, die wir dankend abgelehnt haben. Marokko ist übersät von alten Mercedes W 123. Hier sind die also alle geblieben. Hin und wieder tauchen darauf Aufkleber wie „Baby an Bord“ auf. Das ist aber noch lange nicht das einzig Deutsche. Hier gibt es doch tatsächlich Camper, die mit Brotbackautomaten und Staubsaugern unterwegs sind. Wir waren kurz geneigt uns diese Gepflogenheit anzueignen, haben den Gedanken dann aber doch wieder verworfen.

In Rabat mussten wir die ersten bettelnden Kinder von Emma schütteln. Die „Manger – Manger“-Kids hängten sich mal just konkret ans Auto.

Chrisof ist voll im Dirham-Wahn. Ist sein Lieblingswort geworden. Irgendwie muss er noch an der Aussprache arbeiten  Marocco ist ihm so zu Kopf gestiegen, dass er nicht davon abzuhalten ist, unter jeder Maroc Flagge einen Kopfstand zu machen. Son Angeber!

Jetzt fahren wir gerade durch Casablanca. Christof will hier schnell wieder raus. Is auch wirklich nicht so der Brüller. Keine Ahnung, warum das Städtele einen spanischen Namen hat. Wisst ihr das?

Judith kümmert sich in der Zwischenzeit mal ein bischen drum, dass die Frauenquote hier aufgemöbelt wird. Geht ja wohl nicht an, dass die Jungs in den schicken Etablissements unter sich bleiben. Frauenpower für Maroc!

Landy keeps on running  And finally it got baptized: EMMA. In Germany there is a little train named Emma from the Augsburger Puppenkiste. To learn more about the Augsburger Puppenkisten just search google for it  In Belgium Emma started to show its real face. This car has a tendency to swallow water and petrol of enormous amounts. We had to feed it with more than 100 liters of water. Every couple of kilometers we had to put more water into the radiator (not sure about this word but el mechanico is convinced it is right). Christof - el mechanico – did not know what was wrong … he was totally f… up. Almost about to give up on his profession. Next to Burgos – which is in Spain; c’mon look it up on a map – he finally came up with a solution. There was a huge hole in one of the radiator’s tubes. Right next to the Autopista el mechanico stopped at one of his Spanish colleague’s garages, had a highly intensive conversation with a series of mechanic words which I had no idea they existed and afterwards fixed the car.

In Morocco we had some fun at the border. There are a bunch of guys who entitled themselves to act as extremely official tourism representatives. They offered their services which we kindly neglected.

You won’t believe how many Mercedes W123 are driving all over this country. You will not find these cars in Germany any more which probably is because they are all down here. Some still have sticker saying „Baby an Bord“. Of course this is not the only Germanized thing you can find here. Some German campers make themselves a home – a German home. Traveling around with baking automates and vacuums. We were almost prepared to adapt this German style traveling.

In Rabat we had to get rid of some children who were jumping on the care shouting „Manger – Manger“. Our French is not good enough to understand every word, so we kept on going.

Christof’s favorite word became Dirham. Actually he should work on his pronunciation.  He is totally nuts! Every single Morroc flag we pass he jumps out of the care doing headstands. What a weirdo!

Right now we are passing Casablanca and Christof is eager to get out of this city. And honestly this city is not as hot as you might think. No idea, why they named this place Casablanca – you know a Spanish word for a Morroc city. Do you know why?

While Christof is doing his weird things Judith takes care of women’s quotas and stuff. No way will these guys use the nice cafes all by themselves. Women power for Morroc!


Weniger Glück haben wir bis dato mit dem Wildlife  Jeder – so wirklich jeder Honk – den wir treffen hat hier schon Elefanten gesehen … außer der Herr Leffler und die Frau Bräuer. Wir sind extra in den Mole National Park gefahren, wo es angeblich Elefanten-Garantie gibt. Denkste! Wir haben auch Tiere gesehen, das waren aber Warzenschweine! Und wir vermuten, dass das was da unten im Wasser rumdümpelte ganz riesengroße Krokodile gewesen sind. In echt!

Weil wir halt keine Tiere gesehen haben, sind wir einfach mal weiter gefahren und zwar nach Kumasi. Kumasi – eine Millionen Einwohner – eine Millionen Taxis und wir mittendrin … Emma fand das gar nicht so richtig komisch und hat geknurrt wie nix gutes. Ungefähr so: Chhrrrrroooaarrrchhhkkkkkggggrrrrrr und manchmal auch uuuuuujjjjjjjjjppppppchchchch. Christof meinte, das wäre jetzt aber nicht so richtig gut und er war kurz davor, die Emma zu verkaufen. Hatter aber nicht. Wir uns also durch Kumasi geschlagen … Trinkjoghurt gekauft … Kokosnuss gekauft … und weiter mit viel chhrrrroooo (s.o.) anne Beach. Das tat auch Not, weil dem Christof ging es nicht gut … wahrscheinlich hatte er Solidaritäts-Emma-Schmerzen hatte („Au au mein Bein, mein Kopf, mein Bauch“). Isser mal just ins Meer gesprungen, so anem schicken Palmenbeach … da gings ihm wieder gut.

Emma hat am nächsten Tag Freunde gemacht. Isn ganz suesser grüner Landy aus dem Inselreich im Norden. Die Herrchen vom Landy sind auch ganz nett. Fahren mit dem Landy einmal um den Kontinent Afrika rum. Und das war noch nicht alles. Da waren noch nen paar Holländer und Deutsche und mehr Deutsche an dem Beach. Die hatten sich irgendwie alle abgesprochen, weil die haben alle behauptet, sie hätten Elefanten in Ghana gesehen. Kann ja gar nicht!

Irgenwann muss auch mal Schluss sein mit diesem ganzen Sozialising und darum sind wir am nächsten Tag nach Takoradi gefahren, um die Emma mal durchchecken zu lassen. Auf dem Weg dort hin sind wir mal wieder in eine Polizeikontrolle geraten. Die gibt es hier wie Palmen am Meer und die Polizisten sind mal mehr mal weniger peacig. Diesmal waren wir angeblich viel zu schnell. In einer solchen Situation da muss ganz doll smart sein. Wir haben uns also hurtig dazu entschieden kein einziges Wort der englischen oder französischen Sprache mehr zu beherrschen. Die Polizisten versuchten es mit malen, zeichnen, Zeichensprache, aber plötzlich waren wir auch blind und blöd und haben einfach überhaupt nix mehr verstanden. Das fanden die Polizisten aber auch nicht so gut. Da sind se sauer geworden, haben die Papiere einkassiert und weggeschlossen in ihr schickes Polizeiauto. Haben wir halt gewartet in der Emma. Alle paar Minuten kam son Polizeimokel angehuscht und hat versucht uns ein englisches Wort zu entlocken. Kein Erfolg! Wir sind ja nicht blöd! Nach ungefähr einer Stunde stand der Sieger fest. And the winner is: Team Germany! Die Polizisten gaben entnervt auf und schwupps hatten wir unsere Papiere wieder und konnten weiter fahren. Diese Aktion hat uns mal just so 500.000 Cedis gespart.

Dies nur am Rande, wir wollten ja eigentlich eine Schraubergeschichte erzählen.

Paa Tom! Dieser Name sei hier zum allerletzten Mal erwähnt, denn wir werden ihn aus unserem Gedächtnis tilgen, um unserer tiefsten Missachtung Ausdruck zu verleihen. Hier die Geschichte:

Superempfehlung der englischen Kontinentalumrunder … beste Werkstatt … super Service … top eingerichtet … da müsst ihr hin! Gesagt getan. Nix wie hin! Karfreitag … Werkstatt zu … Telefonieren … er kommt … kein Problem … das kriegen wir schon … fangen gleich an … dauert vier Stunden … gut! … wir froh …. (Anmerkung: Christof diktiert diesen Text in seiner ihm eigenen blumigen Ausdrucksweise) … vier Stunden später: meine Nerven liegen blank … der Mann mit dem komischen Namen hat überhaupt keine Ahnung … die grauen Haar sprießen … Emma leidet … wir auch … um 22 Uhr gibt der Mann mit dem komischen Namen auf und sagt, dass er das heute nicht mehr hinkriegt … wir mit zu ihm nach Hause … entsetzliche Betten … am nächsten Tag wieder hin in die Werkstatt … Auskunft von dem Mann mit dem Namen, den wir nicht mehr aussprechen wollen, maximal vier Stunden ist das fertig … vier Stunden später: Emma leidet still … Getriebe ist draußen … wir brauchen angeblich neue Kupplung … Kostenfaktor ca. 400 EUR … schluck … würg … oh Gott … das darf nicht sein … Kupplung besorgt … Getriebe wieder eingebaut … 22:30 Uhr alles fertig … Wagen starten … nix geht mehr! … alles noch viel schlimmer als vorher … wir sauer … aber noch höflich … wieder mit zum Möchtegerneschrauber zum Schlafen … nächster Morgen: wir schauen uns das nicht länger mit an und lassen Emma in den Händen des Autoschlächters … fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Trampen an den Strand … die vereinbarten telefonischen Absprachen mit dem Stümpferschrauber kommen nicht zu Stande, weil der einfach nicht ans Telefon geht … alleine beim Schreiben geraten wir wieder so in Wallung, dass übelste Beschimpfungen über die Tastatur fegen … dieser Vollhonk, dieser ghananesische, dieser … sind wir halt am Strand geblieben und am nächsten Tag haben uns die netten deutsch-holländer, die wir schon von früheren Begegnungen kannten mit nach Takoradi genommen … wir zur Halle … keiner da … Türen zu … telefoniert … Pillemann-Arschloch-Sausack will nicht kommen … ganz böse telefoniert … er kommt doch … Emma ist immer noch schwerkrank … Schnauze voll … wir machen das jetzt selber … nach 2 Stunden statt den hier üblichen 6 ist das Getriebe raus … total Fusch … der Mann, dessen N. w. n. m. a. hat die Kupplung falsch herum eingebaut … die Situation droht zu eskalieren … übelste deutsche Schimpfwörter wechseln den Besitzer … englische Schimpfworte kommen dazu … alles wieder zusammen gebaut … Wagen starten … Wagen startet nicht … noch mehr üble Schimpfwörter … drei schwarze Gestalten hängen im Motorraum … nach geraumer Zeit startet der Wagen dann doch … Ergebnis der vier Tage lagen Arbeit: Chhrrrrroooaarrrchhhkkkkkggggrrrrrr und manchmal auch uuuuuujjjjjjjjjppppppchchchch … Eskalation auf der ganzen Ebene … wir finden Worte, von denen wir nicht geahnt haben, dass wir sie kennen … schwarz und weiß schreit sich hemmungslos an … um Punkt 22:20 Ostermontag brechen wir sämtliche Kommunikationen ab, schließen die Türen und fahren mit Chhrrrrroooaarrrchhhkkkkkggggrrrrrr und manchmal auch uuuuuujjjjjjjjjppppppchchchch davon.

Wortlos und völlig am Ende fuhren wir nun durch die ghanische Nacht. Emma fuhr nur noch 50. Für Luxus-Bräuer gab es da nur eine Lösung … 6 Sterne Super Turbo Beach Ressort … das hilft immer und gegen alles! Und dann noch einen Beefburger und Bier. Am nächsten Morgen sah die Welt schon etwas besser aus. Christof hat

Emma wieder auf Touren gebracht, Judith hat ein Bettlaken aus dem Ressort geliehen, Christof ein Kissen, Christof hat Judith im Billiard knapp geschlagen … aber so was von knapp … und dann sind wir weiter gebraust Richtung Dschungel. Da gibt es ne Menge Gummibäume und Latex und Brandrodung und so Dschungel-Dinge halt. Was es hier noch ganz viel gibt, das sind Forts. Also so kleine Bürgchen mit nem kleinen Verließ für die gefangenen Sklaven und Kanonen und so. In solchen Forts da kann man auch nächtigen. Haben wir auch gleich gemacht. War aber nur so halb lustig für einige von uns, weil diese einige von uns unbedingt Horrorgeschichten über Kakerlaken des nächtens von sich geben mussten und andere von uns das zum Anlass genommen haben, ungemein hysterisch zu werden und darauf bestanden haben das Fort sofort zu verlassen. Einige von uns fanden das immens komisch wohin andere von uns krass konkret die Freundschaft mit einige von uns gekündigt haben. Versteht ihr? Bei Tageslicht besehen, war das dann aber doch nicht mehr so schlimm und darum haben wir uns zu einem neuen Abenteuer aufgemacht:

Wir fahren in die Cote-Ivoire ohne Visum! Das schaffen wir! Kein Problem!

Nun gut … ging vielleicht doch nicht. Wir also wieder zurück nach Ghana. Das war aber nun gar nicht so richtig einfach, weil wir für Ghana ja nur ein single entry Visum hatten. Einige von uns haben da aber ganz besondere Fähigkeiten. Die nehmen einfach ein bischen Spiritus und einen gemeinen Wattebausch und wedeln einmal über das alte Visum rüber und schwuppdiewupps wird aus einem single ein multi entry Visum. Das ging doch nicht mit rechten Dingen zu! Ist aber so gut geworden, dass die Grenzer nix gemerkt haben und sich sogar noch hochlobend über unsere sauber ausgefüllten Visaformulare geäußert haben.

In Ghana gab es dann noch nen Fort und dann ging es durch Accra. Das is ne Stadt in der man eigentlich gar nicht Auto fahren kann, weil man da ständig in nem Stau steht. Ist blöd für die Autofahrer und gut für die Straßenverkäufer und die Kommunikation zwischen den Autofahrern. Um durch sone Stadt zu kommen braucht man dann so ungefähr drei Stunden und wenn das Auto dabei ganz viel Chhrrrrroooaarrrchhhkkkkkggggrrrrrr und manchmal auch uuuuuujjjjjjjjjppppppchchchch macht, dann kommt einem das auch noch länger vor.

Fahr fahr fahr und dann ging es nach Togo. Grenzformalitäten können wir schon ganz prima und darum waren wir da auch in nullkommnix über die Grenze. Und das ganz ohne Spiritus. Weil nämlich in Deutschland haben wir uns das Togovisum noch nicht besorgt. Da wollten die nämlich 100 EUR von uns haben und hier unten kostet das nur 15 EUR. Ist das nicht komisch?

Und was wir so in Togo erlebt haben und wie es Emma geht und … lest ihr beim nächsten mal wenn es wieder heißt … DON’T PANIC IN AFRICA

Der hat vor 10 Jahren noch in der Schweiz gearbeitet und mit all seinem Geld für sich und seine Lieben ein Haus in Yaoundé bauen lassen. Das war nicht so wirklich schlau von dem M. Atanas, weil er ja nicht vor Ort war und in Afrika muss man schon ein wenig auf sein Geld aufpassen und der M. Atanas hat darum für sein Haus für hiesige Verhältnisse fürchterlich viel Geld bezahlt und dann wollten die Kinder und die Frau von dem M. Atanas auch nicht mehr in Kamerun sein sondern lieber in Europa bleiben und drum hatter sich ne andere Frau mit neuen Kindern gesucht und die wohnen jetzt mit ihm in diesem Haus. Wen es da so alles gibt, wissen wir auch nicht ganz sicher. Da waren irgendwie jeden Tag andere Leute. Die hatten aber eins gemeinsam. Die wollten nämlich alle ein bischen von dem Budget abhaben, das der wir in der Tasche mit uns führen. So haben wir dann viel sprachliches Unverständnis geheuchelt und es blieb bei einer von uns gesponsorten neuen Frisur für die Dame des Hauses. Unglaublich!

Sinn und Zweck unseres Aufenthaltes war aber nicht, den Unterhalt einer kamerunischen Gross-Patchwork-Familie zu sichern, sondern vielmehr, unsere Pässe mit ein paar Visa zu füllen. So haben wir uns denn aufgemacht und zunächst die Botschaft von Gabun aufgesucht.

Die Botschaft von Gabun, die kommt nicht so richtig klar. Vorn am Tor hängt gleich ein großer Zettel, der den neusten Spleen des Botschafters kundtut. So sollen nun fortan alle dahergelaufenen Visa- und sonstso-Suchenden sich kleiden in gar vorzügliche Gewänder. Fort mit dem Jeans-Gestöffchen und den Badelatschen. Der Botschafter des Staates Gabun wünschet nur aufs edelste angehübschte Personen vortreten zu lassen. Nun ist man so als Reisender zumeist eher leger gekleidet und nicht vorbereitet, wenn auch willig, solchen Wünschen zu entsprechen. So war Judith durchaus bereit, sich kurzentschlossen und berherzt ihrer Hose zu entledigen. Irgendwie war das den Botschaftsangestellten aber denn auch nicht recht. Also haben wir gezetert und gewettert. Hat nix geholfen. Man ließ uns nicht hinein. War aber nicht so schlimm, weil eigentlich mussten wir ja auch nur unsere Pässe da lassen. Haben wir gemacht, uns in ein paar Stunden zurück beordern lassen und sind erst mal schöööön inne City gegangen. Als wir denn aber nach ein paar Stunden zurück kehrten, war das Visum nicht fertig, weil der Botschafter irgendwie nicht vom Mittagessen zurückgekehrt war und man auch nicht so recht wusste, wann denn mit ihm zu rechnen sei. Also haben wir uns am nächsten Morgen wieder aufgemacht zur Botschaft. Diesmal bewaffnet mit dem gewünschten Zwirn. Hat aber auch nicht geholfen. Diesmal war es die Sekretärin, die sich nicht hat blicken lassen. Haben wir also ein wenig gewartet und noch ein bischen mehr und dann haben wir ganz doll schlimm geschimpft und gemotzt und gezickt und das hat aber auch nix geholfen. Mittlerweile hatten wir die Nase von Gabun schon so richtig voll. Dummerweise muss man da aber nun mal durch. Wir also des Nachmittags einen weiteren Anlauf genommen und endlich unsere Pässe wieder in Empfang genommen. So geht das hier mit den Botschaften!

Nach ein paar Tagen, die mit der mageren Ausbeute von nur zwei Visa zu Buche schlugen, hatten wir die Nase von Yaoundé voll und machten uns mit Emma auf nach Kribi. Das ist der vielgepriesene Vorzeigestrand von Kamerun. Ist auch nicht ganz scheiße – wie Morris zu sagen pflegt. Allerdings sind wir von Ghana so dermaßen verwöhnt, dass uns Kribi zwar gefallen hat, aber nicht mehr so richtig vom Hocker reißen konnte. Der ständige Regen – jaja mittlerweile sind mer inne Rejenzeit – tat denn das seinige dazu.

Wir also wieder ins Auto und ab zum Mount Kamerun. Der Mount Kamerun ist mit 4070 m der höchste Berg – inklusive Vulkan – West-Afrikas. Am Fusse des Berges haben wir uns mal hübsch in einer Mission eingemietet, wo wir endlich wieder selber kochen konnten. In der Mission haben wir alle notwenigen Vorbereitungen für die Eroberung des Gipfels getroffen. Normalerweise werden die hiesigen Touristen, von denen es nicht wirklich viele gibt, mit einem Guide und Trägern und Koch auf einer 3-Tages-Tour auf den Gipfel und zurück geschleift. Brauchen wir nicht, haben wir uns gesagt und 3 Tage sind irgendwie auch ein bischen übertrieben. Der gute deutsche Wandergesell erklimmt den Gipfel an einem einzigen Tage und kehrt auch am selbigen zurück. Dafür muss man zwar früh aufstehen, aber es lohnt sich. Um sechs Uhr waren wir bereits mit geschnürten Stiefeln und Bergausrüstung unterwegs. Meter um Meter bezwangen wir den Berg – zunächst durch Plantagen mit Bananen und Manjok und Co., dann durch den Regenwald und weiter über Geröllfelder. Auf 2500 m musste Judith dringend pausieren. Christof hatte diesen Punkt bereits Stunden vorher erreicht. Da saßen wir also so aufm Berg rum und plaudern über das bereits erreichte und wie denn die weitere Vorgehensweise sein würde als urplötzlich ein paar Touris inklusive Guides, Trägern und Koch auftauchten. Nun ist es wohl so, dass den Touristen hier eingeredet wird, dass sie nicht alleine auf den Berg hinauf dürfen und unbedingt einen Guide, einen Träger und einen Koch mitnehmen müssen. Die sind aber nicht wirklich günstig und darum haben wir das auch nicht gebucht. Ist ja klar. Das fanden aber der Guide und der Träger und der Koch, die uns auf dem Berg entgegentraten gar nicht lustig. Hin und her ging die Diskussion. Der Oberguide rief seinen Chef an, aber auch der konnte der ganzen Situation nichts Gutes abgewinnen. So wurden wir denn auf halber Strecke zum vorzeitigen Abstieg gezwungen. Eine Schmach. Unvollendeter Dinge latschten wir den ganzen Weg wieder zurück. Nach dem Rumsiki-Disaster der zweite unbezwungene Gipfel! Es hat nicht sollen sein!

Irgendwie hatten wir so langsam genug von all dem Kamerun. Darum gaben wir Emma die Sporen und auf ging es Richtung Gabun.

In der Grenzstadt Ambam mussten wir uns mal wieder intensiver mit der hiesigen Gesetzlichkeit auseinandersetzen. Christof war gerade begeistert dabei die schlichtweg übertrieben überladenen PKW und LKW zu fotografieren als er brüsk von einem Polizisten aus seinem künstlerischen Tun gerissen wurde. Christof’s Motive sagten dem Mann in Blau nicht so recht zu – er bezeichnete sie sogar als schlichtweg kriminell. Da haben wir ihm dann erklärt, dass er wohl spinnt und die Menge, die sich mittlerweile versammelt hatte, bestätigte uns das auch gleich. Es gab ein lautes Hin und Her und schließlich mussten wir aufs Kommissariat. Der Kommissar, das war ein netter welcher. Und nett fand er auch die Judith. Schade nur, dass sie ja in Afrika als Eheweib des Herrn Leffler fungiert. Also fragte der Kommissar, ob denn vielleicht noch eine Schwester zu haben sein. Ja aber sicher dat! Schnell war die Telefon-Nummer der Schwester rausgerückt und der Gesetzeshüter war überglücklich und entließ uns mit der Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland.

Gabun … das ist irgendwie voll mit Regenwald. So von der Sorte ganz schön grün und dunkel. Und weil es ein Regenwald ist, gibt es da auch Regen und das heißt dann, dass die Pisten – weil es hier natürlich wenige Straßen gibt – matschig und rutschig und überaus unschön sind. Bei solchen Konditionen ist man froh, wenn am Tag 100 km zurückgelegt werden können. So haben wir denn auch einige Tage gebraucht bis wir endlich in Libreville, was denn die Hauptstadt von Gabun ist, ankamen. Weil wir mit Missionen ganz prima Erfahrungen gemacht haben, sind wir auch in Libreville wieder bei ein paar Sisters untergekommen. Die Stadt ist wohl das westlichste was wir bislang in Afrika gesehen haben. Was aber nicht so richtig westlich ist, das sind die Preise. Denn die sind ultrawestlich. Wir haben Stunden im Supermarkt damit verbracht, mit Lachkrämpfen vor Regalen zusammen zu brechen. Hier ein O-Saft für 10 EUR, dort ein Stückchen Käse für 15 EUR, eine Erdbeere für 2 EUR, die gemeine Salami 10 EUR, usw. Wir haben uns entschieden, in einige wenige Zutaten für einen Salat zu investieren. Das war mit 20 EUR denn noch vergleichsweise „günstig“. Libreville ist wirklich unfassbar!

Natürlich ist das für den gemeinen Reisenden nicht tragbar und darum haben wir die Emma bei den Sisters in Gewahrsam gegeben und sind in den Flieger nach Sao Tome und Principe gestiegen. Haha – ihr habt noch nie davon gehört. Wir hatten das vor dieser Reise auch noch nicht. Sao Tome und Principe sind zwei kleine Inseln, die einen eigenen Staat mitten im Atlantischen Ozean bilden. Es handelt sich um ehemalige portugiesischen Pirateninseln und diesen Flair strahlt Sao Tome auch heute noch aus. Alte portugiesische Wehrmauern, Herrenhäuser, Palotasten, Kirchen. Der Christof, das ist ja ein großer Umrunder, wenn es um Inseln geht. Um einmal um Sao Tome herum zukommen, muss man insgesamt 250 km zurücklegen. Wir wollten uns den besonderen Kick geben und haben daraus einen Triathlon gemacht – per Anhalter, im Boot und zu Fuß. Ab an die Strasse und den Daumen raus. Das ist auf Sao Tome denkbar einfach. Zuerst sind wir auf einen kleinen Laster aufgestiegen. Dann hat uns ein Pursche inklusive Dame an Bord genommen. Der hatte eine Flasche Wein dabei und hat uns auch gleich mal zum Mittagessen eingeladen. Mit vollem Bauch, etwas angeschiggert und uns schon am Ende der Tagesetappe wähnend stellten wir uns wieder an die Strasse. Schweine überquerten die Strasse, Menschen kamen von der Arbeit aus dem Busch … ja da war doch noch was … Eine Frau mit Machete und Obst auf dem Kopf hat sich spontan in den Herrn Leffler verguckt. Auf Portugiesisch versuchte sie ihm klarzumachen, dass sie gerne ein Kind von ihm hätte. Portugiesisch kann der Herr Leffler denn nun doch nicht und da die Dame sehr ambitioniert war, versuchte sie ihm auf andere Art und Weise klar zu machen, was sie denn begehrte. Schwupps da holte sie ihren Busen raus, der noch von der letzten Brut reichlich mit Milch gesegnet war und spritze dem verdutzten Herrn Leffler einen Strahl prima lecker Muttermilch entgegen. Man hat der sparsam geguckt! Trotzdem hat ihn das alles nicht so recht animiert und außerdem wurde es immer später und wir wollten weiter … die Dame zog tiefbetrübt ab und wir hüpften auf einen vorbeibrausenden Lastwagen. Der entließ uns nach einer traumhaften Fahrt hinten auf der Ladefläche, die wir mit ungefähr 3000 Liter Diesel teilen mussten, durch den Regenwald in Porto Alegre. Dort sind wir denn noch einige Kilometer durch tiefsten Dschungel gelatscht und erreichten schließlich Turtle-Beach, eine Lodge an einem Traumstrand … Traaaaaumstrand! Am Turtle-Beach war denn auch wirklich Schluss mit Strassen und Wegen und so blieben uns nur wenige Möglichkeiten, um unser Vorhaben „Rund-um-die-Insel“ voranzutreiben. Die Möglichkeit 80 km mit der Machete in der Hand durch den Dschungel zu latschen und dabei ständig über Vipern, Kobras und anderes Gesocks zu stolpern, kam für Judith nicht in Frage. Darum haben wir uns kurzerhand bei den Fischern eine Barkasse gemietet und zwei Fischer angeheuert, uns bis zur nächsten Örtlichkeit 60 km weiter zu tuckern. Sone Barkasse, das ist ein kleiner Einbaum, der nicht ganz dicht ist. Wir also rein in den Seelenverkäufer und ein Stoßgebet zum Himmel geschickt. Auf den ersten Metern waren wir schlichtweg überzeugt, dass nun alles vorbei sei. Die Barkasse schien den gewaltigen Wellen in keinster Weise gewachsen zu sein. Und auch die Fischer waren sich anscheinend nicht ganz sicher, denn sie brüllten sich die ganze Zeit an. Zu unser aller Überraschung und mit viel Wasserschöpfen ging es denn aber doch und wir legten Kilometer um Kilometer an der Küste zurück. Eine besonders entzückende Küste nebenbei bemerkt. So mit riesigen Wasserfällen und fliegenden Fischen und Klippen und kleinen Inselchen und wildromantischen Stränden. Am Ziel angekommen, wurden wir gleich vom gesamten Dorf Santa Catharina umringt. Das ist eigentlich ein Fischerort und darum legen da auch nur Fischerboote am Strand an. Wir waren anscheinend die seltsamsten Fische, die hier je ans Ufer gebracht wurden. Da sich die Barkassenfahrt über Stunden hingezogen hatte, suchten wir uns sobutz ein Nachtlager. Unsere Wahl – so viele Möglichkeiten gibt es auch auf Sao Tome nicht – fiel auf ein ganz entzückendes Kolonial-Kakao-Plantagen-Anwesen. Hier gab es Rotwein in Hülle und Fülle, den wir uns standesgemäß auf der Terrasse mit Blick auf Plantage einverleibten. Des Morgens ging es schweren Kopfes zu Fuß weiter in Richtung Sao Tome Stadt. Dreißig Kilometer auf der Küstenstraße bei – endlich – strahlendem Sonnenschein. So schön und auch nen bischen anstrengend für einige von uns. Haben wir aber prima gemeistert. Dann war der Aufenthalt auf Sao Tome auch schon vorbei und wir freuten uns, die Emma wieder zu sehen. Der war es bei den Sisters gut ergangen und wir konnten am nächsten Tag in Richtung Kongo aufbrechen.

Nach ein paar Wochen Regen gleichen die Pisten in Gabun einem riesigen Schlammloch. Ständig muss man anhalten und prüfen, ob die Piste weiter passierbar ist und wenn ja wo die beste Stelle dafür sein könnte. Besonders übel wird es, wenn die tägliche Fahrerei mal wieder bis in die Dunkelheit hinein reicht. Sowas kann man ganz schnell zum Total-Steckenbleiben führen. Uns erwischte es gegen 20 Uhr bei totaler Dunkelheit in the middle of nowhere. Emma saß tief in der Sch… im Schlamm. Unverrückbar … nichts ging mehr. Es half kein Graben und kein Schieben der Wagen saß fest. Nachdem wir schon so ne gute Stunde eine Schlammschlacht geschlagen hatten, kamen aus dem Nirgendwo zwei extrem angeheiterte Purschen getorkel. Die wollten uns unbedingt helfen und es war urkomisch, wie sie sich ständig wieder am Auto festhalten mussten, um nicht umzukippen. Gemeinsam mit den Purschen und den Sandblechen und Schaufeln spielten wir noch mal eine gute Stunde im Matsch, dann war Emma endlich wieder frei und wir drei konnten total verdreckt weiter zuckeln.

Am nächsten Morgen mussten wir eine Lagune überwinden. Gemeinhin wird ein solches Vorhaben mit Hilfe einer Fähre gemeistert. Da an der Lagune war sogar eine. Aber – haha – in Afrika braucht man sich gar nicht erst einzubilden, dass diese auch fährt. Die dümpelt da zumeist rum während die Fährmokel Bier und Palmwein trinken und steif und fest behaupten, die Fähre, die ist nun mal kaputt und da kann man jetzt auch nichts machen außer halt Bier und Palmwein trinken. Da muss man ganz prima viel sabbeln und scherzen. Dann sagen die Fährmokel, dass sie ja so durstig sind. Daraufhin muss man antworten, dass es am anderen Ufer unglaublich leckeren Alkoholstoff gibt und dann machen die nen bischen an der Fähre rum und tuckern einmal nach rechts und einmal nach links und schließlich ans andere Ufer. Frei nach afrikanischen Gesetzen dauert so was einfach alles etwas länger und bedarf einer Menge Palmwein. Hinter der Lagune führt – laut unserer topp aktuellen Michelin-Karte eine Piste in den Kongo. Prima, haben wir uns gedacht, da fahren wir lang. Was auf der Michelin-Karte natürlich nicht draufstand … bevor man auf die Piste kommt, muss man erst mal den Flughafen passieren. Und zwar über die Start-Landebahn. Emma an Tower! Starterlaubnis. Und schon brausten wir über die Bahn und ab auf die Sandpiste. Diese wurde anscheinend schon seit längerem von niemandem mehr benutzt. Gestrüpp und hohes Elefantengras machten uns das Vorankommen recht schwer. Nach ein paar Kilometern folgten dann auch noch tiefe schlammige Wasserlöcher. Die ersten nahmen wir noch mit viel Elan, aber nach einiger Zeit gab es einfach kein Durchkommen mehr und wir kehrten zurück zum Tower. Von einem südafrikanischen Paar erfuhren wir, dass die Piste tatsächlich unpassierbar sei. Es gäbe aber noch eine weitere, die zunächst direkt am Strand und dann durch den Dschungel führt. Hörte sich prima an für uns und so haben wir uns am nächsten Tag nochmals auf den Weg in Richtung Kongo gemacht. Erst einmal durch die Dünen und dann scharf links abgebogen in den Dschungel hinein. Das erste Hindernis lag uns nach einigen Kilometern zu Füssen. Ein Riesenschlammloch. 30 m lang und unheimlich … schlammig. Wir also Bretter, Sandbleche genommen und uns cm um cm über den Schlamm balanciert. Immer wieder raus aus dem Wagen, die Bretter und Bleche umlegen, kontrollieren, manövrieren … dabei wird man so richtig schön … schlammig. Nach einer guten Stunde war das Hindernis endlich überwunden. Hurra! Darauf erst einmal einen kräftigen Siegerschluck aus der Martiniflasche. Und weiter ging es. Bedauerlicherweise nur einige Meter weit. Dort versperrte uns ein tiefer Fluss den Weg. Die ehemals provisorisch errichtet Brücke war der Regenzeit erlegen. Wir also wieder raus aus dem Auto und eine neue Brücke gebaut. Also sone tolle Brücke, die statisch ihres gleichen sucht. Wenn man bedenkt, dass wir da etwas für ein über 4 Tonnen wiegendes Vehikel konstruiert haben, kann man sich vorstellen, wie wir bei der Überquerung gezittert haben. Aber – hurra – die Brücke hielt. Uff! Wieder ins Auto und … brems. Ein weiterer Fluss mit nichtsnutziger Brücke. Äh! Aber gut, wir wussten denn ja, wie man das macht und haben also noch einmal eine vorzügliche Brücke gebaut. Wieder Trommelwirbel und Martini und nervenzerreißende Spannung … auch diese Konstruktion hielt bombenfest. Schon etwas erschöpft und angespannt fuhren wir weiter. Ein Flussbett mit Sand tauchte vor uns auf. Kein wirkliches Hindernis f…. rumps. Schon saß der Wagen auch schon tief in einem Loch drin. Chrisof: Jetzt ist alles aus! – Da er das schon häufiger gesagt hat, war nicht anzunehmen, dass er wirklich davon überzeugt war. Ohne Wagenheber war diesmal nichts zu machen. Also haben wir die Emma aufgebockt und das Loch gestopft. Bei Runterlassen von Emma machten der Wagenheber plötzlich eine abrupte Bewegung und versetzte dem Herrn Leffler einen solchen Schlag in die Rippen, dass er nach Luft schnappend zu Boden sank. Da lag er dann wie ein Käfer und krümmte sich und die Frau Bräuer bekam fast einen Schreikrampf. Mitten im Dschungel, auf einer Piste, die alleine nicht zu bezwingen war! Zum Glück ist der Herr Leffler hart im Nehmen und da muss schon mehr kommen als eine kaputte Rippe! Er raffte sich wieder auf und wir konnten weiter fahren. Weiter fahren bis … uns ein umgeknickter Baumstamm-Mega-Bambus den Weg versperrte. Rechts neben dem Weg befand sich ein Tümpel und links undurchdringlicher Dschungel. Also die Frau Bräuer raus ausm Auto, um den Bambus zu verrücken. BRÜLL Ein markerschütterndes Brummen ließ uns zusammenfahren. BRÜLL ::: KREISCH (das war Judith) „Christof ein Krokodil … HÜLFE … Rette mich und dann dich“ So schnell waren zwei weiße Menschen im Busch noch nie im Auto und haben sich unter einer Decke zitternd versteckt. Uns wird jetzt noch ganz anders, wenn wir daran denken. Wir brauchen mehr Martini! Wir also im Auto, die Fenster hoch. „Christof, wir müssen hier weg.“ „Judith, das ist jetzt das Ende“ „Christof, wo ist der verdammte Martini“ „Judith, wir haben noch eine Chance.“ „Ja? Hurra“ „Wir brechen durch“ „Ein Durchbruch, Hurra. Und das Krokodil?“ „Wir überfahren es einfach. Auf eins mehr oder weniger kommt es nicht drauf an“ Judith, ganz greenpeace-konform „Niemals. Lieber …. Äh … na gut, fahr drüber. Aber schnöllll“. Christof also den Wagen gestartet und mit Gewalt durch den Bambus. Arme Emma! Was auch immer da draußen gewesen sein mag – ob Krokodil, Gorilla, Waldelefant oder Mokele mbembe (für Interessierte bei Redmonds Kongofieber nachzulesen – Christof hat das Buch übrigens immer noch nicht zu Ende gelesen) es war mit Sicherheit riesengroß und irgendwie nicht so ganz gut gelaunt. So langsam reichte es wirklich mit all diesen Hindernissen und Brüllern und außerdem war auch der Martini fast aufgeschlürft. Bis zur Grenze waren es vielleicht noch 20 km als uns dann das ultimative Hindernis den Weg versperrte. Mitten in einer schmalen Steigung lag ein großer Baum über dem Weg. Christof versuchte zunächst mit einem handelsüblichen Baummarktbeil den Baum zu bearbeiten, gab dieses Vorhaben dann aber glücklicherweise nach einiger Zeit wieder auf. Judith versuchte sich unterdess an der Bestimmung der Himmelsrichtung – mal wieder felsenfest überzeugt, dass wir vor diesem Baum total falsch waren. So mit blankliegenden Nerven und total verdreckt und verschrammt und martinisiert ist es aber gar nicht so einfach, die Orientierung zu bewahren. Irgendwie war es aber auch total schnurz wo Norden oder sonst eine Richtung waren. Nach vorne ging es nicht weiter – hinter uns lauerten übelste Dschungelbewohner, schmale Brücken und tiefe Schlammlöcher. Christof schmiedete weiter Pläne, die der Überwindung des Baumstammes dienlich sein sollten. Aber auch bei ihm hatten die bereits bestanden Abendteuer des Tages und höchstwahrscheinlich auch der Schlag in die Rippen dazu geführt, dass das Gehirn abstruse Dinge auswarf. „Nein Christof, wir werden nicht einfach über diesen Baum rollen“ „Wir sägen den Baum durch“ „Wir haben keine Motorsäge, Christof“ „Aber, Judith, wenn wir eine hätten …“ „Wir schieben den Baum einfach weg“ „Wir fällen diesen gottverdammten Urwald komplett“ „Nein, Herr Leffler, wir drehen um.“ Wir nahmen allen Mut zusammen und zockelten den ganzen beschwerlichen Weg zurück. Wir haben für all diese Aufregung einen ganzen Tag gebraucht und haben nicht mehr als 20 km zurückgelegt. Unfassbar! Aber wir waren heilfroh, als wir im Dunkeln das Meer. Entkräftet, verdreckt, verschrammt. Am Strand haben wir dann ein prima Feuer gemacht und uns in unsere Schlafsäcke gerollt.

Es half nix, am nächsten Morgen mussten wir über eine andere Dreckspiste in den Kongo einreisen. Hört sich so einfach an und wir sprechen hier auch nicht über die Riesen-Entfernungen, aber das dauert immer gleich ein paar Tage. Am schlimmsten leidet dabei immer die Emma. Auf der Strecke musste nicht nur ihre Spurstange gerichtet werden, auch der Außenspiegel verabschiedete sich von jetzt auf gleich.

Irgendwie und irgendwann sind wir in Pointe Noire angekommen. Das ist ein ganz nettes Städtchen am Meer mit Beach und Palmen und so. Außerdem beherbergt Point Noire die wohl langsamsten Traveller der Welt: Heiko und Christelle. Die beiden sind vor mehr als vier Jahren in Deutschland aufgebrochen und haben es bis in den Kongo geschafft. Nicht schlecht J Wir haben uns mit den beiden getroffen und gemeinsam einen ganz entzückenden Abend verbracht.

In Point Noire sollten wir – nach allem was uns zugetragen wurde – ein Visum für Angola bekommen können. Pustekuchen! Der Staat Angola, der will keine Touristen an der Küste einreisen lassen. Und wenn die das nicht wollen, dann muss man andere Wege suchen. In unserem Fall gab es nur den einen Weg und der führte über Brazzaville und Kinshasa nach Matadi. Ohje! Wieder zurück zu den Schlag-Schlamm-Loch-Pisten. Half aber nix. Ein Reisender muss tun, was ein Reisender tun muss! Zweieinhalb Tage haben wir bis Brazzaville gebraucht. Zum Glück hatten wir Verstärkung dabei. Zusammen mit Boogy und Ian und Jacky (iao – Klein-Christof weiß nicht, was das bedeutet – wisst ihr es?) meisterten wir alle Hindernisse, die die Strecke für uns bereithielt. Neben der bereits gewohnten Drecks-Sumpf-Loch-Piste durften wir uns diesmal auch noch mit Abzockermokeln rumschlagen, die Barrieren über die Piste gelegt hatten – wir sind einfach ausgestiegen, haben die weggeräumt und gegrinst (haha damit hatten die nicht gerechnet) – dann waren da noch Hundertschaften von Freiheitskämpfern, die sich Ninjas nannten und sich entlang der Dreckspiste mit all ihrem Spielzeug (Bazukas, Kalaschnikows, Panzerfäuste und wie das Kram alle heißt) aufgebaut hatten – glücklicherweise erwarteten die eine Delegation von Politikern inkl. El Präsident de Kongo und hatten darum kein gesteigertes Interesse an uns – ach ja und wenn man durch ein Dorf zu langsam gefahren ist, dann hat sich gleich die wenig christliche Dorfjungend auf das Auto gestürzt. Christof und ich mussten mehrfach anhalten und solche üblen Purschen von unserem Autodach verjagen (manchmal half auch schon eine spontane Vollbremsung – plums waren se wech). Christof hat einen sogar verfolgt und dabei eine Machete erobert! Irgendwie kann uns das alles nicht mehr schocken und wir erledigen solche Kleinigkeiten mit Links (wir sind ja schließlich Profis!)

Ja und dann waren wir auch schon in Brazzaville. Entgegen all unserer dunkelsten Vorahnungen ist Brazzaville ein überaus entzückendes Städtchen – mal abgesehen von den Überbleibseln des Bürgerkrieges. Hier ein paar Einschüsse, da ein abgefackeltes Hotel. Wir fandens ganz nett – sicherlich haben auch die exzellenten Burger bei „Hassan Burger“ dazu beigetragen – und sind denn dort auch gleich mal drei Tage geblieben – also jetzt in Brazza (sagt man hier so) und nicht bei dem Hassan. Nebenbei haben wir uns um das Kongo-Zaire-Visa und Co gekümmert. Nach besagten drei Tagen ging es weiter auf die Fähre über den überaus beeindruckenden riesengroßen Kongo-Fluss nach Kinshasa. Jetzt mal ganz ehrlich und wir wollen euch auch nicht langweilen, weil wir uns ständig wiederholen. Aber das hört sich ganz einfach an, isses aber nicht. Weil bevor wir auf die Fähre konnten haben wir uns lautstark und standhaft mit einer Vielzahl von Geldgeiern auseinandergesetzt. Die wollten doch tatsächlich einen Betrag, der mehr als 25 Hassan-Burgern mit Pommes entsprach, nur damit wir überhaupt erst mal auf das Hafengelände gelangen konnten. Wenn man uns an die Börse will, dann werden wir streitsüchtig. Aber wir schweifen ab! Die Fähre von Brazza nach Kinshi: Stellt euch ein abgewracktes schwimmendes Stück Blech vor, das mit fetten Boxen und DJ versehen ist – ja so in der Art von den Ufta-Ufta-Party-Booten – und packt darauf 4 Autos. In den Rest der Fähre quetscht ihr Hunderte von Menschen – viele Rollstuhlfahrer, Blinde – und große Bündel und Säcke von Waren und Viehzeug, die diese Menschen mit sich führen. Damit auch wirklich der letzte Zentimeter ausgenutzt wird, schickt man sodann ein paar Polizisten mit Schlagwerkzeugen und die prügeln dann die Menschen ordentlich bis in den letzen Winkel. Wer Platzangst hat, der traut sich besser nicht auf das Boot. Dann dreht man die afrikanische Ufta-Ufta-Musik bis zum Anschlag auf. Das führt dazu, dass die Meute zu tanzen und zu singen anfängt und die Fähre schon mal ein bischen ins Schwanken bringt. Irgendwann legt das Boot dann beinah unbemerkt ab und überwindet die wilden Wasser des Kongo-Flusses bis ans andere Ufer nach Kinshasa. Musik aus – Prügel raus – Meute wieder runter vonner Fähre. Ganz einfach! Als Tourist erledigt man alsbald extrem routiniert alle notwendigen Grenzformalitäten. Kleine Skurrilität am Rande: als wir das Grenzgelände verlassen wollten, kam eine illustre Gesellschaft mit Trommeln und Trompeten angeschwappt. Und die machten fröhlich laute Musik. Einige der Leute trugen einen Sarg auf den Schultern, den sie tanzend und hopsend durch die Gegend bugsierten. Hä, dachten wir uns. Wasn das? Der Christof hat da einfach mal nachgefragt und da haben die ihm erklärt, dass es sich um eine Beerdigung handelt und der Tote ein prima Tänzer und son richtiger Party-Löwe war und deshalb bekommt der nun auch eine entsprechende Beerdigung. Da haben wir nicht schlecht gestaunt und sind weiter gebraust.

Nun sind wir in Matadi – das ist eine Stadt im Süden von Kongo-Zaire und direkt anne Grenze zu Angola - angekommen und haben endlich ein Visum für Angola erhalten. Weil wir keinen wirklichen Platz mehr in unseren Pässen haben, mussten wir viel Überzeugungsarbeit – inklusive erniedrigender Bettelei – bei der Botschafter-Aushilfs-Dame leisten. Mit einem persönlichen Interview, Bestechungsversuchen unsererseits und viel Herzschmerz. Aber nun ist es das Visum von Angola unser und auf immer und ewig in unseren Pässen. Hurra! In Matadi haben wir auch Tom und Laura wieder getroffen – ihr erinnert euch noch? In Folge 33 trafen wir die beiden holländischen Overlander (mal kurz zu dem Wort Overlander – Christof und mir wird dabei immer ganz anders – wir erklären dieses Wort hiermit zu unserem persönlichen Unwort des Jahres). Wie auch immer Tom und Laura waren schon seit über einer Woche in Matadi, weil ihnen das Auto verreckt war. Die Schrauberei, die das wieder richten wollte, hat es irgendwie nicht gebacken bekommen. Und weil die Hollandäsen schon ganz am Boden waren, ist der El Mechanico Leffler in seinen Blaumann geschlüpft und hat sich der Sache gemeinsam mit Tom und Ian angenommen. Dummerweise war da nicht mehr viel zu retten, weil die kongolesischen Hilfsschrauber wohl das unfähigste Gesocks sind, was man sich nur denken kann. Die haben das Auto so richtig kaputtgeschraubt. Leider haben Tom und Laura sich nicht davon überzeugen lassen, uns trotzdem auf dem Weg nach Süden zu begleiten und sind in Matadi zurück geblieben. Wir machten uns auf über die Grenze nach Angola. Auf zu neuen Abenteuern auf übelsten Pisten! Zu Angola nur soviel: ein landschaftlich so schönes Land, kann einem Reisenden vonwegen der nicht existenten Infrastruktur und den überall rumliegenden Mienen so richtig zum Kotzen bringen. Wir sind in 6 Tagen (72 Stunden) durch mindestens 2000000 Schlaglöcher gefahren – was sagen wir Schlaglöcher – das waren Schlaggruben. Wir mögen Angola nicht, weil Angola hat Emma kaputt gemacht! Drecks-Angola! Außerdem bekommt man da nur Drecksessen zu empörenden Preisen (wir haben nur an einem Abend etwas in einer Drecksbar essen wollen und man hat uns Drecksreis mit Hühnerkrallensoße serviert – Pfui Spinne!


Und ab in die Wüste

... auf den Spuren der Paris-Dakar. Wenn man eine solche Strecke fahren will, dann bedarf es zweier Profis: Dem Extrem-4W-Profi und dem Mega-Navigations-Experten. Also kein Problem für Team Chris&Judy  Auch wenn wir uns gleich am ersten Tag so richtig in den Sand gesetzt haben, weil da in der Wüste irgendwie jemand geschludert hat und darum keine Schilder „Paris-Dakar bitte hier lang“ rumstehen. Haben wir erst mal Päuschen gemacht und wie das so in der Wüste ist, irgendwie kommt da immer jemand vorbei. In unserem Falle waren das zwei entzückende Ladies der Marke Tuareg. Die wussten wo man am einfachsten durchkommt. Schnell noch drei Tee mit den Damen geschlürft … das is son Tuareg-Ding - drunter geht nicht … und dann ging das weiter durch die Wüste. Chris verliebte sich sofort in den Wüsten-Barchanen, so dass wir dort auch gleich eine Nacht verbrachten und unter weitem Sternenzelt selig unseren brasilianischen Rum schlürften. Morgens kam der hiesige Sahara-Schäfer zum Frühstück vorbei. Vielleicht war es das, was Lady Navigatrice so aus dem Geleichgewicht gebracht hat. Denn wer erwartet schon in großen Nichts der Sahara Gäste zum Frühstück empfangen zu müssen. Nachdem sie nach Antritt der Weiterfahrt zunächst Schwierigkeiten mit der Bestimmung der Himmelsrichtung – was ja in der Wüste die einzige Möglichkeit der Navigation mal abgesehen von den Sternenbildern darstellt – hatte, dies aber schnell korrigierte, ging die Fahrt zuerst durch weite sandige Ebenen, wo wir soner ächten Karawane begegnet sind, und dann durch weite Barchanen-Felder bis zu dieser verhängnisvollen Steildüne. Driver Chris hatte selbstverständlich keinerlei Probleme die Düne mit seinem 4W hinabzusliden. Dann war wieder die Navigatrice gefragt und diese entschied nach mehrfachem Festfahren und Ausbuddeln und Sandbleche bewegen, dass nun zu bezwingende Barchanenfeld weiträumig zu umfahren. Oh wie sollte sie diese Entscheidung bereuen. Nach einigen Stunden des Umfahrens wurde dem Team Chris&Judy immer klarer, dass das Vorhaben mit den an Bord vorhandenen Diesel- und Wasser-Vorräten nicht durchzuführen war. Zurück also zum Barchanenfeld-Ausgangspunkt. Wer schon einmal in der Wüste war, weiß, wie schnell Spuren im Sand verschwinden, wie schnell die Orientierung verloren sein und wie noch schneller der Team-Spirit auf ganz besondere Proben gestellt werden kann. Der Gedanke, in der Wüste zu stranden ist vor Ort betrachtet wenig verlockend. Durch Chris meisterhafte Fahrkünste haben wir es denn doch durch das Barchanenfeld geschafft und landeten am Abend überglücklich in Rachid … einem entzückenden Ort am Rande der Wüste wo wir in einem trockenen Flussbett übernachteten.

Manchmal da passieren einem ja so Sachen.

Auf der Suche nach einem Stillen Örtchen für Mädchen ist die Judith mal fröhlich den Ladies Schildern gefolgt. Nichtsahnend, dass die in Arabischen Ländern nicht zum Klo sondern in den Gebetsraum für Frauen führt. Naja, hat se das auch mal gesehen.

Und dann ging es auch schon ab in die Wüste. So viel Sand und … Sand. Und alle paar hundert Kilometer kommt eine Polizeistation. Am alleroberwichtigesten scheint hier zu sein, was man denn von berufswegen so tut. Da es uns mit der Zeit ein wenig langweilig wurde immer nur Kaufleute zu sein, wurde wir zwischendurch halt auch schon mal Gärtner, Autoren, Professoren, Putzfrauen und Christofs Top: Gendarme! Die Kollegen von der arabischen Front waren ganz aus dem Häuschen und gleich gut Freund mit dem Christof. Auch Christofs Umgang mit seiner wohlverdienten Strafe für überhöhte Geschwindigkeit in der Wüste – 29 km/h zu schnell! – ist unschlagbar. Von jetzt auf gleich versteht der Mann einfach kein Wort Französisch mehr. Und das so beharrlich, dass seine Kollegen nach einiger Zeit aufgaben – was soll man sich dieses ewige „Ich versteh dich nicht und mein Geld geb ich dir erst recht nicht“ auch anhören. 40 Euro hat der Christof uns so gespart. Das geht übrigens auch an der Grenze ganz hervorragend.  Und was man spart setzt man gleich in „Kamel am Spieß“ um.

Emma ist immer noch unpässlich. Nachdem das Kühlschlauchproblem behoben war, grummelte die Dame mitmal ganz schröckelig im Gebälk. El mechanico verzog das Gesicht schmerzhaft und stieß „Getriebeschaden“ zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. Unschön ist, wenn einem das so mittn inne Wüste passiert. Aber son mechanico der zückt mal kurz sein Kreuzschlitzgedöns und entreißt dem Fahrzeug ein Ding namens „Kardanwelle“ und schon kann das weitergehen. Zwischendurch wurden noch ein paar landsmännische Purschen, die sogar Kopfstand können – noch mal vielen Dank für die Show. - und einen großartigen Mercedes fahren, der auch irgendwie nicht ganz auf der Höhe war, verarztet und schon kann das im Konvoi weitergehen. In Nouatchok hat sich dann ein hiesiger Mechaniker den deutschen Autoproblemen angenommen. Der hat sogar 7/24 gearbeitet und die Probleme mit vorsteinzeitlichen Werkzeugen am Straßenrand behoben. Aber die Autos liefen!

Nach zwei Tagen ging es weiter und hinaus aus dem Moloch der Hauptstadt. Ein kurzer Abstecher noch zum Stadtstrand, dabei den Einheimischen just beim Fischfang geholfen, das Auto fast im Meer versenkt, mit Fingern an Fangleinen hängen geblieben und wieder zurück in die Wüste. Aber nicht irgendeine Wüste. Die Sahara hat viele Gesichter. Und das was wir zu sehen bekamen war eine Endzeit, die Christof mit „hier ist eine komische Stimmung“ – eigentlich ist dieser Satz ja extrem zickigen schrulligen Pärchen vorbehalten  - kommentierte. Gelbes Licht, Sandsturm. Das war ein Szenario, das aussah, wie wie wie Winter … still, na gut also nicht gelb natürlich und nicht sandig … aber ihr wisst schon, was wir meinen. Wart ihr denn noch nie in der Sahara? Und als wenn wir noch nicht genug an diesem Tage erlebt und erlitten hätten, musste auch Emma noch ihrem Unwillen ein weiteres Mal kundtun. Erneuter Exodus unseres geliebten Vehicles. Mechanico: „Hm“ … Judith: „Ja, was hat es denn nur“ … Mechanico: „Lass mich in Ruhe“ … Judith: „guck mal ein Kamel“ … Mechanico: „Das Auto ist kaputt“ … Judith: „Das ist nicht gut, so mitten in der Wüste, oder?“ … Mechanico (entnervt): „Grummel, man hole mir mein mechnikolöses Werkzeug und leuchte mir fachmännisch“ tbc. Diesmal war es wohl der Filter vor der Benzinpumpe. Da hat uns doch son unmöglicher Muselmann einen Shit von einem Sprit verkauft! Lösung des Mechanico: Filter raus, Schlauch dran und Go.

Weiter ging es durch die nächtliche Wüste. Und was am Tag so unscheinbar und leer erscheint, wird in der Nacht zur Partymeile Mauretaniens. An jeder Ecke ein Maure … und es gibt mehr Ecken in der Wüste als man denkt … und so viele Autos, dass man direkt von einer Rush Hour in der Wüste sprechen könnte, wenn man wollte. Sollte Herr Sielmann oder wer auch immer mit seinem „die Wüste lebt“ eine stille message an uns alle da draußen gegeben haben wollen? In Atar angekommen haben wir uns nun in einer deutsch-holländisch geführten Oase – hier gibt es endlich wieder Bier  - eingemietet.

Nächste Etappe ist Mali. Und um dahin zu kommen, fahren wir erst mal ein paar Tage durch die Wüste. Und in der Wüste, da gibt es bekanntlich ganz viele tolle Dinge, aber Internet gehört noch nicht dazu. Also habt Geduld, in ein paar Tagen geht es weiter. PS: Christof hat Bauchweh (gaaaanz doll) und sagt den ganzen Tag so Dinge wie uuuuaaarhhhuuppppssssmmmmmmmm. Was soll man da nur machen?

When you are travelling you have to be aware of … kind of everything. When Judith was eagerly looking for a washroom she out of habit followed a women sign and … learned that a lady’s sign leads to an Arabic prayer room for woman and no washroom at all. After all, so she finally got to know what these rooms look like.

Following next was … the DESERT. Lots of sand and … sand. And every hundred kilometers there is a police kind of station. Most important for these police officers is to learn about your profession. And as we got bored after a while to tell these guys that we are simply doing some commerce stuff we started to name ourselves gardeners, authors, professors, maids and Christof’s favorite: gendarme! His Arabian colleagues were almost euphoric to meet a police man from Germany. Talking about Christof. He is very creative when it comes to payment. Once he got caught for speeding in the middle of the desert … 29 km/h too fast … in the dessert! When being caught Christof forgot every single French word. After a long time of “I do not understand you and one thing is for sure … you are not going to get a single cent from me” his colleagues gave up. This was worth 40 EUR. Good job, Christof! This … lets call it Christof style … when it comes to Arabic authorities also works when you have to cross a border.

And afterwards you can spend all the savings for “Camel Burgers”. Emma still is not feeling well. After her tube cooling thing she started to horribly shake and make strange noises. El mechanico once again made funny faces. Not good at all if things like that happen in the middle of the desert. But mechanics tend to simply take some mechanical equipment and do some mechanical things and afterwards you keep going. We also found a couple of German guys in the middle of nowhere. These folks know how to do a “head stand” – thanks again for the great show, guys - and they travel with a great but also kind of not-feeling-well Mercedes. So we went to Nouatchok which is the capital of Mauritania together to get the cars fixed. A Mauritanian mechanic who is working 7/24 did healed the cars within 1 day. His equipment was pretty old and his working place was right next to the road, but after all it worked out fine. After two days in Nouatchok which is not nice at all we made a short trip to the city’s beach, helped some Mauritanian fisher people with their fishing business, almost lost the car in the ocean, almost lost a finger by doing this, and went back to the desert. Actually the desert is strange and has more than one scenario. Christof: “I am getting strange vibes” This might have been because of the sand, the yellow light, the silence. Noneof us ever experienced something like this before. Neither did Emma. Unfortunately she tends to show her feelings in a very unorthodox way. Again she broke down. This time the filters did not work. But again el mechanico ultimo fixed it in a couple of minutes.

Now we are in Atar. Next is Mali. And in order to get there we have to go back to the desert. Therefore within the next days there will not be any internet or stuff.

Ein paar Tage später hatten wir denn auch genug von Mauretanien und entschieden uns, doch mal in Mali Hallo zu sagen. Mali, das ist so ganz anders als Mauretanien. Fährt man hier über die Grenze, wird man dort nicht nach Papieren und Pässen gefragt. Nein, man muss sich selber bemerkbar machen. Der Zoll-Beamte muss aus der Moschee geholt, die Polizisten in ihrem Office besucht werden. Weil wir das schon ganz gut raus haben, bezahlen wir auch das sonst so übliche Bakschisch nicht. Weder an der Grenze noch an den unzähligen Polizeikontrollen. Zu diesem Zwecke haben wir diverseste Methoden entwickelt, die von hysterischem Eheweib bis zu sind-total-abgebrannt reichen. Unseren ersten Abend in Mali verbrachten wir in einem basic Campement in Diamo wo wir ein paar Jungs von der Cote Ivoire kennen gelernt haben. In Diamo gibt es keinen Strom. Und so saßen wir denn abends draußen im Dunkeln vor dem Campement und haben lecker frittierte Banane und Kartoffel von der Dorf-Mama gemampft … für 0,5 Euro! Einen neu gewonnen „Ami“ von der Cote haben wir dann auch gleich am nächsten Tag mit in die Hauptstadt genommen … Bamako. Eine riesige Stadt aus Lehmhütten, einigen wenigen Teerstraßen, Abgasen, Müllhalden, Staub und den großartigsten Kaltgetränke bis dato  Wir haben uns bei einer Kanadierin etwas außerhalb eingemietet und von dort aus eine Tour in das centre-ville mit dem öffentlichen Verkehrsmittel unternommen. Ein hiesiges öffentliches Verkehrsmittel ist zumeist ein Mercedes 207, der fürwahr schon bessere Zeiten erlebt hat. In so ein Fahrzeug passen hier gut 20 Leute rein. Wir haben teilweise mit 23 Einheimischen darin gesessen! …

Von Bamako aus ging es weiter nach Segou – unglaublich schöner Wochenmarkt auf dem wir uns mit Kalebassen eingedeckt haben – und dann weiter in Richtung Mopti. Hier beginnt das Dogon-Land. Dogonen, das sind krass urige Völkchen, die in einer krass unglaublichen Märchen-Umgebung leben und deren Kultur einmalig ist … man munkelt, dass die vor ein paar Jahren mal von Aliens besucht worden sind und diese Heimsuchung noch heute Einfluss auf das Leben der Dogonen hat. Vielleicht sollten die Aliens schnell wieder kommen, um zu verhindern, dass die Dogonen den Touristenschwärmen zum Opfer fallen. Christof hat dort eine entzückende Freundin gefunden. Die Süsse ist vielleicht 4 und hat ihm alles nachgeplappert und gezappelt, was er ihr so vorgemacht hat. Er war kaum von der Kleinen loszureißen  Auf der Weiterfahrt haben wir dann noch ein paar Damen von der Feldarbeit aufgelesen und in ihr Dorf gebracht – so Dogonen die können ganz doll lustig sein.

… ich schreib jetzt mal ein bischen schnöller, weil wir so gerne weiter fahren wollen und der Christof alle Augenblicke fragt, wie weit ich denn bin. Dabei ist es hier – in Niamey am Pool – gar nicht so übel 

Wir also weiter raus aus dem Dogonen-Land und rein in die Wüste nach Timbuktu. Wenn man da hin will, muss man auf eine Fähre und die ist für Mali Verhältnisse echt teuer. Hat der Christof geschimpft! Sind wir trotzdem nach Tombuktu – so heißt das hier – gefahren. Tombuktu ist irgendwie ein aus viel Kuhmist zusammengeflicktes Örtchen. Nachdem wir dort einige Tage verbracht haben, kannten wir bereits die Hälfte der Einwohner – in Echt! Unsere erste Ausreise aus Tombuktu war nicht so ganz geglückt, weil wir gemeinsam mit 2 Iren gefahren sind und die hatten einen kolossalen Kupplungsschaden … und das schon nach 60 km. Diese 60 km waren aber durchaus das entzückendeste was wir hier bislang gesehen haben. Kilometerlang am Nigerstrand lang. Unglaubenslich! Nach ihrem Breakdown haben wir die Iren an Bord genommen, deren Auto in der Obhut einiger Tuaregs zurück gelassen und sind wieder zurück nach Tombuktu. Auf dem Weg dahin haben wir auch Emma mal wieder geschrottet. Ein übelstes Loch in der Piste hat ihr doch glatt die Lenkstange zerrissen. Gemeinsam mit den Iren konnte der Emma Schaden aber ratzifatzi behoben werden. Aus lauter Dankbarkeit haben uns die Iren abends zum Essen ins beste Restaurant von Tombuktu eingeladen. Es gab magersüchtige Hühnchenflügel an Kartoffel. Am nächsten Tag wieder raus aus Tombuktu und zum Irenauto. Dort hatte sich bereits das halbe Dorf versammelt. Die Verständigung war etwas holprig, weil dort keiner Französisch spricht. Aber von unseren Afrika-Büchern waren die hochgradig begeistert. Ich glaube die sehen hier nicht so oft Bücher. Nachdem das Irenauto von ein paar Mechanikern in der Wüste gefixt worden ist, ging es weiter nach Bourem. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen Soldaten mit einer riesigen Waffe an Bord genommen. Die Purschen meinten, dass das gut für unsere Sicherheit sei. Ich mochten den Typen überhaupt nicht. … Dann weiter nach Gao, was auch eher unspektakulär ist. Dort haben wir beim deutschsprachigen Mali-Kaufmann Kaltgetränke an Bord genommen und haben uns dann weiter in Richtung Niger Grenze aufgemacht.

Gestern sind wir denn in Niamey angekommen und haben uns dort im Grand Hotel lecker Essen für wenig Geld vorsetzen lassen. Natürlich gab es auch Niger-Bier. Das mit den lustigen Giraffen drauf.

So genug für heute, Christof spielt gerade Whirlpool im Pool. Ich glaube wir sollten hier verschwinden. A bientot!

… und weil das Internet in Niger sooo langsam war, sind wir auf schnellstem Wege nach Burkina Faso gefahren und versuchen nun in Ouagadougou unser Glück.

In Ouagadougou sind wir bei katholischen Nonnen untergekommen. Ganz entzückend, gleich neben der Kathedrale gelegen. Ouagadougou rockt! Das ist wohl die coolte Hauptstadt, die wir bislang gesehen haben.

*Noch eine Bemerkung am Rande: Habt ihr gewusst, dass in Herrn L ein Poet steckt? Hier nur einige wenige seiner täglichen geistigen Ergüsse:

„Unter den Blinden ist der Einäugige König“

„Wer schweigt verliert“

„Der Schmerz des Lebens ist das Leben“

„Wenn die Klugheit ein Sandkorn ist, dann bis du die Wüste“ (das hat er zu mir gesagt!)